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Sein Mut muss uns Vorbild sein

— Von
Der in Saudi-Arabien inhaftierte Blogger Raif Badawi erhält den Freedom of Speech Award der Deutschen Welle. Diese Auszeichnung ist für ihn wichtig – und für uns.

Mit dem Medienpreis der Deutschen Welle, The Bobs, werden Blogger, Journalisten und Aktivisten geehrt, die sich im Internet für freie Meinungsäußerung und Menschenrechte einsetzen. In diesem Jahr erhält der 31-jährige Blogger Raif Badawi den Freedom of Speech Award. Badawi wurde im Mai 2014 von der saudischen Justiz zu 1.000 Stockschlägen, zehn Jahren Gefängnis und einer hohen Geldstrafe verurteilt. Verliehen wurde der Preis am 23. Juni beim Global Media Forum der Deutschen Welle in Bonn. Die Laudatio hielt Jochen Wegner, Chefredakteur von ZEIT ONLINE. Wir dokumentieren seine Rede auf Deutsch, Englisch und Arabisch.


1 — Freedom of Speech Award für Raif Badawi

Sehr geehrte Damen und Herren,

vielleicht ist der Freedom of Speech Award für Raif Badawi der wichtigste Preis, den die Bobs je verliehen haben. Ganz sicher ist diese Preisverleihung eine der bisher traurigsten.

Denn Raif Badawi kann nicht bei uns sein. Er sitzt seit drei Jahren in Saudi-Arabien im Gefängnis, weil er ein Internet-Forum betrieben hat, das "islamische Werte verletzt und liberales Gedankengut verbreitet".

Nach einem soeben nochmals bestätigten Urteil wird er dabei gefoltert: 1.000 Peitschenhiebe soll er aushalten, falls er nicht während dieser Tortur stirbt.

Auch seine starke Frau, Ensaf Haidar, kann nicht, wie ursprünglich geplant, hier sein. Sie ist bei ihren drei kleinen Kindern im kanadischen Exil, die erst noch ihre Stärke erlangen müssen, um diese Situation auszuhalten.

Dieser Preis ist vielleicht der wichtigste, den die Bobs in ihrer Geschichte verliehen haben. Er ist wichtig für Raif Badawi und seine Familie, die jede nur erdenkliche Unterstützung benötigen, die wir ihnen geben können.

Bis zum heutigen Tag stellen Raif Badawi und seine Familie ihr persönliches Glück hintan, um das selbstverständliche Recht auf freie Rede in Anspruch zu nehmen.

Raif Badawi plädiert nicht nur für freie Rede, sondern auch für Säkularismus und für eine Trennung von Glauben und Staat. Seine vom saudischen Mainstream abweichende Meinung vertrat der Journalist auch öffentlich.

Bis ihm verboten wurde, als Journalist zu arbeiten.

Er schrieb dennoch weiter – im Internet.

2008 gründete er dann die Website Free Saudi Liberals, denn er wollte auch andere Menschen frei zu Wort kommen lassen.

Im selben Jahr wurde er zum ersten Mal festgenommen und verhört, wegen des Verdachts der Apostasie, des Abfalls vom Islam, auf den die Todesstrafe steht. Er wurde zwar wieder freigelassen, aber ein paar Monate später verbot ihm der Staat, das Land zu verlassen und fror seine Konten ein.

Raif Badawi schrieb weiter.

Seine Frau aber bat er, mit den Kindern ins Exil zu gehen, nachdem sie am Telefon bedroht worden war.

Erlauben Sie mir dazu eine Nebenbemerkung: Die Stadt Quebec hat der Familie Asyl gewährt und dies erst kürzlich auch Raif Badawi öffentlich angeboten. Kanada kann stolz auf sich sein.

Ich wünsche mir, dass alle europäischen Staaten, die derzeit viel über das Asylrecht diskutieren, mit Kanada um solche Asylangebote wetteifern und nicht nur um die Waffenexporte in unser Partnerland Saudi-Arabien. Ich wünsche mir zudem, dass Deutschland sich nicht zum Büttel fragwürdiger Regierungen macht und für sie Journalisten festnimmt wie soeben im Fall des angesehenen Kollegen Ahmed Mansour, der zum Glück wieder frei ist.

Raif Badawi schreibt weiter, bis heute.

Noch aus der Haft diktierte er seiner Frau das Vorwort seines Buches mit ausgewählten Blogbeiträgen, das nun in Deutschland erschienen ist.

Über seine Motivation schreibt er darin: "Ich habe versucht, die Mauern der Unwissenheit niederzureißen, die Heiligkeit des Klerus zu brechen, ein wenig Pluralismus zu verbreiten und Respekt vor Werten wie Ausdrucksfreiheit, Frauenrechten und den Rechten von Minderheiten und Mittellosen in Saudi-Arabien."

Zwei bis drei Mal in der Woche wird ihm erlaubt, seine Frau anzurufen. Raif Badawi wird also auch von diesem Preis erfahren – davon, wie inspirierend er für uns ist und wie sehr wir an seinem Schicksal Anteil nehmen.

