Sie haben den Datenschutz auf die Spitze getrieben und nennen sich "Cypherpunks" - oder Krypto-Rebellen, Krypto-Anarchisten, Krypto-Aktivisten. Ihr Traum ist der völlig unbelauschte Austausch von Informationen, ein gesetzesloser Cyberspace. Doch das sollte nur der Anfang sein. Der Sturz der Steuerbehörden, eine machtlose Polizei, das Ende der Nationalstaaten sollten folgen. Anfang der 90er Jahre begann der Kult mit einem Manifest: Die Gründungserklärung der Cypherpunks schrieb Eric Hughes http://www.activism.net/cypherpunk/manifesto.html .

Ähnliche Grundsatzerklärungen verfassten der Physiker und Internetmillionär Tim May http://www.activism.net/cypherpunk/crypto-anarchy.html .
und - ein paar Jahre später - der ehemalige Grateful Dead-Sänger John Perry Barlow http://www.eff.org/~barlow/Declaration-Final.html .

Doch die eigentliche Arbeit der Cypherpunks - das Schreiben von Programmen für diese utopische Parallelwelt im Cyberspace - dreht sich bis heute um eine anonyme Mailingliste der Cypherpunks im Internet. Etliche Institute und private Anbieter haben inzwischen Archive dieser Nachrichten bereitgestellt und geben Informationen zur Aufnahme in den Verteiler. Siehe zum Beispiel: http://archives.abditum.com/cypherpunks/ , http://www.csua.berkeley.edu/cypherpunks/Home.html ,
https://www.cypherpunks.to/ .

Einen guten Überblick über die Szene und alte wie neue Cypherpunk-Debatten bietet die Webseite von Vince Cate - eines Hackers und Cypherpunk, der sich vor ein paar Jahren nach Anguilla abgesetzt hat und am idyllischen Palmenstrand seine Server aufgestellt hat. Vince Cates Cypherpunk-Informationsseite ist hier: http://online.offshore.com.ai/security/ .
Mit den ökonomischen Aspekten hat sich zum Beispiel der kalifornische Wirtschaftswissenschaftler Hal Varian auseinandergesetzt http://www.sims.berkeley.edu/resources/infoecon/Commerce.html .

Wer selber ein paar Dienste der Kryptographengemeinde in Anspruch nehmen will, kann am einfachsten mit so genannten anonymen Remailern beginnen. http://www.stack.nl/~galactus/remailers/index-cpunk.html
bietet Informationen für den Einstieg, und hier http://anon.efga.org/Remailers/TypeIList  stehen ein paar aktuelle anonyme Mailserver. Einfach zu benutzen und ebenfalls geheim sind verschlüsselte Cypherpunk-Mailboxen wie www.mailvault.com .


Wer sich gut mit Computern auskennt, kann sich an das anonyme Surfen wagen: Entweder mit kommerziellen Diensten wie www.anonymizer.com oder von Hand über so genannte Proxys, für Experten gibt es hier mehr Informationen zum Beispiel unter: http://webveil.com/matrix.html .
Eine recht praktische Anwendung - die aber bei copyright-geschützter Musik illegal sein kann - von Cypherpunk-Technologien ist das anonyme Filesharing im Internet. Systeme wie http://www.blubster.com/ werben mit kompletter Anonymität beim Datentausch.

Doch beim letzten "Tipp" merkt man es schon: Nicht alles auf den Listen der Cypherpunks ist zur Nachahmung zu empfehlen, und etliches ist illegal. Siehe zum Beispiel http://www.wired.com/news/politics/0,1283,42860,00.html .

Eine Reihe von Cypherpunks ist an der politischen Denkfabrik Electronic Frontier Foundation www.eff.org beteiligt; die EFF hat in der Vergangenheit auch erstklassige Anwälte gestellt und Datenschutz- und Bürgerrechtsverstöße vor Gericht gebracht. Inzwischen haben sich Institute und Denkfabriken mit Themen auseinandergesetzt, die die Cypherpunks erstmals in die Debatte gebracht haben. Siehe zum Beispiel: http://qsilver.queensu.ca/sociology/Surveillance/intro.htm , http://cyber.law.harvard.edu/home/ ,
http://cyberlaw.stanford.edu/
oder
http://www.aclu.org/ oder http://www.cdt.org/ .