(K)eine Anleitung zum Drogennehmen

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Sie lieben das High, unterschätzen aber die Gefahr: 32.000 Menschen haben ZEIT ONLINE gesagt, welche Drogen sie nehmen. Wir helfen Ihnen, sicherer damit umzugehen.

Wir genießen den Rausch, überschreiten mit Drogen Grenzen und fühlen uns gut damit. Ist das krank? Seltener als wir denken. Ist das verboten? Häufiger als wir glauben.

Wie gefährlich sind Drogen wirklich? Ein Dossier zum Thema © Illustration/ZEIT ONLINE/Gaston de Cardenas/Reuters

ZEIT ONLINE hat Sie im November 2014 gefragt, was Sie trinken, rauchen, schlucken, schnupfen, einwerfen – zusammen mit dem Global Drug Survey, der weltweit größten Drogenumfrage im Netz. 32.625 Frauen und Männer haben geantwortet.

Keine andere Erhebung hat in Deutschland jemals die Erfahrungen so vieler Menschen gesammelt, die Drogen nehmen und das auch zugeben. Wir haben die Antworten von Nachbarn, Arbeitskollegen, Kommilitonen, Freunden, der Familie ausgewertet.

Die meisten wissen: Egal ob erlaubt oder verboten – jede Droge ist schädlich. Nichts ist ungefährlich, schlimmstenfalls macht es süchtig, zerstört Leben und kann tödlich sein. Und doch hören sie nicht auf damit.

1 — Alkohol? Immer! Kiffen? Ziemlich oft
übersicht
  1. 1 — Alkohol? Immer! Kiffen? Ziemlich oft
  2. 2 — Sicher mit Drogen ist unmöglich – weniger schädlich ginge
  3. 3 — Es ist in Ordnung, sich mal zu betrinken
  4. 4 — Die E-Zigarette ist weniger schädlich, aber nicht harmlos
  5. 5 — Kiffen ist gefährlich, aber fast gesellschaftsfähig
  6. 6 — Wer Ecstasy nimmt, sollte auf einiges achten
  7. 7 — Kokain ist mit das schädlichste, was es gibt
  8. 8 — Hinweise für den Drogengebrauch
  9. 9 — Was genau ist der Global Drug Survey?

ZEIT ONLINE hat nach rund 150 bekannten Drogen und Substanzen gefragt. Die Liste reicht von Kräutermischungen über Medikamente wie Ritalin, über Pilze und Koffein bis hin zu Kokain, Ecstasy, Cannabis, Tabak und Alkohol.

Die beliebteste Droge ist, wenig überraschend, Alkohol. Fast jeder trinkt gerne und viel, manche zu viel. Zudem rauchte mehr als die Hälfte der Teilnehmer im Jahr vor der Umfrage. Kaum weniger putschten sich mit koffeinhaltigen Energydrinks für die Clubnacht oder die Party am Wochenende auf. Sechs Prozent nahmen zu solchen Gelegenheiten auch Koffeintabletten.

Und das sind nur die erlaubten Rauschmittel. Verbotenes war auch sehr beliebt.

Drei Viertel aller Befragten hat schon einmal illegale Drogen ausprobiert, im Jahr vor der Umfrage griff die Hälfte mindestens einmal zu Stoffen, die nur auf dem Schwarzmarkt zu bekommen sind. Besonders gefragt und gerade in Großstädten wie Berlin leicht zu bekommen: Cannabis. Die Hälfte der Teilnehmer kiffte im Jahr vor der Umfrage. 16 Prozent schnieften oder schluckten Ecstasy, auch bekannt als MDMA. Zwölf Prozent nahmen Amphetamine, neun Prozent koksten. Mit LSD schickten sich fünf Prozent auf einen Trip. Weitere drei Prozent vergnügten sich mit Lachgas.

Wer sind diese 30.000 Menschen, die ZEIT ONLINE über ihre Rauscherlebnisse Auskunft gaben? Sie sind jung, im Schnitt knapp unter 30 Jahre alt, gut ausgebildet. Mehr als die Hälfte hat einen Job, fast ein Drittel studiert. Sie leben überwiegend in Großstädten mit ihrem Partner oder in einer WG. Nur 22 Prozent wohnen in Single-Haushalten.

Die meisten dieser Menschen dürften unauffällig sein. Sie sind keine Junkies oder heruntergekommene Abhängige, wie es manche vielleicht vermuten würden. Wer Drogen nimmt, liegt nicht schon in der Gosse. Mehr als die Hälfte treibt regelmäßig Sport und feiert hin und wieder in Clubs.

Den Teilnehmern des Global Drug Surveys geht es also ziemlich gut, die Mehrheit sagt, sie sei zufrieden, auch mit dem gelegentlichen Rausch. Für die meisten sind Drogen einfach eine Frage des Lebensstils. Diese Menschen tauchen nicht in den Statistiken der Polizei oder von Notaufnahmen und Suchtkliniken auf.

Das macht den ZEIT-ONLINE-Drogenbericht spannend. Er ist zwar nicht repräsentativ für Deutschland, die Ergebnisse lassen sich nicht verallgemeinern. Aber er verrät vieles über die Erfahrungen, die Menschen im Alltag mit Drogen machen: Wie geht es denen, die mal den Rausch suchen? Die nicht danach entscheiden, was legal oder illegal ist. Die denken, sie kommen gut klar. Natürlich gibt es unter ihnen auch Menschen, die nicht glücklich sind, die weniger Drogen nehmen wollen, auch Hilfe suchen, ihren Konsum nicht mehr kontrollieren können. Nur wer sie mit einbezieht, kann sich ein Bild davon machen, was Drogennehmen bedeutet.

Menschen lieben den Rausch. Wer das akzeptiert, kann anfangen, die Schäden, die Drogen anrichten können, zu minimieren.

2 — Sicher mit Drogen ist unmöglich – weniger schädlich ginge
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  1. 1 — Alkohol? Immer! Kiffen? Ziemlich oft
  2. 2 — Sicher mit Drogen ist unmöglich – weniger schädlich ginge
  3. 3 — Es ist in Ordnung, sich mal zu betrinken
  4. 4 — Die E-Zigarette ist weniger schädlich, aber nicht harmlos
  5. 5 — Kiffen ist gefährlich, aber fast gesellschaftsfähig
  6. 6 — Wer Ecstasy nimmt, sollte auf einiges achten
  7. 7 — Kokain ist mit das schädlichste, was es gibt
  8. 8 — Hinweise für den Drogengebrauch
  9. 9 — Was genau ist der Global Drug Survey?

Nina, Mark, Caro, Laura und Carl kennen das High, diesen Zustand, der einen pusht, das Denken verändert, Gefühle verstärkt, freier und hemmungsloser macht.

Aber ihnen ist auch die andere Seite des Rausches begegnet: Drogen haben sie aggressiv und gewalttätig gemacht, sie erlebten kaum vorstellbare Ängste, verloren die Kontrolle, standen am Rande der Abhängigkeit oder kamen ins Gefängnis. Im schlimmsten Fall endet der Konsum von Drogen tödlich.

Ich weiß nicht, ob ich ohne Kiffen mein Studium geschafft hätte. Nina, 23 Jahre, über ihren Cannabiskonsum
Mithilfe von Drogen und Rausch habe ich viel über mich gelernt. Mark, 23 Jahre, Student
Wenn man viel zu viel getrunken hat, sieht man nicht, wie alles zusammenbricht. Caro, 23 Jahre, Studentin über Alkohol
Es hat sich angefühlt wie frisch verliebt sein, nur hundertmal stärker. Laura, 16 Jahre, über Crystal Meth, sie lebt in einer Therapieeinrichtung
Ich dachte, ich komme da nie mehr raus, mein Leben ist vorbei. Carl, 19 Jahre, Insasse einer Jugendanstalt, nachdem er wegen Drogen straffällig wurde

Fünf junge Menschen, die unter den Teilnehmern des Global Drug Surveys gewesen sein könnten. Ihre sehr persönlichen Geschichten stehen im kürzlich erschienenen Aufklärungsbuch High Sein. Sie zeigen nicht nur, wie leicht es ist, sich in Drogen zu verlieren, sondern auch, dass es möglich ist, mit psychoaktiven Substanzen gut zu leben.

Keine Droge ist ungefährlich, das gilt für legale wie Alkohol und Tabak ebenso wie für verbotene Substanzen. Der beste Rat, um sich zu schützen, heißt also: Abstinenz, erst gar nichts nehmen. Das ist verantwortungsvoll und vernünftig. Doch die meisten Menschen entscheiden anders.

Müssen wir Kiffen und Trinken lernen? Ein Streitgespräch zwischen der Drogenbeuaftragten Marlene Mortler und dem Präventionsforscher Henrik Jungaberle. © Andreas Prost für ZEIT ONLINE

Die jahrzehntelange strenge Drogenprohibition hat nichts daran geändert, dass Menschen zu allem greifen, was sich anbietet. Die europäische Beobachtungsstelle für Drogen hat aktuelle Zahlen veröffentlicht. Demnach nehmen 19,3 Millionen Menschen in Europa verbotene Substanzen (EMCDDA, 2015). Nur wissen viele nicht genug darüber, wie sie die eigenen Rauscherfahrungen besser kontrollieren können.

Warum also Drogenkonsumenten nicht sagen, wie sie Risiken und Nebenwirkungen verringern können? Über Sex wissen die meisten früh Bescheid. Auch wie sie sich vor Krankheiten und ungewollter Schwangerschaft schützen. Doch für Drogen gibt es keine einfachen Hilfsmittel wie Kondome oder die Pille.

Sicherer Drogenkonsum existiert auch nicht. Doch weniger schädlich, das ginge schon. Wer etwa Ecstasy nimmt, sollte nicht gleichzeitig Alkohol trinken. Grundsätzlich ist es eine schlechte Idee, Drogen zu mischen, weil dadurch  neue, weit gefährlichere Substanzen im Körper entstehen. Wer direkte Verwandte hat, die an Psychosen leiden, weil sie Drogen genommen haben, sollte nicht kiffen. Für jede Droge ist es ratsam, mit ganz niedrigen Dosen zu beginnen. Hasch und Alkohol sollten keine ständigen Begleiter sein, sondern auf bestimmte Tage beschränkt bleiben. Wer Drogen nimmt, sollte nicht vergessen zu essen und zu trinken. Solches Verhalten ist wichtig, vieles klingt banal, ist es aber nicht.

Wer das erwähnt, wird schnell falsch verstanden. Ist das nicht schon Aufruf zum Konsum? Verleiten die Tipps nicht dazu, Drogen auszuprobieren? Ausschließen lässt sich das nicht, im Zweifel schützen sie Menschen aber vor dem Absturz.

