Kalifornien - Apple stellt neues iPhone X vor Das iPhone X hat ein randloses Display und kann entsperrt werden, indem man es anschaut. Doch Apple lässt sich die Neuheit teuer bezahlen. © Foto: Marcio Jose Sanchez/AP/dpa

Bob Dylans Subterranean Homesick Blues aus dem Jahr 1965 schallt durch das unterirdische Auditorium, kurz bevor die Show beginnt. Es ist ein kurzer anachronistischer Moment im Steve Jobs Theater, diesem Tempel der Technik, den Apple auf einem Hügel neben seinem gigantischen neuen Hauptquartier in Cupertino errichtet hat. Denn hier geht es am Dienstag um das iPhone X, um Apples Zukunft und, wie CEO Tim Cook sagt, die Zukunft des Smartphones.

Bevor Apples X-Men das Gerät vorstellen, wird der Saal abgedunkelt und die Stimme von Steve Jobs ertönt vom Band. Der 2011 verstorbene Apple-Mitgründer spricht in der Aufnahme über Geschenke an die Menschheit. Wobei er Geschenke natürlich im Apple-Sinn gemeint haben dürfte, also mit ungefähr 60 Prozent Gewinnmarge für das Unternehmen.

"Es war nur passend, dass Steve sein Theater eröffnet", sagt Cook, als er dann auf die Bühne kommt. "Wir widmen ihm dieses Theater, denn wir haben ihn geliebt und er hat Tage wie diesen geliebt."

Nach den warmen Worten spricht Cook nicht etwa über die Trump-Regierung und das Ende des Daca-Programms für Migranten, die als Kinder ohne Papiere in die USA eingereist waren – obwohl mehrere Hundert dieser sogenannten Dreamer bei Apple arbeiten. Stattdessen bittet er um Spenden für die Opfer der Naturkatastrophen in Houston und Florida.

Apple Watch Series 3

Das erste Produkt, das Apple zeigt, ist wie erwartet eine aktualisierte Apple Watch namens Series 3, mit eingebautem Mobilfunkmodul. Deren Nutzer können also das iPhone zu Hause oder in der Umkleidekabine lassen, wenn sie zum Sport gehen. Sie sind währenddessen unter ihrer gewohnten Telefonnummer erreichbar, können SMS empfangen oder Gespräche führen, zum Beispiel beim Stand-up-Paddeln auf einem See in der Nähe von Cupertino, wie Apple demonstrierte. Man muss die Uhr dabei nicht einmal besonders nah an den Mund führen, ihr Mikrofon sei gut genug.

Navigation ohne iPhone wird auf diese Weise ebenfalls möglich. Und man kann über Apple Music 40 Millionen Songs auf die verbundenen AirPods streamen, bei Bedarf mithilfe von Sprachkommandos an Siri.

Das Display bildet gleichzeitig die Antenne, die integrierte eSIM-Karte ist winzig. Deshalb ist die Uhr nicht größer als bisher, nur minimal dicker. In Deutschland starten die Preise ab 449 Euro, erhältlich ist sie zunächst nur für Telekom-Kunden. Die Vorbestellung ist ab dem 15. September möglich, ausgeliefert wird die Series 3 ab dem 22. September.

Apple TV 4K

Danach geht es um Apple TV. Die Box bekommt – ebenfalls wie vorausgesagt – 4K-, HDR- und Dolby-Vision-Unterstützung. Apple TV 4K heißt das Gerät folgerichtig. Der Schritt war überfällig, weil Konkurrenzgeräte wie Amazons Fire TV zum Teil schon seit einem Jahr 4K unterstützen. Erhältlich wird das Gerät ebenfalls ab dem 22. September sein, je nach Speichergröße für 199 oder 219 Euro.