Ein Bild aus Zeiten vor den Benimmregeln: Ein Tourist schläft neben leeren Bierflaschen am Strand von S'Arenal (im Juni 2013). © Julian Stratenschulte/dpa

Die Stadtverwaltung von Palma de Mallorca startet einen neuen Versuch, Saufgelage am Strand rund um den Ballermann zu verbieten. Mehrere Gebiete der Gemeinde würden zu "Interventionszonen im Kampf gegen öffentliche Saufgelage" erklärt, teilte die sozialistische Stadtverwaltung mit. Der entsprechende Beschluss solle auf einer Sondersitzung des Gemeinderats von Palma gebilligt werden.

In den betroffenen Abschnitten der Platja sowie in anderen Bereichen wie El Jonquet oder Paseo Marítimo sollen Trinkgelage auf offener Straße verboten werden. Geschäfte und Automaten dürften außerdem zwischen Mitternacht und 8 Uhr morgens keinen Alkohol mehr verkaufen. Wer sich nicht daran halte, müsse eine Geldbuße von bis zu 3.000 Euro bezahlen.

Die Regelung soll nach der Billigung mit sofortiger Wirkung in Kraft treten. Geldbußen würden aber voraussichtlich erst ab April fällig, teilte ein Sprecher der Stadtverwaltung mit. Bis dahin wolle die Verwaltung Hinweisschilder aufstellen.

Die inzwischen abgewählte konservative Stadtregierung hatte im Juni 2014 bereits einen ersten Versuch gestartet, um exzessives Feiern am Ballermann zu unterbinden. Die damals verabschiedete "Verordnung für zivilisiertes Miteinander" legte in 113 Artikeln fest, was in der Stadt Palma de Mallorca und an den Stränden nicht erlaubt ist, darunter Vergehen wie das Tragen von Bikini oder Badehose auf offener Straße, Mitbringen von Glasflaschen an den Strand, sich selbst oder Kleider in Brunnen oder Seen zu waschen und Saufgelage.  

Anfang Februar hat das Obere Gericht der Balearen diese Verordnung für ungültig erklärt. Ein Anwohnerverband hatte geklagt, weil der Katalog ihre Grundrechte zu stark einschränkte. Der Richter gab ihnen recht, weil zahlreiche Artikel nicht nur die Grundrechte der Bürger verletzten, sondern auch Sanktionen vorsahen, die die Regelungen im Strafgesetzbuch überstiegen. Laut Mallorca Zeitung hatte die Stadtverwaltung ihre Zuständigkeit überschritten. Die Verordnung wurde insbesondere am Platja de Palma kontrolliert.