Neuseeländer zahlen für 1 Gramm Koks 200 Euro, Briten bestellen Drogen oft im Darknet. Wie Menschen in welchem Land konsumieren, zeigen diese Infografiken.

Suchtberater sprechen sich seit mehr als 30 Jahren für Harm Reduction aus, also für Schadensminderung. Meist sind damit Dinge gemeint wie Methadon als Ersatzstoff für Heroinabhängige. Saubere Spritzen, die Suchtstellen ausgeben, senken für Konsumenten harter Drogen das Risiko, sich mit HIV und Hepatitis zu infizieren. Solche Methoden haben Millionen von Menschen geholfen und Leben gerettet. Natürlich sind das Extrembeispiele. Drogen spritzen die wenigsten und niemand sollte ernsthaft darüber nachdenken, damit anzufangen. Die zerstörerische Kettenreaktion, die etwa Heroin auslösen kann, wird schnell unkontrollierbar.

Wer sich bewusst für Drogen entscheidet, sollte sich informieren. Vor dem Rausch sollte klar sein: Mit welchen Gesundheitsschäden muss ich rechnen, wie schnell könnte ich süchtig werden? Aber auch: Wie schwer könnte ich bestraft werden? Gefährde ich andere mit meinem Verhalten?

Sehr viele Menschen nehmen Drogen, weil sie Spaß haben wollen. Im ZEIT-ONLINE-Drogenbericht geht es um die Selbsteinschätzung von Drogenkonsumenten. Denn was sie berichten, kann anderen helfen. Unsere Umfrageergebnisse zeigen nämlich, dass sich diejenigen, die das High suchen, gleichzeitig viele Gedanken machen, wie sie nicht abstürzen. Darüber sollte offen gesprochen werden.

3 — Es ist in Ordnung, sich mal zu betrinken
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  1. 1 — Alkohol? Immer! Kiffen? Ziemlich oft
  2. 2 — Sicher mit Drogen ist unmöglich – weniger schädlich ginge
  3. 3 — Es ist in Ordnung, sich mal zu betrinken
  4. 4 — Die E-Zigarette ist weniger schädlich, aber nicht harmlos
  5. 5 — Kiffen ist gefährlich, aber fast gesellschaftsfähig
  6. 6 — Wer Ecstasy nimmt, sollte auf einiges achten
  7. 7 — Kokain ist mit das schädlichste, was es gibt
  8. 8 — Hinweise für den Drogengebrauch
  9. 9 — Was genau ist der Global Drug Survey?

Wissen Sie, wie viel Sie trinken sollten, damit Genuss nicht im Suff endet? In Deutschland gibt es Empfehlungen für risikoarmen Alkoholkonsum, ganz offiziell. Noch nie gehört?

Frauen sollten demnach täglich nicht mehr Alkohol trinken als in einem kleinen Glas Bier (0,25 Liter) oder Wein (0,1 Liter) steckt, Männer nicht mehr als einen halben Liter Bier oder zwei kleine Gläser Wein. Zwei Tage in der Woche sollten alle abstinent sein (BZgA).

Klingt nach wenig? Ist es auch. Denken Sie daran, was im Sommer an einem Abend im Biergarten über den Tresen geht. Wer sein Limit kennt, ist gut beraten. Die empfohlene Grenze heißt allerdings auch: Rausch ist damit nicht drin.

Doch gerade den wollen viele nicht missen. 93 Prozent der mehr als 32.000 Teilnehmer des Global Drug Survey haben im Jahr vor der Umfrage Alkohol getrunken, im Monat vor der Umfrage 87 Prozent. Die meisten stoßen am liebsten auf Privatpartys, in Kneipen oder einfach zu Hause an. Wir trinken zu jeder Gelegenheit. Alkohol ist die Droge Nummer eins. 

Sie ist leicht zu haben, kostet nicht viel und ist erlaubt. Selbst Jugendliche kommen trotz Verbots leicht an Alkohol heran. Für Bier, Wein, Wodka, Rum und Schnaps wird viel geworben. Alkohol gehört zum Lebensgefühl dazu. Da ist schnell vergessen, wie gefährlich er werden kann.

Zehn Prozent der Befragten konnten mindestens einmal im Monat nicht mehr aufhören zu trinken und hatten sich nicht im Griff. Elf Prozent fühlten sich mindestens einmal im Monat schuldig und bereuten es, getrunken zu haben. Zehn Prozent gaben an, andere hätten sich besorgt über ihren Alkoholkonsum geäußert.   

Alkohol ist seit Langem die Droge mit den schlimmsten Folgen für den einzelnen und die Gesellschaft. Ihr Suchtpotenzial ist recht hoch, Alkohol selbst ist ein schädliches Nervengift.

Nicht zuletzt ist diese Droge so gefährlich, weil sie überall zu bekommen ist. Unter dem Einfluss keiner anderen Droge werden so viele Straftaten begangen, passieren derart viele Unfälle im Straßenverkehr. Etwa 74.000 Menschen sterben in Deutschland jedes Jahr an den Folgen. 1,3 Millionen Menschen sind alkoholabhängig, 9,5 Millionen übertreiben es regelmäßig (Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung 2015).

Es ist in Ordnung sich mal zu betrinken. Nur gehen viele zu leichtfertig damit um, obwohl sie ahnen, dass ihr Trinkverhalten bedenklich ist. 37 Prozent der Umfrage-Teilnehmer wollen in Zukunft weniger trinken.

