360-Grad-Kameras bieten die Möglichkeit, mit einem Bild ein komplettes Rundum-Panorama der Umgebung aufzunehmen – was an vielen Orten zu interessanten Ergebnissen führt. Neben teuren Lösungen wie der Panono-Kamera gibt es neuerdings von Samsung eine günstige Rundumkamera: die Gear 360, die bei einem Preis von 350 Euro mehr als 1.000 Euro weniger als die Panono kostet.

Der Vorteil von Panoramen einer echten 360-Grad-Kamera wie der Gear 360 gegenüber einem aus zahlreichen Einzelfotos gestitchten Panorama ist, dass Bewegungen von Objekten im Bild nicht zu Bildfehlern führen. Zudem ist der Bequemlichkeits- und Schnelligkeitsfaktor zu berücksichtigen: Mit einer 360-Grad-Kamera macht der Nutzer einfach ein Bild, und fertig ist die Panorama-Aufnahme.

Bei früheren Panorama-Kameras wie der Ricoh Theta mussten wir die Bildqualität stark bemängeln. Die Gear 360 macht diesbezüglich einiges besser, zeigt aber, dass auch sie noch Luft nach oben hat. Golem.de hat die Kamera unter anderem in China ausprobiert.

Kugelkamera mit zwei Objektiven

Anders als die Ricoh Theta oder die 360 Cam von LG ist Samsungs Gear 360 kugelförmig. Die Größe liegt in etwa zwischen denen eines Golf- und eines Tennisballs. Panoramabilder und -videos werden aus zwei Bildern erstellt, die die Kamera gleichzeitig aufnimmt. Dafür hat sie zwei Fisheye-Objektive, die gegenüberliegend eingebaut sind. Im unteren Bereich ist die Gear 360 abgeflacht, so dass sie hingestellt werden kann, ohne wegzurollen. Hier ist auch ein Stativgewinde eingebaut; praktischerweise liefert Samsung gleich ein kleines Klappstativ mit, das zusammengelegt als Handgriff dient.

Von der Bedienung her ist die Gear 360 simpel: Nach dem Einschalten der Kamera wird über einen mit einem roten Punkt markierten Knopf an der Oberseite ein Foto geschossen oder ein Video gestartet. Zwischen den Betriebsmodi wird mit dem Menü-Button an der Seite der Kamera umgeschaltet, der über dem Einschalter sitzt. Zu den weiteren Betriebsmodi zählen eine Zeitraffer- und eine Video-Loop-Funktion. Hier werden neue Videoaufnahmen nach Ablauf eines vorbestimmten Intervalls wieder mit neuen Daten überschrieben.

Einige Einstellungen können direkt an der Kamera im Einstellungsmenü vorgenommen werden, etwa die Auswahl der verwendeten Objektive - wahlweise lässt sich die Gear 360 auch mit nur einer Linse als Actioncam verwenden. Weitaus bequemer und auch umfangreicher lässt sich die Kamera aber über die zugehörige App konfigurieren. Hier lassen sich die Bildqualität beziehungsweise Videoauflösung, der Weißabgleich, die Belichtungskorrektur und der HDR-Modus einstellen.

Praktische App, aber nur für Samsung-Smartphones

Mit der zugehörigen App lässt sich die Gear 360 auch vom Smartphone aus bedienen. Sie steht aktuell aber nur bestimmten Galaxy-Modellen zur Verfügung. © Martin Wolf / golem.de

Mit der Gear 360 lassen sich auch ohne ein über die App verbundenes Smartphone Fotos und Videos aufnehmen, die App ist aber dank eines Live-Suchers in vielen Situationen zur Kontrolle und als Fernauslöser praktisch. Zudem ist die App für die Zusammensetzung des aufgenommenen Bildmaterials zuständig: Nach der Übertragung auf das Smartphone erhalten wir ein fertig zusammengesetztes Foto oder Video, das direkt angeschaut oder geteilt werden kann. Videos können auch auf dem Smartphone geschnitten werden, was aktuell aber nicht über das Kürzen hinausgeht.

Aktuell ist die App nur für Galaxy-S6- und Galaxy-S7-Modelle verfügbar. Andere Smartphone-Besitzer können die Anwendung momentan noch nicht aus dem Play Store heraus installieren. Wie Samsung uns vor der Präsentation der Gear 360 erklärte, soll die Kompatibilität mit anderen Smartphones noch folgen; aktuell kann uns der Hersteller aber keinen Zeitrahmen dafür nennen. Dementsprechend ist die Panorama-Kamera momentan Galaxy-exklusiv.