Als Kind habe ich gerne mit Lego gespielt. Dinge, die ich zusammenstecken kann, damit daraus etwas Neues wird, finde ich immer noch faszinierend. Also auch die Smartphones aus Motorolas Z-Reihe. Die sind jetzt in der zweiten Generation: Im August kommt zunächst das Motorola Moto Z2 Play in Deutschland auf den Markt, für 520 Euro. Viel Geld für ein außergewöhnliches Smartphone, das es einem nicht immer leicht macht, es zu mögen.

Einerseits setzt Motorola das modulare Prinzip konsequenter um als alle anderen. Erweiterungen, sogenannte Mods, wie die zum drahtlosen Aufladen (49 Euro), der Zusatzakku (69 Euro), die Hasselblad-Kamera (300 Euro) oder der Beamer (350 Euro) werden einfach an die Metallkontakte des Smartphones gesteckt – fertig. Einfacher geht's nicht. Dass Motorola mit der zweiten Generation der Modul-Phones beweist, dass es – anders als LG – an das Prinzip glaubt, ist erfreulich.

Ein erstes Modul liegt dem Z2 Play auch gleich bei, ein Lautsprecher von JBL. Dieser Soundboost 2 würde einzeln 100 Euro kosten, ist spritzwassergeschützt und hat einen eigenen Akku. Die Klangqualität geht für eine nur 14 Millimeter dicke Box absolut in Ordnung, ordentlich laut ist sie auch, und das Andocken ist deutlich unkomplizierter als das Pairing des Smartphones mit einem Bluetooth-Lautsprecher. So weit, so okay.

Andererseits hat das Z2 Play ein paar Eigenheiten, die mich nerven. Angefangen beim Äußeren. Deutlich dünner und leichter als der Vorgänger sei es geworden, freut man sich bei Motorola. Stimmt ja auch, mit knapp sechs Millimetern ist das Alugehäuse wirklich sehr flach. Wenn da nicht weiterhin dieser riesige Kamerabuckel wäre, der auch schon das Vorgängermodell und das teurere Moto Z verhunzt hat. Kreisrund, fast zwei Zentimeter im Durchmesser und mehr als zwei Millimeter hoch. Beim Anblick dieses Ungetüms muss ich immer an Austin Powers denken:

Ohne Style Shells ist das Z2 Play ziemlich hässlich. Wer das genauso sieht, muss gleich noch mal 20 Euro für eine der offiziellen Abdeckungen für die Gehäuserückseite ausgeben. Ratsam ist das ohnehin, denn diese schützen die Kontakte für die Mods vor Staub und Kratzern. Dass im Lieferumfang des Smartphones keine enthalten ist, finde ich enttäuschend.

Die zweite Folge des dünnen Gehäuses: Es ist kein Platz mehr für den riesigen Akku des Vorgängermodells, der im Test der Kollegen von golem.de eine Rekordlaufzeit erreichte. Stattdessen steckt im Z2 Play ein gewöhnlicher 3.000-Milliamperestunden-Akku. Aus 18 Stunden Dauerwiedergabe eines Full-HD-Videos bei maximaler Displayhelligkeit sind dadurch trotz des moderneren Prozessors in meinem Test nur noch knappe 11 Stunden geworden. Kein schlechter Wert, aber eben auch nicht mehr einmalig. Anders ausgedrückt: Das Z Play konnte man durchaus mal drei Tage lange benutzen, ohne es aufzuladen. Das Z2 Play muss spätestens nach dem zweiten Tag an die Steckdose.

Das Motorola Moto Z2 Play ohne Abdeckung © Patrick Beuth / ZEIT ONLINE

Abhilfe schafft natürlich das TurboPower Pack genannte Mod für 69 Euro. Der 6,5 Millimeter flache Zusatzakku wird auf die Rückseite gesteckt und sollte das Z2 Play gut und gerne über einen weiteren Tag bringen. Praktischer als eine Powerbank, die am Ende eines USB-Kabels baumelt, ist das Aufsteck-Mod auch. Ich hätte es zwar als beigefügtes Mod besser gefunden als den JBL-Lautsprecher. Aber Motorola braucht natürlich attraktive Mods, die nur einzeln erhältlich sind, um sein Konzept aufzuwerten.

Statt der vom Vorgänger gewohnten 16-Megapixel-Kamera steckt im Z2 Play eine mit 12 Megapixeln. Das muss aber kein Nachteil sein. Mein Eindruck ist, dass sie in natürlichem wie künstlichem Licht kontraststarke, scharfe und nur tendenziell etwas dunkle Aufnahmen macht. Nicht so gute wie ein Samsung Galaxy S8, aber absolut brauchbar. Auch bei schlechten Lichtverhältnissen liefert sie eine gute Bildqualität. Meine Eindrücke decken sich mit denen anderer Tester.