Die offiziellen Empfehlungen helfen da wenig. Die schließen Spaß durchs Trinken aus. Erstmals hat der Global Drug Survey deshalb versucht zu erfahren, wann der Rausch ins Negative kippt. Gut die Hälfte der Alkoholtrinker merkt die Wirkung nach umgerechnet etwa zwei oder drei Bier. Ähnlich viele sind nach vier bis fünf Bier so betrunken, dass es sich gut anfühlt. Nach sechs bis acht Bier ist die Stimmung für 40 Prozent aber auch schon im Eimer.

Eine gute Methode, sich bewusst zu machen, wie viel man selbst trinkt, ist der Vergleich mit anderen. Dafür gibt es zum Beispiel die Drinksmeter-App. Darin liegen die Daten aus den vergangenen Global Drug Surveys von Zehntausenden Befragten. Schnell wird klar, wie schwer es ist, sich selbst richtig einzuschätzen. Die App hilft, zu erkennen, wo die eigene Grenze liegt. Zudem gibt es viele Tipps, um sich zu schützen und trotzdem Spaß zu haben.

Wer erfahren will, ob er mit zu viel Alkohol unerträglich für andere oder peinlich wird, sollte das One-too-many-Quiz machen. Gleich nach der Angst vor gesundheitlichen Schäden sagen 36 Prozent der Teilnehmer des Global Drug Surveys: Am schlimmsten ist es, sich betrunken zu blamieren oder sich selbst zu erniedrigen. Das will jeder verhindern. Eine echte Motivation für ein paar Drinks weniger.

4 — Die E-Zigarette ist weniger schädlich, aber nicht harmlos
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  1. 1 — Alkohol? Immer! Kiffen? Ziemlich oft
  2. 2 — Sicher mit Drogen ist unmöglich – weniger schädlich ginge
  3. 3 — Es ist in Ordnung, sich mal zu betrinken
  4. 4 — Die E-Zigarette ist weniger schädlich, aber nicht harmlos
  5. 5 — Kiffen ist gefährlich, aber fast gesellschaftsfähig
  6. 6 — Wer Ecstasy nimmt, sollte auf einiges achten
  7. 7 — Kokain ist mit das schädlichste, was es gibt
  8. 8 — Hinweise für den Drogengebrauch
  9. 9 — Was genau ist der Global Drug Survey?

Rauchen ist out, aber noch nicht out genug. Das war eine der Erkenntnisse des aktuellen Drogenberichts der Bundesregierung. Tatsächlich fangen immer weniger Jugendliche zwischen zwölf und 17 Jahren mit dem Rauchen an. Tabak ist derzeit noch für rund zehn Prozent der jungen Menschen eine häufig genutzte Droge. 2001 zündeten sich noch 28 Prozent in diesem Alter regelmäßig eine Zigarette an. Die Rauchverbote in Gaststätten haben tatsächlich geholfen, Menschen zu schützen.

Das ist gut. Tabak gehört wie auch Alkohol zu den Drogen mit den schlimmsten Folgen für Konsumenten. Auch er ist erlaubt und noch immer relativ leicht zu bekommen. Selbst für junge Menschen, Jugendschutz hin oder her. 110.000 Menschen sterben jedes Jahr in Deutschland an den Folgen (Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung 2015).

Auch für die Teilnehmer des Global Drug Survey gehört Tabak zu den beliebtesten Suchtmitteln, meist in Form von Zigaretten. 55 Prozent der mehr als 32.000 Befragten rauchten im Jahr vor der Umfrage. Das Nikotin im Tabak wirkt neurotoxisch und macht sehr rasch abhängig. Jeder zweite Raucher gilt als süchtig.

Nikotinersatzprodukte wie Kaugummis oder Pflaster können helfen, weniger zu rauchen. Lungenschäden lassen sich etwa durch die E-Zigarette verringern. Die elektronischen Mundstifte erzeugen statt Tabakqualm einen nikotinhaltigen Dampf. Wer den inhaliert, dessen Lunge ist dem krebserregenden Rauch nicht ausgesetzt. Das macht die E-Zigarette zwar nicht zur harmlosen Droge, aber weniger schädlich als echte Kippen.

Doch nur zwei Prozent der Raucher gaben im Global Drug Survey an, dass sie mit der E-Zigarette täglich dampfen. Das sind rund 850 von 18.000 Teilnehmern. Vielleicht kann es sich für Tabakkonsumenten lohnen, mit der E-Zigarette erst einmal vom dreckigen Qualm wegzukommen.

5 — Kiffen ist gefährlich, aber fast gesellschaftsfähig
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  1. 1 — Alkohol? Immer! Kiffen? Ziemlich oft
  2. 2 — Sicher mit Drogen ist unmöglich – weniger schädlich ginge
  3. 3 — Es ist in Ordnung, sich mal zu betrinken
  4. 4 — Die E-Zigarette ist weniger schädlich, aber nicht harmlos
  5. 5 — Kiffen ist gefährlich, aber fast gesellschaftsfähig
  6. 6 — Wer Ecstasy nimmt, sollte auf einiges achten
  7. 7 — Kokain ist mit das schädlichste, was es gibt
  8. 8 — Hinweise für den Drogengebrauch
  9. 9 — Was genau ist der Global Drug Survey?

