Zwei Quadratmeter Deutschland

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2.500 Flüchtlinge in fünf Hangars: Der frühere Airport Tempelhof ist Berlins größte Notunterkunft. Wie lebt es sich dort? Eine 360-Grad-Tour


Es ist eine eigene Stadt für Flüchtlinge – und sie wächst schnell. Wenn in wenigen Wochen zwei weitere Hallen als Unterkunft bereit stehen, können bis zu 4.000 Menschen im ehemaligen Flughafengebäude untergebracht werden. Pläne des Berliner Senats sehen vor, bis zu 7.000 Flüchtlinge auf dem Gelände unterzubringen.

Privatsphäre gibt es für die Flüchtlinge nicht. Bis zu 12 Menschen teilen sich einen 25 Quadratmeter großen Schlafbereich. Das Fehlen von Rückzugsmöglichkeiten belastet die Menschen sehr – ebenso die Ungewissheit, ob sie dauerhaft in Deutschland bleiben dürfen.

Gebessert hat sich die Versorgung mit sanitären Einrichtungen. Als die Unterkunft im Herbst eröffnet wurde, mussten die Flüchtlinge zum Duschen noch mit Bussen in ein Schwimmbad fahren.

Fortschritte gibt es auch bei den Betreuungsangeboten. Momentan leben 760 Kinder und Jugendliche in den Hangars. Für die Kleinen wurden zwei große Spielräume eingerichtet. Freiwillige organisieren mehrmals wöchentlich ein Zirkus-Programm. Ehrenamtliche Helfer bieten außerdem Deutschkurse an und kümmern sich um die Kleiderkammer.

Den Flüchtlingen in Tempelhof geht es nach Einschätzung verschiedener Helfer besser als in anderen Notunterkünften in Berlin, wo man es teilweise mit hochproblematischen und vorwiegend auf schnellen Gewinn fixierten Betreibern zu tun habe. In Tempelhof bemühe sich der Betreiber Tamaja dagegen, die Situation der Flüchtlinge nach und nach zu verbessern.

Wie leben die Flüchtlinge in Tempelhof? Wir haben in den Hangars mit einer 360-Grad-Kamera fotografiert. Unsere Bilder zeigen kein lückenloses Bild – sie vermitteln aber einen räumlichen Eindruck. Mit Rücksicht auf Flüchtlinge und Helfer haben wir bei einigen Panoramabildern auf Nahaufnahmen verzichtet oder Gesichter durch Bewegungsunschärfe nicht erkennbar gemacht. Einige Räume haben wir absichtlich ohne Menschen fotografiert.

So funktionieren die Panorama-Bilder

Bewegen Sie sich in den Panorama-Szenen durch Klicken und Ziehen mit der Maus (Desktop) oder durch Swipen (Smartphone). Sie können auch über die Blätterpfeile zur nächsten Szene springen oder über die Vorschaubilder eine Szene direkt ansteuern.

Informationen zu den Helfern

In Tempelhof sind mehrere Freiwilligen-Organisationen aktiv, um die Flüchtlinge zu unterstützen. Weiterführende Informationen finden Sie hier: