Das Samsung Galaxy S7

Samsung versucht sich mit seiner S-Klasse immer wieder am eierlegenden Wollmilch-Smartphone. Die Geräte sind hardwareseitig bestens ausgestattet, haben ausgezeichnete Kameras und sind vollgestopft mit so ziemlich allen gerade modernen Funktionen. Aber irgendetwas zu meckern gibt es immer. Das ist auch beim Galaxy S7 nicht anders. Wobei wir hier auf hohem Niveau jammern.

Im Test erweist sich das S7 jedenfalls als würdiger Nachfolger des viel gelobten S6, zeigt hier und da aber auch Schwächen.

Das beginnt mit dem Äußeren. Das Gehäuse ist aus Glas und Metall und dafür erstaunlich leicht. Die sehr glatte Rückseite fühlt sich allerdings nach Kunststoff an, wie schon beim S6. Die Kamera steht nicht mehr so weit hervor wie beim Vorgänger, eine klare Verbesserung. Auf der Vorderseite ist das S7 an den Längs- und Querseiten ganz leicht nach unten abgerundet, was wirklich gut aussieht.

Die Uhrzeit wandert auf dem Display umher

Das Always-on-Display hingegen nervt. Es zeigt Datum, Uhrzeit, Akkustand, entgangene Anrufe und SMS an. So weit, so sinnvoll. Es gibt verschiedene Layouts, aber die ändern nichts an den dargestellten Informationen und der Helligkeit. Die Fläche ist auch nicht interaktiv, man kann also zum Beispiel nicht direkt von dort auf die entgangenen SMS zugreifen. Außerdem wandert die Anzeige ständig über den Bildschirm. Aus dem Augenwinkel sieht es dann so aus, als sei eine neue Benachrichtigung eingetroffen, was manche Nutzer ziemlich nervös machen könnte.

Das Dauerdisplay kostet laut Samsung ein Prozent Akkuladung pro Stunde, was ich bestätigen kann. Wem das zu viel ist, der kann es auch einfach permanent deaktivieren.

Im Großen und Ganzen ist das S7 also ganz hübsch geraten. Bis man es anschaltet. Dann erscheint Samsungs gewohnt-gefürchtete Android-Oberfläche TouchWiz mit Icons, die aussehen, als hätte sie ein mäßig begabter Vierjähriger entworfen. Abhilfe schaffen die vielen mit einem Samsung-Account erhältlichen Themes sowie alternative Launcher. Da lobe ich mir die Konkurrenz von LG oder, soweit ich mich erinnere, auch Sony, die dem puren Android nur sanft veränderte Oberflächen verpassen. Immerhin: Die Anzahl der unnötigen, von Samsung vorinstallierten Apps hält sich in Grenzen. Löschen lassen sie sich leider nicht, nur deaktivieren.

Von zentraler Bedeutung ist die Kamera. Samsung hat sich entschlossen, die sehr gute 16-Megapixel-Hauptkamera des S6 durch eine 12-Megapixel-Kamera zu ersetzen. Die Pixel sind dafür größer und können mehr Licht aufnehmen, was zusammen mit der f/1.7-Blende bessere Fotos bei schlechten Lichtverhältnissen ermöglichen soll.

Mein Kurztest der Kamera bestätigt das ziemlich eindrucksvoll. Das S7 macht in den dunkleren Ecken der Redaktion deutlich rauschärmere Bilder als das S6. Aber auch bei Außenaufnahmen wird das deutlich, die des S7 sind heller und etwas kontraststärker. Detaillierte Kameratests von spezialisierten Kollegen werde ich an dieser Stelle nachreichen.

Update: Hier ist ein ausführlicher Vergleich der Kameras von S7 und iPhone 6s Plus. Samsung gewinnt knapp.

In der Bedienung unterscheidet sich die Kamera des S7 kaum von der im S6. Mit Videocollage ist aber ein neuer Modus hinzugekommen. Nach wie vor enthalten ist der sogenannte Pro-Modus für manuelle Einstellungen.