So viel Gras war wohl noch nie. Da sind die Kiff-ins im Berliner Görli, dann ein Hanfverband, der mit Kinospots für die kontrollierte Freigabe wirbt – oder die Gruppe Mediziner und Juristen, die die erste legale Hanfplantage in Niedersachsen hochziehen will. Und die Grünen haben gerade ein Cannabiskontrollgesetz vorgelegt, das erklärt, wie das verbotene Pflänzchen legal zu kaufen sein könnte.

Cannabis ist der Deutschen liebste illegale Droge. 51 Prozent der mehr als 32.000 Befragten des Global Drug Survey gaben an, im Jahr vor der Studie gekifft zu haben. 77 Prozent ausschließlich zur Entspannung und zum Spaß, 20 Prozent auch, um hin und wieder Schmerzen zu behandeln.

Hanf ist, wie alle Drogen, gefährlich. Selbst wenn es gesellschaftsfähig zu werden scheint. Im Jahr vor der Umfrage wurden 160 der rund 16.600 kiffenden deutschen Teilnehmer des Global Drug Survey vom Notarzt behandelt. Das ist ein Prozent. Die meisten hatten vorübergehend Angstzustände und Wahnvorstellungen.

Auch wenn viele Pharmakologen Cannabis für weniger schädlich für den einzelnen einschätzen als etwa Alkohol (Nutt et al., 2010): Niemand sollte glauben, es könne nicht süchtig machen. Psychisch abhängig ist zwar nur ein kleiner Teil der Konsumenten, aber die Gefahr besteht. Täglich zu kiffen ist auf keinen Fall eine gute Idee. Wer Gras oder Hasch nimmt, sollte das eher nur am Wochenende machen. Es schadet immer, wie stark, hängt davon ab, wie oft man kifft. Übrigens: Gras mit Tabak zu rauchen, ist ziemlich schädlich. Der Rauch geht direkt auf die Lunge. Cannabis zu verdampfen, schadet den Atemwegen weniger, doch ist auch der Gehalt des berauschenden Inhaltsstoffs THC weit höher. Tödlich endet der Konsum aber nicht. Zwei in Deutschland nachgewiesene Cannabistodesfälle stellten sich 2014 als falsch heraus. 

Generell gilt: Wer Drogen nimmt, sollte einige Tage oder Wochen im Jahr komplett auf Rauschmittel verzichten. Nur so lässt sich herausfinden, welche Bedeutung sie im Leben haben. Wer selten konsumiert, kann gut klarkommen, wer ständig kifft, bekommt schnell Probleme. Ähnliches gilt für alle Drogen.

Besonders Jugendliche müssen mit Haschisch und Marihuana aufpassen. Am besten sollten sie es ganz lassen. Häufiger Konsum kann ihnen nämlich stärker schaden als Erwachsenen. Wenn sich der Körper noch entwickelt, können die Folgen dramatisch sein. Die Psyche leidet,  auch die geistigen Fähigkeiten. Wer übertreibt, kann sich nicht nur schlecht konzentrieren, sondern schlimmstenfalls depressive Störungen und sogar Psychosen bekommen.

Vorsicht vor synthetischem Cannabis! Die künstlich hergestellten Stoffe sind stärker in ihrer Wirkung als die pflanzlichen Substanzen. Erstmals hat der Global Drug Survey dazu internationale Daten gesammelt.

Unter 100.000 Befragten in mehr als 20 Ländern hatten zwar kaum mehr als 1.200 Menschen überhaupt synthetisches Cannabis genommen. Nach dem Konsum brauchten aber 3,5 Prozent einen Notarzt. Ein hoher Wert und ein  Anzeichen dafür, dass künstliche Cannabinoide unberechenbar sein können. Sie verursachen nach der Erfahrung der Umfrageteilnehmer starke Entzugserscheinungen. Möglicherweise kann der synthetische Stoff wesentlich schneller abhängig machen als gewöhnlicher Hanf.

6 — Wer Ecstasy nimmt, sollte auf einiges achten
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  2. 2 — Sicher mit Drogen ist unmöglich – weniger schädlich ginge
  3. 3 — Es ist in Ordnung, sich mal zu betrinken
  4. 4 — Die E-Zigarette ist weniger schädlich, aber nicht harmlos
  5. 5 — Kiffen ist gefährlich, aber fast gesellschaftsfähig
  6. 6 — Wer Ecstasy nimmt, sollte auf einiges achten
  7. 7 — Kokain ist mit das schädlichste, was es gibt
  8. 8 — Hinweise für den Drogengebrauch
  9. 9 — Was genau ist der Global Drug Survey?

Seit etwas mehr als 30 Jahren wird Ecstasy vor allem in Clubs und auf Partys gekauft und dann geschluckt oder geschnieft. Die Droge mit dem Hauptinhaltsstoff MDMA (3,4-Methylendioxy-N-Methylamphetamin) kann das Selbstvertrauen stärken, putscht auf und euphorisiert.

Im schlimmsten Fall löst MDMA Herzrasen aus, der Kreislauf kann kollabieren, Nieren und Leber versagen, innere Blutungen können auftreten. Oft ist den Konsumenten schlecht oder schwindelig.

16 Prozent der mehr als 32.000 Teilnehmer des Global Drug Survey haben MDMA im Jahr vor der Umfrage entweder als Pille geschluckt oder als Pulver genommen. Ecstasy fällt unter das Betäubungsmittelgesetz und jeder, der im Besitz der Droge ist, damit handelt oder sie kauft, macht sich strafbar.

Wie gefährlich ist Ecstasy? Der Pharmakologe und Drogenforscher David Nutt wagte einen auf den ersten Blick merkwürdigen Vergleich. Er stellte die Risiken und Wirkungen von Ecstasy einer anderen Sucht gegenüber: der des Reitens (Nutt et al., 2009). Nicht nur verändert sich die Psyche von Ecstasykonsumenten und aktiven Reitsportlern auf ähnliche Weise. Beide Lager euphorisiert und entspannt ihr Verhalten.

Nüchtern betrachtet verursacht Reiten sogar häufiger direkte Schäden als MDMA. In einem von 350 Reitepisoden kommt es mitunter zu Gedächtnisverlust oder Persönlichkeitsveränderungen, aber nur in einem von 1.000 MDMA-Episoden. Stürze und Unfälle zu Pferd führen noch dazu häufiger zum Tod als Ecstasy.

Der Vergleich soll eines verdeutlichen: Schäden durch Drogen bemessen sich nicht danach, ob die Drogen erlaubt oder verboten sind. Bestimmte Verhaltensweisen sind manchmal riskanter. Kämen Alkohol und Zigaretten erst heute als neue psychoaktive Substanzen auf, wären sie sicher schnell auf der Liste der verbotenen Stoffe.

Auch Ecstasy ist wie Alkohol ein Nervengift. Wer langfristig MDMA nimmt und vor allem in hohen Dosen, schädigt seine geistige Leistungsfähigkeit. Wie schädlich durchschnittliche Dosen sind, ist umstritten. Körperlich abhängig macht Ecstasy nicht so oft, Alkohol oder klassische Amphetamine machen im Vergleich sehr viel häufiger süchtig (Nutt et al., 2007).

Gefährlich ist Ecstasy aber auch, weil viele Händler auf dem Schwarzmarkt die Pillen oder das Pulver mit allen möglichen Stoffen versetzen, wenn nicht genug MDMA zur Herstellung da ist oder sie die Menge erhöhen wollen. Nicht selten wird die Droge mit Medikamenten, Mehl oder Giften wie Strychnin gestreckt. Wer Ecstasy nimmt, lebt riskant und sollte auf ein paar Dinge achten. Im Aufklärungsbuch High Sein sind Tipps aufgelistet:

  • Pillen oder Pulver vor dem Konsum falls möglich anonym im Labor auf Inhaltsstoffe testen lassen
  • Grundsätzlich gering dosieren und nicht beliebig kombinieren, zu Ecstasy kein Speed nehmen und auf Alkohol verzichten oder diesen stark reduzieren
  • Regelmäßig Wasser, Säfte oder auch Tee trinken, um den erhöhten Flüssigkeitsverbrauch auszugleichen
  • Tanzpausen einlegen und Frischluft tanken, um Hitzschlag zu vermeiden
  • Bei Toleranzentwicklung (gleiche Dosis wirkt schwächer) Pillenpause von mindestens einem Monat einlegen
  • Vor wichtigen Lebensentscheidungen einige Wochen Konsumpause einlegen
7 — Kokain ist mit das schädlichste, was es gibt
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  1. 1 — Alkohol? Immer! Kiffen? Ziemlich oft
  2. 2 — Sicher mit Drogen ist unmöglich – weniger schädlich ginge
  3. 3 — Es ist in Ordnung, sich mal zu betrinken
  4. 4 — Die E-Zigarette ist weniger schädlich, aber nicht harmlos
  5. 5 — Kiffen ist gefährlich, aber fast gesellschaftsfähig
  6. 6 — Wer Ecstasy nimmt, sollte auf einiges achten
  7. 7 — Kokain ist mit das schädlichste, was es gibt
  8. 8 — Hinweise für den Drogengebrauch
  9. 9 — Was genau ist der Global Drug Survey?

Kokain ist die Droge für die, die Geld haben. An diesem Klischee ist einiges dran. Neun Prozent der mehr als 32.000 deutschen Teilnehmer des Global Drug Survey koksten im Jahr vor der Umfrage.

In Deutschland ist der Konsum aber nicht sehr weit verbreitet. Hochgerechnet 0,8 Prozent der erwachsenen Bevölkerung schnieften 2013 das weiße Pulver. Das sind zwischen 85.000 und 90.000 Menschen (Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung 2014). Die Daten des Global Drug Survey weichen davon ab, weil die Umfrage gezielt Menschen angesprochen hat, die Drogen nehmen.

Im Schnitt zahlten die Befragten 71 Euro pro Gramm. Im internationalen Vergleich ist das günstig. Kokainkonsumenten, die sich zum Beispiel in Australien oder Neuseeland die Droge besorgten, gaben zwischen 190 und mehr als 200 Euro für ein Gramm aus. Die Schwarzmärkte dort sind wegen der geografischen Lage der Länder vom internationalen Drogenhandel abgeschnitten, was die Preise erklärt.

Mehr als ein Drittel der deutschen Befragten, die Koks nehmen, gab an, es sei in Deutschland ziemlich bis sehr leicht, Kokain zu kaufen. 28 Prozent von ihnen sagen, dass die Qualität des Stoffs im Jahr vor der Befragung abgenommen habe.

Kokain ist eine der gefährlichsten Drogen überhaupt, besonders wenn es als Crack geraucht oder gar gespritzt wird. Im Vergleich liegt Crack an erster Stelle, wenn es um gesundheitliche Schäden für den Einzelnen geht, noch vor Heroin. Das hat der britische Suchtexperte und Psychiater David Nutt mit 40 Kollegen aus 20 Ländern eingeschätzt und bewertet (Nutt et al., 2010). Crack macht sehr rasch abhängig und zerstört Nervenzellen im Gehirn. Auf Dauer kommen lebensgefährliche Organschäden hinzu.

