Googles neuer smarter Lautsprecher Google Home © Beck Diefenbach/Reuters

Auf den ersten Blick fallen die runden App-Icons auf. Sie deuten an, dass die Pixel-Smartphones eine Version von Android 7.0 alias Nougat installiert haben, die kein anderes Gerät hat. Zu den exklusiven Funktionen gehören Shortcuts: Wer ein App-Icon gedrückt hält, bekommt eine Auswahl von beliebten Aktionen vorgeschlagen. Das erinnert stark an Apples 3-D-Touch, nur eben ohne druckempfindliches Display.

Wie schon die Nexus-Geräte werden die Pixel-Smartphones monatliche Sicherheitsupdates direkt von Google bekommen, während andere Android-Besitzer darauf angewiesen sind, dass Hersteller und Mobilfunkbetreiber zeitnah reagieren und die Updates verteilen.

Von zentraler Bedeutung – jedenfalls für Google – ist jedoch der tief integrierte Google Assistant. Der ist bisher nur im neuen Messenger Allo in Erscheinung getreten, wo er Antwortvorschläge auf bestimmte Nachrichten macht oder Suchvorschläge, die zum gerade ins Messengerfeld Getippten passen. In den Pixel-Smartphones ist er das zentrale Feature. 

Google Home gegen Amazons Alexa

Bisher gab es den Assistant nur auf Englisch, die ersten Tests in Allo sind zudem wenig überzeugend ausgefallen. Aber Google sei dabei, sich zu einem Machine-Learning-Unternehmen zu wandeln, sagt der Verantwortliche von Googles Abteilung für Künstliche Intelligenz. Der Google Assistant soll aus den Daten und Konversationen des Nutzers lernen, bis er ihm schließlich eine echte Hilfe sein kann. In den Worten von CEO Sundar Pichai: "Unser Ziel ist es, ein persönliches Google für jeden zu bauen".

Das soll der Google Assistant leisten, bis hin zur selbstständigen Reisebuchung unter Berücksichtigung der anstehenden Termine und denen der Familie, persönlichen Vorlieben und des zur Verfügung stehenden Budgets. Nicht nur in textbasierten Chats innerhalb von Allo, sondern auch sprachgesteuert. In Zukunft soll er sogar verschiedene Stimmen und Persönlichkeiten haben, kündigte Pichai an: "Wir fangen gerade erst an."

In den Pixel-Smartphones lässt sich der Assistant immerhin schon mit deutschen Sprachkommandos bedienen, er versteht dabei auch Akzente. Auf Wunsch spielt er "diesen Song von Künstler X aus dem Film Y" ab, gibt Restauranttipps und kann auch die Reservierung übernehmen und funktioniert auch innerhalb von Google Maps nahtlos. Google zeigte am Dienstag allerdings nur eine Demo, wo die Grenzen des Assistant im Moment sind, wird erst ein echter Praxistest zeigen.

Das zweite für den Assistant gemachte Gerät ist Google Home. Vorgestellt wurde der vernetzte, sprachgesteuerte Lautsprecher bereits auf der Entwicklerkonferenz I/O im Mai. Im November kommt er nun in den Handel und soll Amazons Echo Konkurrenz machen, allerdings vorerst nur in den USA. Mit einem um 50 Dollar niedrigeren Preis, einer Anbindung an andere Smart-Home-Geräte und natürlich einer nach Googles Meinung überlegenen künstlichen Intelligenz.

Google Home wie Amazon Echo und dessen virtuelle Assistentin Alexa verdeutlichen, wohin sich die Mensch-Maschine-Kommunikation entwickelt: weg von Tastaturen und Bildschirmen, hin zu Sprachein- und ausgaben. Für Google hat diese Entwicklung schwerwiegende Konsequenzen.