Donald Trump lässt kaum eine Gelegenheit aus, zu erklären, wie erfolgreich er als Geschäftsmann ist. Trotzdem wird er in letzter Zeit merkwürdigerweise vor allem als Präsidentschaftskandidat wahrgenommen, es geht jetzt um Umfragewerte, nicht mehr um Quartalszahlen. Aber der Politiker Trump scheint dem Hotelmagnaten Trump zu schaden. Das US-Reiseportal Smarter Travel hat Daten gesammelt, die darauf hindeuten, dass weniger Touristen in Trump-Hotels übernachten.

Weltweit gibt es 15 Luxushotels der Marke Trump, beispielsweise in New York, Miami und Rio de Janeiro. Der Betreiber, die Trump Hotel Collection, gibt keine Zahlen zur Zimmerauslastung heraus. Daher beruft sich Smart Travel auf andere Quellen, etwa die der Standort-App Swarm, die zuletzt weniger Fußgänger registrierte, die zu einem Trump-Hotel unterwegs waren. Im September 2016 lag die Zahl 19 Prozent unter dem Wert, der zwei Jahre zuvor gemessen worden war, als Trump noch nicht Teil der politischen Debatte in den USA war.

Das in den USA beliebte Buchungsportal Hipmunk registrierte sogar einen Einbruch von 58 Prozent bei Buchungen in Trump-Hotels. Verglichen wurde das erste Halbjahr 2016 mit demselben Zeitraum im Vorjahr.

Sollte der Präsidentschaftskandidat wirklich seine Gäste vergraulen, hat man das in seinem Konzern wahrscheinlich als Erstes bemerkt. Kürzlich stellte die Trump Hotel Collection eine neue "Lifestyle"-Hotellinie vor, und zwar ganz ohne Donald Trump, wie Smarter Travel schreibt. Weder trat Donald Trump persönlich in Erscheinung, noch enthielt die Pressemitteilung ein Zitat vom Chef. Ob die neue Marke äußerlich tatsächlich auf Abstand zu ihm geht oder ob er momentan einfach zu viel mit seinem Wahlkampf zu tun hat, bleibt offen.

Diese Zurückhaltung jedenfalls passt so gar nicht zu Donald Trump, der sonst eher nach einer Marketingweisheit handelt: So etwas wie schlechte Publicity gibt es nicht – als Kandidat wie als Geschäftsmann.