Wer Kokain schnieft, ist auf Dauer nicht viel besser dran. Geschmacks- und Geruchsnerven verkümmern, die Gefäße werden geschädigt. Sichtbares Anzeichen dafür: häufiges Nasenbluten. Auf Dauer arbeiten die Organe durch die Droge nicht mehr richtig, sie können sogar komplett versagen. Wahnvorstellungen bis hin zu dauerhaften Psychosen sind Folgen des Koksens. Und der Stoff selbst ist unberechenbar. Auf dem Schwarzmarkt gehandeltes Kokain steckt nicht selten voller weiterer giftiger Inhaltsstoffe. Oft sind darunter auch Amphetamine oder Medikamentenreste.

Wer trotzdem Kokain nimmt, sollte es nicht mit Alkohol oder anderen Substanzen kombinieren. Denn das schädigt den Körper zusätzlich und es lässt sich noch schwerer beherrschen, was im Rausch passiert. Sich Drogen zu spritzen, ist grundsätzlich eine der schlechtesten Ideen. Hier sind Risiko und Abhängigkeitspotenzial viel zu groß.

Kokain auf eine sichere Weise zu nehmen, das ist nicht möglich. Man sollte es sein lassen.

8 — Hinweise für den Drogengebrauch
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  1. 1 — Alkohol? Immer! Kiffen? Ziemlich oft
  2. 2 — Sicher mit Drogen ist unmöglich – weniger schädlich ginge
  3. 3 — Es ist in Ordnung, sich mal zu betrinken
  4. 4 — Die E-Zigarette ist weniger schädlich, aber nicht harmlos
  5. 5 — Kiffen ist gefährlich, aber fast gesellschaftsfähig
  6. 6 — Wer Ecstasy nimmt, sollte auf einiges achten
  7. 7 — Kokain ist mit das schädlichste, was es gibt
  8. 8 — Hinweise für den Drogengebrauch
  9. 9 — Was genau ist der Global Drug Survey?

Was ist generell zu beachten, wenn man Drogen nimmt? Es gibt einige Hinweise dazu. Sie beruhen auf den jahrelangen Erfahrungen, die viele Menschen im Umgang mit Alkohol und Drogen gemacht haben. Entweder, weil sie Drogen selbst ausprobiert oder andere begleitet haben. Diese Hinweise für einen selbstkritischen Blick auf die eigenen Rauscherlebnisse finden sich in ausführlicherer Form auch auf Drogeninformationsseiten und im Aufklärungsbuch High Sein:

  • Vorab über Gesundheitsrisiken und Gefahren Bescheid wissen
  • Die typischen Symptome einer Droge kennen
  • Wechselwirkungen mit anderen Drogen/Medikamenten klären
  • Eigene (genetische) Veranlagung zu negativen Drogeneffekten prüfen
  • Mögliche Strafen (durch Konsum und Besitz) kennen
  • Angemessenen Ort und angemessene Gelegenheit für den Gebrauch wählen
  • Verantwortung abgeben für Aufgaben, die mit dem Rausch nicht vereinbar sind (anschließendes Auto- oder Radfahren zum Beispiel, Arbeit)
  • Keine Substanzen gemischt oder parallel einnehmen
  • Nichts konsumieren, wenn die Dosierung unklar ist
  • Gebrauch an individuelle Verfassung anpassen
  • Gesundheitliche Veränderungen im Auge behalten
  • Konsum ändern, wenn andere Lebensbereiche darunter leiden
  • Umfeld einweihen, Feedback annehmen, wenn nötig professionelle Hilfe suchen

Debatte

Brauchen wir eine liberalere Drogenpolitik, um all die zu schützen, die ihren Konsum nicht stoppen können oder wollen? Sind konkrete Anleitungen für einen weniger schädlichen Gebrauch wünschenswert? Oder bringen sie viele Menschen, vor allem junge Leute, erst auf die Idee, Drogen auszuprobieren? Diskutieren Sie mit uns in der ZEIT-ONLINE-Community. Verfolgen Sie die Debatte auch auf Twitter unter #warumdrogen.

9 — Was genau ist der Global Drug Survey?
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  1. 1 — Alkohol? Immer! Kiffen? Ziemlich oft
  2. 2 — Sicher mit Drogen ist unmöglich – weniger schädlich ginge
  3. 3 — Es ist in Ordnung, sich mal zu betrinken
  4. 4 — Die E-Zigarette ist weniger schädlich, aber nicht harmlos
  5. 5 — Kiffen ist gefährlich, aber fast gesellschaftsfähig
  6. 6 — Wer Ecstasy nimmt, sollte auf einiges achten
  7. 7 — Kokain ist mit das schädlichste, was es gibt
  8. 8 — Hinweise für den Drogengebrauch
  9. 9 — Was genau ist der Global Drug Survey?

Der Global Drug Survey ist die weltweit größte Umfrage zum Drogenkonsum, an der Menschen anonym teilnehmen können. Die Daten der Teilnehmer aus Deutschland sind die Grundlage des ZEIT-ONLINE-Drogenberichts, der erstmals 2014 erschienen ist.

