"Alexa, ist das nicht ganz schön kompliziert"? Auf diese Frage hat Amazons digitale Sprachassistentin keine Antwort, aber stellen kann man sie schon. Am Mittwochabend präsentierte Amazon in Seattle gleich mehrere neue Versionen seines vernetzten Echo-Lautsprechers, in denen Alexa integriert ist. Die Käufer könnte das Angebot von nunmehr sechs Geräten verwirren. Für Amazon ist es aber Strategie: Bald soll es wirklich in jedem Zimmer einen Echo geben, der mit Alexa läuft.

Die größte Neuheit des Abends war der kleine, halbrunde Echo Spot, der an einen Radiowecker erinnert – allerdings mit einem kleinen 2,5 Zoll Display. Darauf können sich Besitzer Nachrichten, den Wetterbericht oder auch das Bild von Überwachungskameras anzeigen lassen sowie Smart-Home-Geräte über Alexa steuern. Auch Videotelefonate sind möglich – auf der Vorderseite befindet sich eine kleine Kamera. Der Echo Spot soll im Dezember zunächst in den USA, später dann in Deutschland verfügbar sein und 130 US-Dollar (umgerechnet derzeit etwa 110 Euro) kosten.

Anders als der ursprüngliche Echo, den Amazon vor zwei Jahren erstmals vorstellte, ist der Echo Spot nur bedingt zum Musikabspielen geeignet. Er kann das zwar, aber durch die kleine Größe sei die Soundqualität eingeschränkt, schreiben erste Tester. Er kann aber über Bluetooth oder einen Klinkenstecker an andere Lautsprechern oder eine Anlage angeschlossen werden. Statt für das Wohnzimmer soll der Spot der Lautsprecher für den Schreibtisch oder das Schlafzimmer sein.

Echo Spot © Amazon

Echo Show und Anrufe kommen nach Deutschland

Der Echo Spot ist der kleine Bruder des Echo Show. Den hatte Amazon schon vor einigen Monaten herausgebracht, aber nun ist er auch außerhalb der USA erhältlich, unter anderem in Deutschland. Der kantige Lautsprecher mit Sieben-Zoll-Display wird hierzulande 220 Euro kosten und ist damit der teuerste der Serie. Mit ihm lassen sich auch Videos abspielen, allerdings blockiert YouTube seit dieser Woche die Unterstützung. Amazon kündigte an, das Problem mit Google lösen zu wollen.

Ein Verkaufsargument ist die Videotelefonie. So können sich zum einen Nutzer zweier Echo Shows (oder Spots) über Alexa miteinander verbinden. Das funktioniert auch innerhalb eines Haushalts. Zum anderen ist es auch möglich, Bekannte auf ihrem Smartphone per Video anzurufen sofern diese die Alexa-App installiert haben.

Apropos Anrufe: Generell können Nutzer aus Deutschland nun über alle Alexa-fähigen Geräte telefonieren oder Textnachrichten schreiben. Bislang gab es die Funktion hierzulande nicht. Wer also bereits einen Echo-Lautsprecher zu Hause hat, kann demnächst sagen: "Alexa, ruf meinen Bruder an" und wird dann über das Internet mit der Person verbunden. Oder man diktiert Alexa eine Textnachricht, die dann bei den Empfängern in der App angezeigt wird. Das macht Alexa nicht nur zur bloßen Assistentin, sondern praktisch zum Kommunikationsmittel selbst.

Damit Echo nicht nur Internet-, sondern auch Festnetztelefonie unterstützt, also etwa Anrufe auf die Festnetznummer zu Hause annehmen kann, bietet Amazon Echo Connect an. Die kleine Box wird an die Telefonbuchse angeschlossen, über WLAN verbindet sie sich mit den Echo-Lautsprechern im Haushalt und funktioniert als Freisprechanlage. Connect soll im Dezember in den USA auf den Markt kommen, Anfang nächsten Jahres dann in Deutschland erhältlich sein und wird wohl ungefähr 35 Euro kosten.