Als Mädchen bekamen viele Berber-Nomadinnen der Chaouia aus der nordalgerischen Gebirgsregion Aurès Zeichen unter die Haut gestochen, die ihren Lebensweg beeinflussen sollten: Ein Stern stand für Gerechtigkeit und Wahrheit, ein Quadrat für Häuslichkeit und Harmonie in der Familie. Seit der Islam als Staatsreligion festgeschrieben wurde, bereuen viele der Frauen ihre Tattoos – sie gelten nach strenger Auslegung als Sünde: Menschen sollen das Werk Allahs, zu dem auch der Körper zählt, nicht verschandeln. Zohra Bensemra hat einige Berberfrauen fotografiert.