"Hardware ist hart", lautet ein Spruch in der Technikbranche. Und kaum ein Hardwaremarkt ist so hart wie der mit Smartphones. Während Apple, Samsung und Huawei das weltweite Geschäft dominieren, ist es für andere Hersteller schwieriger denn je, ein profitables Smartphonegeschäft aufzubauen.

Google versucht es trotzdem. Am heutigen Mittwoch hat das Unternehmen sowohl die zweite Generation seiner Pixel-Smartphones als auch neue smarte Lautsprecher und Laptops vorgestellt. Wie CEO Sundar Pichai zu Beginn der Vorstellung in San Francisco sagte, sei das Unternehmen mit der Entwicklung seiner Hardware seit dem vergangenen Jahr – von Google Pixel über Chromecast und Google WiFi – sehr zufrieden und wolle diese Strategie weiterverfolgen.

Vor wenigen Wochen übernahm Google zudem die Smartphone-Sparte des schwächelnden Herstellers HTC für 1,1 Milliarden US-Dollar. Deren rund 2.000 Mitarbeiter sollen künftig Smartphones entwickeln, die nicht nur von Google bei bekannten Herstellern in Auftrag gegeben werden. Sondern offiziell von Google gebaut sind.

Pixel 2 und Pixel 2 XL

Ein Vorteil der Übernahme von HTC: Der Hersteller hatte bereits Kontakte zu Google. So kamen die Pixel-Smartphones aus dem vergangenen Jahr von HTC. Mit dem Pixel 2 setzt sich die Zusammenarbeit fort. Dabei folgt es den Branchentrends: Das Fünf-Zoll-Display nimmt nun mehr Platz ein, dafür ist der Rahmen schmaler geworden. Im Vergleich zu Samsungs Galaxy S8 oder dem kommenden iPhone X aber sind oben und unten noch etwas größere Ränder erkennbar.

Das größere Pixel 2 XL dagegen ist in Kooperation mit LG entstanden. Mit seinem sechs Zoll großen Display bei einer Auflösung von 2.880 mal 1.440 Pixeln ist es eine Alternative im sogenannten Phablet-Markt und steht damit in Konkurrenz zu Samsungs Galaxy Note 8, Huaweis kommendem Mate 10 oder dem iPhone 8S.

Die Rückseite bleibt … Geschmackssache. © Stephen Lam/Reuters

Was die Technik angeht, befinden sich beide Modell auf dem aktuellen Stand. Beide laufen mit dem aktuellen Snapdragon 835 Prozessor und verfügen über vier Gigabyte Arbeitsspeicher und wahlweise 64 oder 128 Gigabyte Flashspeicher. Einzig die Kopfhörerbuchse müssen die Käufer vergeblich suchen: Obwohl Google im vergangenen Jahr noch über Apples Entscheidung, keine Klinkenbuchse mehr ins iPhone zu bauen, gespottet hat, hat sich das Unternehmen nun auch diesem Trend gebeugt. Dafür gibt es Stereolautsprecher für mutmaßlich besseren Sound.

Beide Modelle werden mit dem aktuellen Android 8.0 (Oreo) ausgeliefert. Die Käufer bekommen künftige Updates am schnellsten, verspricht Google. Wie schon Leaks in den vergangenen Tagen gezeigt haben, wurde der Startbildschirm überarbeitet: Die Googlesuche, die das Unternehmen auf seinen eigenen Smartphones natürlich prominent platziert, ist jetzt am unteren Bildschirmrand. Am oberen Rand können Nutzer ein Widget anzeigen lassen, dass ihnen kontextbasierte Informationen wie Kalendereinträge oder die Verkehrslage zeigt.