Nach Kanada

Klar im Vorteil sind Sie, wenn Sie einen nahen Verwandten oder Lebensgefährten haben, der bereits in Kanada lebt. Bürgt ein permanent resident für Sie, stehen die Chancen gut, dass Sie eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung bekommen. Voraussetzung ist, dass der Bürge belegt, Sie finanziell versorgen zu können.

Ein anderer Weg nach Kanada führt über das Skilled Migration Visa. Sie erhalten es, wenn die Einwanderungsbehörde der Meinung ist, dass die kanadische Volkswirtschaft von Ihren beruflichen Fähigkeiten profitiert. Mithilfe eines Punktesystems sollen die richtigen Kandidaten herausgefiltert werden. Gefragt wird unter anderem nach Ausbildung, Sprachkenntnissen und Arbeitserfahrung. Außerdem gibt es eine Liste mit 24 Berufen, die derzeit in Kanada gefragt sind, sie reicht vom Luft- und Raumfahrtingenieur bis zum Physiotherapeuten. Wenn Sie keinen dieser Berufe ausüben, müssen Sie ein Jobangebot in Kanada nachweisen.

Oder Sie bringen mindestens 200.000 Euro Kapital mit und sind Manager oder Geschäftsführer eines Unternehmens. In dem Fall können Sie sich für ein Investorenvisum beziehungsweise Entrepreneur Visa bewerben.


Nach Neuseeland

Das Punktesystem, mit dem Neuseeland potenzielle Einwanderer aussiebt, ist relativ komplex. Es gibt Berater, die sich darauf spezialisiert haben, Ihnen beim Ausfüllen der Formulare zu helfen. Haben Sie vor, sich auf der dünn besiedelten Südinsel (obwohl sie größer ist, leben hier weniger als ein Viertel der Neuseeländer) niederzulassen, sollten Sie es etwas leichter haben.

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Sie sind hochqualifiziert und nicht älter als 35? Dann bewerben Sie sich für das sogenannte Silver Fern Visa, das 300 ausgewählte Personen pro Jahr bekommen. Mit dem Visa haben Sie neun Monate Zeit, um sich vor Ort einen Job suchen, der Ihrer Qualifikation entspricht. Stellt man Sie langfristig an, haben Sie Anrecht auf das Skilled Migrant Visa und können bleiben, so lange Sie wollen.

Sie haben eine Gründungsidee und sind der Meinung, dass Neuseeländer davon profitieren? Für das Entrepreneur Visa müssen Sie nur die Einwanderungsbehörden von Ihrem Businessplan überzeugen. Wer schon ein Unternehmen hat, das er nach Neuseeland verlegen möchte und diesen Schritt gut begründen kann, hat auch die Chance auf ein Visum. Neue Arbeitsplätze sind immer willkommen.

In die Schweiz

Sind Sie deutscher Staatsbürger brauchen Sie nur einen Personalausweis oder Reisepass, um in die Schweiz zu reisen. Aufgrund des Freizügigkeitsabkommens innerhalb Europas haben Sie grundsätzlich auch ein Anrecht auf Aufenthaltsbewilligung, die Sie gleichzeitig dazu berechtigt, in der Schweiz zu arbeiten. Pro Kalenderjahr dürfen Sie bis zu 90 Tage bewilligungsfrei arbeiten, müssen dies aber melden. Und zwar bis spätestens acht Tage vor Arbeitsbeginn per Onlineformular beim Bundesamt für Migration.

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Sind Sie ein Grenzgänger – das heißt Sie leben in Deutschland, arbeiten aber in der Schweiz –, bekommen Sie eine Sonderbescheinigung für die Dauer Ihrer Beschäftigung. Der deutsche Führerschein gilt ein Jahr lang. Vor Ablauf der Frist sollten Sie den Schweizer Führerschein beim Straßenverkehrsamt im jeweiligen Kanton beantragen.

Nach Brasilien

Sie sind Rentner und wollen ihre arbeitsfreien Jahre am Strand verbringen? Wenn Sie nachweisen, dass monatlich mindestens 6.000 Reais (knapp 1.660 Euro) auf ihr Konto überwiesen werden, bekommen sie eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung. Angehörige können ein Dauervisum zwecks Familienzusammenführung beantragen, wenn der Rentner über zusätzliche 2.000 Reais pro Familienmitglied verfügt.

