Clinton oder Trump?

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Donald Trump ist Kandidat der Republikaner, Hillary Clinton möchte für die Demokraten Präsidentin werden. Wie viele Wahlmänner haben sie auf ihrer Seite? Der Überblick

Der lange, zähe Vorwahlkampf in den USA ist vorüber, Hillary Clinton und Donald Trump haben sich durchgesetzt. Die Demokratin tritt am 8. November gegen den Republikaner im Rennen um das Weiße Haus an. Wer 45. Präsident wird, hängt am Ende von der Anzahl der Wahlmänner ab, die jeder Kandidat in den Bundesstaaten sammelt.  270 Wahlmänner brauchen Clinton oder Trump, um ins Oval Office einzuziehen.

US-Wahl: Wer führt in den Umfragen?

Zahl der Wahlmänner, die Clinton und Trump laut aktuellen Umfragen in den einzelnen Bundesstaaten für sich gewinnen können.

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Hillary Clinton

Kaum jemand ist besser qualifiziert für das Präsidentenamt als die ehemalige Senatorin von New York, Außenministerin und First Lady. Doch mit der Nutzung ihres privaten E-Mail-Kontos für offizielle Zwecke und ihrer defensiven Haltung zu gut bezahlten Reden bei Großbanken und Großspendern hat Clinton bei den Wählern viel Vertrauen und Glaubwürdigkeit verspielt. Außerdem hat sie im Vorwahlkampf ihre inhaltlichen Positionen mehrfach nachjustiert, um ihren innerparteilichen linken Konkurrenten Bernie Sanders zu schlagen. Sie muss also nicht nur die Demokraten von ihren inhaltlichen Fähigkeiten überzeugen, sondern im Wahlkampf gegen Donald Trump auch die Mitte für sich gewinnen. Ihre großen Themen sind daher auch Gleichberechtigung, Gleichstellung und die Stärkung der Mittelschicht. Schafft sie es, die Demokraten wie die unentschlossenen Wähler hinter sich zu bringen, wird sie die erste weibliche Präsidentin der USA. Sie hat angekündigt, die Politik von Barack Obama fortsetzen zu wollen.

Donald Trump

Die Kandidatur des Immobilienunternehmers und Reality-TV-Stars wurde noch Anfang des Jahres von vielen als PR-Gag und schlechter Scherz belächelt. Niemand nahm Trump so richtig ernst. Doch der Milliardär aus New York schockte das republikanische Establishment und gewann die interne Vorwahl deutlich. Es sind vor allem weiße – und männliche – Arbeiter der Mittelschicht und darunter, die sich von Trumps Aussagen angezogen fühlen. Sie fühlen sich vom amerikanischen Traum abgehängt und glauben Trump, der ihnen verspricht, dem Land und ihrem Leben wieder zu neuer Größe zu verhelfen. Doch mit seinen polemischen und – vor allem im Bereich der Einwanderungspolitik – rassistischen Äußerungen zeigt sich im Wahlkampf gegen Hillary Clinton Trumps Schwäche: Er braucht auch die Stimmen der moderaten Wechselwähler, um im November ins Weiße Haus einzuziehen. Doch diese verprellt er mit seinen steilen Thesen.