Drohnen beziehungsweise Multikopter sind vielleicht nicht mehr ganz so aufregend wie noch vor einigen Jahren. Beliebt sind sie aber weiterhin, sei es unter Hobbyfliegern oder zunehmend auch in Unternehmen, die sie für verschiedenste Anwendungsmöglichkeiten entdecken. Angesichts ihrer leichten Verfügbarkeit und Plänen von Firmen wie DHL oder Amazon, eines Tages Pakete per Drohne auszuliefern, beschäftigen die unbemannten Flugkörper seit einiger Zeit auch die Politik.

Am vergangenen Freitag ist die neue Drohnenverordnung des Verkehrsministeriums in Kraft getreten. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte den Entwurf vorgelegt, um einerseits für mehr Sicherheit im Luftraum zu sorgen und andererseits "der Zukunftstechnologie neue Chancen zu eröffnen". Im Oktober werden die Richtlinien dann noch einmal verschärft. Schon jetzt sollten private wie gewerbliche Besitzer einen Blick darauf werfen, um die Vorgaben bis spätestens dann zu erfüllen. Ein Flyer (kein Wortspiel, heißt wirklich so) des Ministeriums fasst die wichtigsten Änderungen zusammen, wir erklären sie im Detail:

Wer benötigt eine Kennzeichnungspflicht?

Wer eine Drohne mit mehr als 250 Gramm Gewicht betreibt, und darunter dürften die meisten Quadrokopter fallen, muss diese kennzeichnen, damit im Fall eines Unfalls der Besitzer ermittelt werden kann. Das bedeutet, auf dem Flugkörper müssen ein Name und eine Anschrift stehen, selbst beim Betrieb auf Modellfluggeländen. Dabei reicht es nicht, diese Informationen einfach auf ein Stück Krepppapier zu kritzeln und aufzukleben. Die Kennzeichnung muss in "dauerhafter und feuerfester Beschriftung" geschehen. Möglich ist das etwa mit einer gravierten Aluminium-Plakette, die es in Fachgeschäften gibt. Bis Oktober haben Piloten übergangsweise Zeit, diese Information anzubringen.

Wer benötigt einen Kenntnisnachweis?

Für größere und professionell einsetzbare Drohnen gibt es weitere Auflagen. Ab zwei Kilogramm Startgewicht benötigen die Besitzer einen sogenannten Kenntnis- oder Flugkundenachweis. Dieser kommt dem Drohnenführerschein schon recht nahe, denn er wird entweder vom Luftfahrt-Bundesamt oder einem Luftsportverband erteilt. Und zwar dann, wenn die Piloten nachweisen können, dass sie mit den Regeln des Luftverkehrs vertraut sind. Wer bereits eine Pilotenlizenz besitzt, benötigt keinen zusätzlichen Kenntnisnachweis. Und auch für den Betrieb von Drohnen auf Modellfluggeländen ist er nicht erforderlich.

Wer benötigt eine Erlaubnispflicht?

Die höchsten Auflagen gelten für Drohnen ab fünf Kilogramm Startgewicht. Sie benötigen nämlich eine Aufstiegsgenehmigung der jeweiligen Landesluftbehörde. Eine Ausnahmeerlaubnis ist darüber hinaus für Flüge in einer Höhe von mehr als 100 Metern notwendig. Die meisten Privatnutzer dürften diese Auflagen ohnehin nicht betreffen. Wichtig aber ist: Außerhalb der Sichtweite ihrer Piloten dürfen Drohnen nur mit Genehmigung geflogen werden.

Wo darf ich nicht fliegen?

Hier hat sich praktisch nichts verändert zu den vorherigen Regeln: Der Einsatz über und in der Nähe von Bundes- und Landesbehörden, Verfassungsorganen, Flugplätzen, Industrieanlagen (inklusive Umspannwerken), Gefängnissen und Naturschutzgebieten ist und bleibt verboten. Dazu kommen Menschenansammlungen (zum Beispiel Konzerte oder Demonstrationen), die Einsatzorte von Rettungskräften sowie Fernstraßen und Bahnanlagen – hier muss ein Abstand von mindestens 100 Metern gewährt werden. Weil nicht immer klar ist, wo sich welche Institutionen befinden, will das Hamburger Unternehmen FlyNex mit map2fly eine interaktive Karte erstellen, die Lufträume und mögliche Hindernisse an einem bestimmten Ort auflistet.