Auch als Unternehmer können Sie sich den Weg nach Brasilien erkaufen. Gründer, Geschäftsführer und Vorstände sowie Selbstständige erhalten ein Visum, wenn sie mindestens 600.000 Reais (ca. 225.000 Euro) in das Land investieren. Schaffen Sie innerhalb von zwei Jahren mindestens 10 neue Arbeitsplätze, müssen Sie nur 150.000 Reais (ca. 42.100 Euro) mitbringen.

Will ein Brasilianer seinen Ehepartner ins Land holen, verlangt das Konsulat eine Heiratsurkunde und eine Erklärung zur Unterhaltsverpflichtung.

In die USA

Um in die USA auszuwandern brauchen Sie eine sogenannte Greencard; ein Visum, das unbeschränkten Aufenthalt gewährt. Die einfachste Möglichkeit an eine Greencard zu kommen, ist einen US-Staatsbürger zu heiraten. Sie sollten es aber ernst meinen, denn die Einwanderungsbehörde hat Übung darin, Scheinehen zu erkennen. Ist die Beziehung echt, bekommen Sie das Visum nach einem Jahr.

Sie wollen nicht heiraten, sind aber außerordentlich talentiert? Dann können Sie auf ein National Interest Waiver hoffen. Diese Urkunde bekommen Zuwanderer, denen die Behörden zutrauen, den Vereinigten Staaten von Vorteil zu sein. Unter diese Kategorie fallen unter anderem: hervorragende Hochschullehrer, Forscher mit internationalem Renomee, erfahrene Manager, herausragende Künstler und Sportler. 

Eine Hürde, die auch hochqualifizierte Einwanderer nehmen müssen ist die obligatorische Labor Certification, die das Arbeitsministerium ausstellt. Um das Zertifikat kümmern nicht Sie sich, sondern Ihr Arbeitgeber. Er muss nachweisen, dass er keinen US-Bürger findet, der den Job anstelle des Einwanderers machen kann oder will. Oft inseriert der Arbeitgeber die Stelle auf dem lokalen Arbeitsmarkt, wo er keinen geeigneten Kandidaten findet. In den meisten Fällen genügt das als Nachweis.

Wer genug Geld auf dem Konto hat, kann eine halbe Million Dollar an ein von der Einwanderungsbehörde anerkanntes Regional Center spenden und sich in dem entsprechenden Bundesstaat niederlassen.

Sind das alles keine Optionen für Sie, müssen Sie auf Glück hoffen. Jedes Jahr verlost die US-Regierung 55.000 Greencards. An dieser Lotterie können Sie direkt teilnehmen oder sich an eine Agentur wenden, die sich darauf spezialisiert hat.

Nach Schweden

Bis vor Kurzem mussten sich EU-Bürger beim Migrationsamt anmelden, wenn sie länger als drei Monate in Schweden bleiben wollten. Das ist nicht mehr nötig.

Ziehen Sie nach Schweden, wenden Sie sich ans Finanzamt, schwedisch Skatteverket. Dort nimmt man Sie mit ihrer Adresse ins zentrale Melderegister auf. Erst danach können Sie ihre Personennummer beantragen, die Sie brauchen, um in Schweden zu arbeiten. Die Nummer ist zehnstellig und beinhaltet ihr Geburtsdatum, die ausstellende Behörde ist auch hier das Finanzamt.

Medizinisches Fachpersonal ist gefragt in Schweden, vom Chirurg bis zum Pfleger. Ausgebildete Handwerker sollten ebenfalls nicht lange nach einem Job suchen müssen, egal ob Maurer, Klempner oder Trockenbauer.

Sie haben schon ein Jobangebot? Wenn Sie wissen wollen, ob ihr potenzieller Arbeitgeber Sie gut oder schlecht bezahlt, hilft auch hier das Skatteverket. Dort können Sie einfach anrufen und fragen, was Kollegen oder Nachbarn verdienen. Bei den Gehältern seiner Landsleute setzt Schweden auf maximale Transparenz. Nur der König muss seine Einkünfte nicht offenlegen.

Auf die Karibikinsel Barbuda

Arbeitserlaubnis? Sie müssen nicht mehr arbeiten, schon vergessen?