Quizfrage: Wofür steht das LG in LG Electronics?

Liebe Grüße? Life's Good, wie der Werbeslogan von LG nahelegt? Nein, die richtige Antwort lautet Lucky GoldStar. Denn gegründet wurde die Tochter des südkoreanischen Unternehmens Lucky Chemical Industrial unter dem Namen Goldstar. Unnützes Wissen, keine Frage. Aber vielleicht liegt in dem Namen das gleiche Problem wie etwa bei HTC: LG hat als Marke nicht dieselbe globale Strahlkraft wie Apple oder Samsung, obwohl ihre besten Produkte keinen Vergleich zu scheuen brauchen.

Am heutigen Sonntag, einen Tag vor Beginn des Mobile World Congress in Barcelona, will LG diese Strahlkraft künstlich erzeugen. Im Zentrum steht dabei das LG G5, das neue Topmodell der Koreaner. Um das G5 herum bieten sie ein ganzes Ökosystem an Zubehör, von der separaten 360-Grad-Kamera über eine Virtual-Reality-Brille bis zu einem ansteckbaren Kameramodul.

Metallgehäuse und herausnehmbarer Akku

Das G5 hat zwar – anders als das G4 – ein Aluminiumgehäuse, trotzdem lässt es sich unten wie eine Schublade öffnen, um die Batterie herauszunehmen. Das an sich ist schon eine Seltenheit unter aktuellen Oberklasse-Smartphones, aber LG setzt noch einen drauf: Anstelle des Standardmoduls lassen sich in die Unterseite nämlich Zubehörmodule stecken, jeweils gemeinsam mit der Batterie. Aber dazu gleich mehr.

Zunächst zum Äußeren: Der 5,3-Zoll-Bildschirm des G5 geht oben leicht abgerundet ins Gehäuse über, was dem Gerät eine durchaus elegante Note gibt. Auf der Rückseite befindet sich, wie von den Vorgängern gewohnt, der Home-Button. Neu ist: Er beinhaltet jetzt auch einen Fingerabdrucksensor. Die Lautstärketasten allerdings hat LG an den Gehäuserand versetzt.

Das Display hat eine Auflösung von 2.560 mal 1.440 Pixeln. Ein Teil des Displays ist immer angeschaltet und zeigt Uhrzeit und Datum, ähnlich wie im Modell V10. LG verspricht, dass diese Always-on-Funktion pro Stunde nur 0,8 Prozent der Akkuladung verbraucht. Das Gerät wird es in vier Farben geben: Silber, Gold, Pink und Titan.

Weitwinkelmodus in der G5-Kamera

Im Inneren arbeitet der neue Qualcomm-Prozessor Snapdragon 820, das G5 hat vier Gigabyte Arbeitsspeicher und 32 Gigabyte Festspeicher. Einen Steckplatz für Micro-SD-Karten für bis zu zwei Terabyte gibt es aber auch. Das Betriebssystem ist Android 6.0 alias Marshmallow, darüber liegt LGs dezente Benutzeroberfläche.

Auf der Rückseite hat das G5 zwei Kameraobjektive: eines für normale Aufnahmen mit einer Auflösung von 16 Megapixeln, ein zweites für Weitwinkelaufnahmen von 135 Grad und acht Megapixeln. Auch die Frontkamera löst mit acht Megapixeln auf.

LG zeigt damit, was in Android-Smartphones im Jahr 2016 möglich ist. Ob es mit den ebenfalls in Barcelona vorgestellten Konkurrenten mithalten kann, werden ausführliche Tests zeigen müssen. Zwei zentrale Fragen hat LG allerdings zunächst nicht beantwortet – die nach dem Preis und die nach dem Verkaufsstart. Das G4 hat zuerst 649 bis 699 Euro gekostet, das ist aber nur ein Anhaltspunkt. Günstiger dürfte das G5 jedenfalls anfangs kaum sein.

Das Kameramodul LG CAM Plus © LG

Zusätzlich hat LG speziell auf das G5 zugeschnittenes Zubehör entwickelt:

Die LG CAM Plus etwa ist ein Modul, das unten ins G5 gesteckt wird. Es hat kein eigenes Objektiv, sondern erweitert die Kamera des G5 zum einen um physische Tasten zum Auslösen sowie für Verschluss und Zoom. Zum anderen bringt es neue Funktionen wie eine Belichtungssperre. Nebenbei erweitert das Modul die Batteriekapazität auf 4.000 Milliamperestunden, es lässt sich also auch einfach als Zusatzakku nutzen.

Alternativ gibt es eine 360-Grad-Kamera namens LG 360 CAM, die äußerlich an Ricos Theta S erinnert. Sie wird einfach hochgehalten und macht mit ihren beiden 13-Megapixel-Kameras Rundumbilder und -Videos, die unter anderem YouTubes 360-Grad-Funktion unterstützen. Die Verbindung mit dem G5 soll unkompliziert sein: Für seine Zusatzmodule hat LG die App Friends Manager entwickelt, die das mühsame Koppeln über das normale Einstellungsmenü unnötig macht.