Der Rechtsstreit zwischen dem Chipkonzern Qualcomm und Apple geht in die nächste Runde: Qualcomm reichte gegen Apple in der Volksrepublik China Klage wegen angeblicher Patentverletzung ein, wie das US-Unternehmen am Freitag mitteilte. Man wolle dem IT-Konzern Apple mittels gerichtlicher Verfügung untersagen, in China iPhones zu produzieren und zu verkaufen.

Apple teilte mit, dass der Konzern immer bereit gewesen sei, faire und angemessene Gebühren für Patentnutzungen zu zahlen. Im Sommer zog Qualcomm in seinem Streit mit Apple auch in Deutschland vor Gericht. In Mannheim und München seien Klagen mit dem Vorwurf der Verletzung jeweils eines Patents eingereicht worden. Zuvor hatte Qualcomm bereits in den USA geklagt. Dort will das Unternehmen Apple dazu bringen, den Import von iPhones mit Chips des Konkurrenten Intel zu stoppen.

Das Lizenzgeschäft für Mobilfunkpatente ist der gewinnträchtigste Konzernbereich von Qualcomm. Dem Chip-Hersteller setzt aber nicht nur der Abschwung auf dem Smartphone-Markt zu. Er steht damit auch rund um den Globus im Visier der Wettbewerbshüter. Im Februar 2015 zahlte der Konzern eine Strafe über 975 Millionen Dollar in China. Vor einem Jahr erhob zudem die EU-Kommission den Vorwurf des Missbrauchs einer marktbeherrschenden Position.