Er ist so gut geworden, dass sie ihm einen Namen geben mussten: Der Bildschirm des Samsung Galaxy S8 und S8 Plus heißt offiziell Infinity Display. Weil er den Eindruck erweckt, randlos zu sein, um nicht zu sagen: endlos. Ist er natürlich nicht, aber ein Smartphone, das zu den wichtigsten des Jahres zählt und nicht zuletzt das Debakel um verschmorte Akkus vergessen lassen soll, braucht den einen oder anderen Superlativ.

Wie praktisch alle technischen und sonstigen Details zu Samsungs neuem Topsmartphone war auch der Name Infinity vorab bekannt geworden, immerhin aber nur wenige Stunden vor der offiziellen Präsentation. Auf der konnte das Unternehmen am Mittwochabend deutscher Zeit eigentlich nur noch bestätigen, nicht mehr enthüllen.

Das Infinity Display des Galaxy S8 ist wirklich 5,8 Zoll groß, das des S8 Plus misst 6,2 Zoll in der Diagonalen. Bei Gehäuseabmessungen von 148,9 mal 68,1 mal 8 Millimetern beziehungsweise 159,5 mal 73,4 mal 8,1 Millimetern ist das sehr viel Displayfläche für vergleichsweise kompakte Maße.

Das S8 hat eine geradezu konservative Kameratechnik

Ungewöhnlich ist das Bildschirmformat 18,5:9. Für die parallele Nutzung zweier Apps im Splitscreenmodus kann es zumindest praktisch sein.

Die Auflösung beträgt in beiden Fällen 2.960 mal 1.440 Pixel, die Pixeldichte des kleineren S8 ist also etwas höher. Beim kurzen Ausprobieren hinterließ das Display einen hervorragenden Eindruck. An der Darstellungsqualität gibt es nichts auszusetzen und die geschwungene Form wirkt tatsächlich ein wenig futuristisch – eben nicht mehr wie die gewohnte ebene Glasplatte.

Physische Buttons hat das S8 auf der Vorderseite nicht. Der Fingerabdrucksensor ist wie befürchtet auf der Rückseite verbaut, direkt neben der Kameralinse und damit ein wenig zu weit oben. Sensor und Linse sind zudem glatt in die (nach IP68 wasser- und staubgeschützte) Aluminiumhülle eingelassen und relativ schwierig zu ertasten. Ein Infinity Unsinn. Das Entsperren über den Sensor ist anfangs ein wenig Glücks-, letztlich aber wohl einfach Übungssache. Wer allerdings häufig daneben greift, verschmiert im schlechtesten Fall die Linse.

Ja, die Linse. Singular. Das S8 hat keine Dualkamera, wie sie Huawei, LG und Apple anbieten. Auch neue Megapixelrekorde stellt Samsung nicht auf. Die Hauptkamera besteht aus einem Zwölf-Megapixel-Sensor mit einer Pixelgröße von 1,4 Mikrometern und einer F/1,7-Blende. Dazu kommen Phasenerkennung, ein Laserautofokus sowie ein optischer Bildstabilisator. Die Selfiekamera hat acht Megapixel, ebenfalls eine F/1,7-Blende und einen Autofokus.

[Witz über brennende Akkus bitte hier einfügen]

Das klingt geradezu konservativ, aber Samsung hat bisher mit die besten Kameras in Smartphones gehabt und wird einen angemessenen Aufwand betrieben haben, damit das auch so bleibt.

Zum Fingerabdrucksensor gibt es im Übrigen gleich zwei Alternativen: das Entsperren per Iris- oder per Gesichtserkennung, beides mithilfe der Frontkamera. Der Irisscanner kann auch genutzt werden, um sensible Daten in einem Ordner abzulegen, der sich nur öffnet, wenn der Besitzer erkannt wird.