Zur Umfrage 2015 haben Medien in 21 Ländern aufgerufen. Rund 100.000 Menschen haben teilgenommen. Fast ein Drittel davon kam aus Deutschland, weshalb wir uns bei der Auswertung hauptsächlich auf diese Stichprobe konzentrieren. ZEIT ONLINE hat die Leser über die Homepage, auf Facebook und Twitter gebeten, den Fragebogen auszufüllen. Gleiches haben der britische Guardian, die amerikanische Huffington Post und die französische Libération getan.

Drogen werden in allen Gesellschaftsschichten genommen, für viele gehören sie zum Alltag. Das ist die Erkenntnis aus dem Global Drug Survey. Er fragt nach den Erfahrungen von Drogenkonsumenten und ihren Selbsteinschätzungen.

Durch den Online-Aufruf entsteht keine repräsentative Stichprobe aus der Gesamtbevölkerung, die Ergebnisse lassen keine validen Aussagen über den Drogenkonsum aller Deutschen zu. Die anonymen Antworten lassen sich nicht verallgemeinern. Trotzdem sind die Ergebnisse wichtig, um einen detaillierten Einblick in das Verhalten von Menschen zu bekommen, die Drogen nutzen.

Auf Grundlage der Ergebnisse arbeitet der Initiator und Suchtexperte Adam Winstock zusammen mit seinem Team an einem Katalog von Empfehlungen, was Konsumenten verschiedener Drogen tun könnten, um für sich die Risiken und Nebenwirkungen zu verringern.

Die Ergebnisse und Analysen werden in wissenschaftlichen Fachzeitschriften veröffentlicht, auf Konferenzen präsentiert und für Beratungsgespräche genutzt. Lesen Sie mehr dazu auf den Seiten des Global Drug Survey.

Was sind die Vorteile anonymer Befragungen?

Wie viel trinken oder rauchen Sie? Kiffen oder koksen Sie manchmal, haben Sie schon Ecstasy probiert? Am Telefon oder an der Haustür antworten Menschen auf so etwas selten wahrheitsgemäß. Zudem sind die Ergebnisse von repräsentativen Haushaltsumfragen aufgrund ihrer aufwendigen Auswertung häufig veraltet.

Der Global Drug Survey hingegen präsentiert Daten, die nur wenige Monate alt sind. Zudem ist die Teilnehmerzahl größer als bei vielen anderen Studien. Während etwa der repräsentative epidemiologische Suchtsurvey in Deutschland nur alle drei Jahre rund 9.000 Menschen erreicht, nahmen hierzulande mehr als 32.000 Menschen am Global Drug Survey 2015 teil.

Was sind die Nachteile anonymer Befragungen?

Da der Global Drug Survey gezielt Menschen anspricht, die legale wie illegale Drogen konsumieren, sind die Ergebnisse in Richtung dieser Gruppe verschoben. Ebenso muss berücksichtigt werden, dass Online-Umfragen eher Menschen erreichen, die ohnehin aktiv im Netz sind. Wie repräsentative Haushaltsbefragungen schließt ein Onlinefragebogen Menschen aus, die im Schnitt mehr Drogen konsumieren als andere, wie Häftlinge oder Obdachlose. Und wer keinen Zugang zum Internet hat, kann nicht teilnehmen. Der Anteil dieser Menschen verringert sich aber kontinuierlich.

Verzerren kann die Ergebnisse auch, wenn Teilnehmer sich nicht mehr genau an ihre Drogenerfahrungen erinnern. Denkbar ist auch, dass Einzelne Antworten geben, von denen sie glauben, die Studienleiter möchten sie lesen. Möglich auch, dass jemand Einfluss auf das Ergebnis nehmen will und deshalb bewusst falsche Angaben macht.

Wer steckt hinter dem Survey?

Erstellt hat den Global Drug Survey ein Expertenteam um den britischen Suchtexperten Adam Winstock. Der Mediziner und Psychiater hat das Projekt als unabhängiges und selbstfinanziertes Institut gegründet, das verspricht, alle Daten zum Drogenkonsum vertraulich und anonym zu erheben. Einmal im Jahr führt das Team eine Onlinebefragung durch.

Der Fragebogen wurde von Experten und der Ethikkommission des Psychiatric, Nursing and Midwifery (PNM) Research Ethics Subcommittee (RESC) am King's College in London genehmigt und in Zusammenarbeit mit ZEIT ONLINE ins Deutsche übersetzt.


Mitwirkende:

Redaktionelle Koordination: Sven Stockrahm

Illustrationen: Nana Rausch/QuickHoney für ZEIT ONLINE, Julian Stahnke, Tibor Bogun 

Mitarbeit: Saskia Gerhard, Anna Behrend, Sascha Venohr, Julian Stahnke

Redigatur: Anne-Kathrin Gerstlauer

Korrektur: Jana Friese

Wissenschaftliche Beratung / Hintergrundinformationen:

Jörg Böckem & Henrik Jungaberle mit Immanuel Jork & Julia Kluttig: "High Sein"; Rogner & Bernhard, Berlin 2015; 320 S., 22,95 €

Dr. Adam Winstock, Suchtexperte, Facharzt für Psychiatrie am South London and Maudsley NHS Trust, Leiter des Global Drug Surveys

Dr. Henrik Jungaberle, Drogen- und Präventionsforscher, Autor und Coach

Aufklärungsbuch High Sein, Verlag Rogner & Bernhard, Berlin 2015

drugcom.de

Drug Scouts

DrugScience

Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V.

"Kenn Dein Limit" – Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Europäischer Drogenbericht 2015

Drogen- und Suchtbericht 2015 der Bundesregierung