Das Samsung Galaxy S7 neben der Gear 360 © ZEIT ONLINE

In den vergangenen Jahren stand der Vortag des Mobile World Congress in Barcelona stets ganz im Zeichen von Samsung. Traditionell stellte der südkoreanische Konzern am Sonntag vor der Messe die neuesten Smartphones seiner Galaxy-Reihe vor, und auch wenn es die Konkurrenten von LG, Sony oder anderen immer wieder versuchten, bekam Samsung stets die meiste Aufmerksamkeit. In diesem Jahr hat LG immerhin vorgelegt und ein Gerät vorgestellt, das durchaus innovativ ist.

Samsung musste also etwas Besonderes bieten, um die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, zumal auch der Marktführer unter den Android-Smartphones zuletzt weniger Gewinn mit Geräteverkäufen machte als früher. Zum einen, weil gerade in großen, aufstrebenden Märkten wie China zunehmend Anbieter wie Huawei oder Xiaomi beliebt sind. Zum anderen, weil Samsung mit sich selbst konkurriert: Für viele Verbraucher gibt es keinen Grund mehr, jedes Jahr ein neues Smartphone zu kaufen, weil insbesondere Samsungs Top-Modelle auch nach zwölf Monaten noch zu den besten auf dem Markt gehören. Einige Analysten sehen die Vorstellung des Galaxy S7 deshalb als einen entscheidenden Moment für Samsung.

Soviel vorweg: Die großen technischen Überraschungen blieben bei der Vorstellung des Galaxy S7 aus – was aber nicht problematisch ist. Schließlich hatte Samsung die Reihe erst vergangenes Jahr komplett umgekrempelt, das Plastikgehäuse gegen eine Mischung aus Glas und Metall getauscht, und mit dem S6 Edge eine zweite Version mit gebogenem Display vorgestellt. Sowohl Hardware als auch Design waren exzellent und schon deshalb gab es keinen Grund, mit dem S7 in diesem Jahr schon wieder in eine komplett neue Richtung zu gehen.

Bekanntes Design mit neuen Details

Optisch ist das Galaxy S7 von seinem Vorgänger deshalb kaum zu unterscheiden – bis auf einige kleine Details. Der Slot für die Sim-Karte ist von der linken Seite auf die Oberseite gewandert und die Kameralinse auf der Rückseite ist zwar immer noch nicht komplett in die Glasrückseite eingeebnet, aber deutlich unauffälliger als noch beim Galaxy S6. Die Ecken sind etwas stärker abgerundet, die Antennenstreifen auf der Ober-und Unterseite weiterhin sichtbar. Erfreulich: Das S7 hat wieder einen Slot für externe Micro-SD-Speicherkarten. Auf diesen hatte Samsung im vergangenen Jahr zugunsten des neuen Designs und Alugehäuses noch verzichtet.

Wie ein vorab veröffentlichter Werbespot vermuten ließ, ist das S7 zudem wasserdicht gemäß der IP68-Zertifzierung. Das Gerät sollte also bis zu 30 Minuten unter Wasser überstehen, allerdings wiesen Hersteller wie Sony in der Vergangenheit darauf hin, vermeintlich wasserdichte Smartphones besser doch nicht mit in die Badewanne zu nehmen. Ein echtes Outdoor-Phone ist das S7 also nicht, allerdings dürfte es robuster sein als die vorherigen Modelle der Reihe, was prinzipiell nie schaden kann.

Das Display ist wie schon bei den vorherigen Generationen 5,1 Zoll groß bei einer Auflösung von 2.560 mal 1.440 Pixeln. Auf die gleiche Auflösung kommt auch das S7 Edge mit seinem über die Seite gekrümmten Display, allerdings ist es mit 5,5 Zoll etwas größer. Für das Seitendisplay des Edge erhofft sich Samsung neue Funktionen, sogenannte Panels, von Drittentwicklern. Preise nannte Samsung noch keine. Sie dürften aber wie bei den früheren Modellen der Galaxy-Reihe bei über 600 Euro anfangen.

Weniger Megapixel, größere Pixel

Im Inneren verwendet das S7 einen hauseigenen 64-Bit-Achtkernprozessor und vier Gigabyte Arbeitsspeicher. Der interne Speicherplatz fängt bei 32 Gigabyte an und die Akkuleistung wurde im Vergleich zum Vorgänger noch einmal erhöht: 3.000 Milliamperestunden im S7 und 3.600 im S7 Edge gibt Samsung an, und liefert ein Beispiel aus dem echten digitalen Leben gleich hinterher: Eine ganze Staffel Game of Thrones, also ungefähr zehn Stunden, sollen sich mit einer Akkuladung gucken lassen.

Explizit wurden während der Präsentation die Gamer angesprochen. Samsung lud dazu Tim Sweeny, Gründer von Epic Games (Unreal), für ein paar Minuten auf die Bühne. Eine neue Grafiktechnik namens Vulkan sowie eine verbesserte Grafikeinheit sollen für ein flüssigeres Spielerlebnis sorgen. Dazu gibt es ein optionales Gamepad und ein neues Gamecenter zum Herunterladen von Spielen.

Einen anderen Weg als im Vorgänger geht Samsung bei der Kamera. Hatte das S6 noch eine 16-Megapixel-Kamera, kommt das S7 mit zwölf Megapixeln aus. Samsung vergrößert dafür aber den Sensor und verbessert die Blendenöffnung auf f/1.7, um bessere Bilder bei schlechten Lichtverhältnissen zu ermöglichen. "Dual Pixel" nennt das Unternehmen die Technik, einen ähnlichen Weg ist bereits Google mit seinen jüngsten Nexus-Modellen gegangen. Man darf auf die ersten Tests gespannt sein, schließlich lieferte der Vorgänger exzellente Bilder und Samsung kann es nicht riskieren, zu schwächeln – gerade auch angesichts der Konkurrenz aus dem Hause Apple.