Genauso wichtig aber wie unsere Unterstützung für ihn ist, ist Raif Badawi für uns.

Zum einen hat uns Raif Badawi die Augen geöffnet.

Seine absurde Geschichte hat uns die absurden Verhältnisse in Saudi-Arabien verdeutlicht wie selten zuvor, und damit auch die absurden Verhältnisse an vielen anderen Orten der Welt.

Seit Jahrzehnten ist Saudi-Arabien ein sehr wichtiger strategischer Partner des Westens. Und doch gibt es dort Menschenrechtsverletzungen mit einer steigenden Zahl von Opfern, die Religionspolizei, die Scharia, üppig finanzierten Extremismus, der in andere Länder exportiert wird und auch ein wichtiges Fundament des IS bildet.

Selten wurde die Schizophrenie Saudi-Arabiens so deutlich wie am 9. Januar, als Raif Badawi seine ersten 50 Peitschenhiebe für das Verbreiten liberaler Gedanken im Internet erhielt.

Zwei Tage vor seiner Auspeitschung hatten islamistische Attentäter viele Redakteure von Charlie Hebdo wegen des Verbreitens liberaler Karikaturen umgebracht.

Zwei Tage nach der Auspeitschung demonstrierten Vertreter der saudischen Regierung in den Straßen von Paris mit – für die Redefreiheit.

Klarer trat die Schizophrenie Saudi-Arabiens selten zutage.

"Schluss mit lustig", so lautete damals die Schlagzeile in einer deutschen Zeitung über die Situation in Saudi-Arabien. Die westliche Benutzeroberfläche unseres strategischen Verbündeten hat wohl eine ganze Weile getäuscht. Das Betriebssystem darunter ist alt und fehlerhaft und muss erneuert werden.

Raif Badawi ist zum einen wichtig für uns, weil er uns die absurden, schizophrenen Verhältnisse in seinem Land vor Augen geführt hat.

Er ist, zum anderen, wichtig für uns, weil er uns allen als Vorbild dient.

Ich bin nicht Charlie.

Ich bin auch nicht Raif Badawi.

Es wäre vermessen, so etwas zu sagen. Mit jedem seiner Blogeinträge hat Raif Badawi mehr riskiert als die meisten westlichen Journalisten in ihrer ganzen Karriere.

Aber ich würde gerne versuchen, mir den Mut, den Raif Badawi zeigt, zum Vorbild zu nehmen. Ich wünsche mir, dass viele Journalisten und Aktivisten diesem Vorbild nacheifern und nicht aufhören, sich für das Recht auf freie Rede einzusetzen.

Am 9. Januar wurden die ersten 50 Hiebe öffentlich auf dem Vorplatz der Al-Juffali-Moschee in Dschidda vollstreckt.

Alle weiteren wurden bis heute immer wieder verschoben, zunächst wegen des schlechten Gesundheitszustands von Raif Badawi.

Wir dürfen hoffen, dass auch die überwältigende internationale Aufmerksamkeit, mit der wohl niemand rechnen durfte, dazu beitrug, die Strafe bisher auszusetzen.

Raif Badawi hat viel Unterstützung, Menschen in Deutschland, Frankreich, Russland, Tunesien, den Niederlanden und den USA demonstrieren für ihn, 130 Abgeordnete des Europäischen Parlaments schrieben an König Salman, 18 Nobelpreisträger setzten sich für ihn ein, auch viele Staatsoberhäupter und Regierungschefs, darunter Angela Merkel.

Im Fall von Raif Badawi ist diese Unterstützung besonders wichtig, denn in Saudi-Arabien gibt es viele, die ihm diese Strafe gönnen – sein eigener Vater zum Beispiel. Und die Familie seiner Frau, die wegen der Vorwürfe der Apostasie eine Zwangsscheidung beantragt hat. "Allah ist groß", riefen die Zuschauer, als die Hiebe auf seinen Rücken und seine Beine niedergingen.

Gott ist groß. Wir befinden uns derzeit im Ramadan, der auch ein Monat der Barmherzigkeit ist. König Salman, der Einzige, der Raif Badawi nun noch begnadigen kann, möge diese Barmherzigkeit zeigen.

Ich möchte schließen mit dem letzten Blogeintrag von Raif Badawi. Es ist ein Zitat von Albert Camus:

Die einzige Möglichkeit, mit einer unfreien Welt umzugehen, ist so absolut frei zu werden, dass die eigene bloße Existenz ein Akt der Rebellion ist.

Sehr geehrte Damen und Herren, dies ist der wichtigste Preis, den die Bobs je verliehen haben.
Raif Badawi, es ist mir eine Ehre, Ihnen den Freedom of Speech Award zu widmen.

Ich hoffe, Sie halten ihn sehr bald in Ihren freien Händen.

2 — Freedom of Speech Award for Raif Badawi

Ladies and Gentlemen,

It may be that the Freedom of Speech award for Raif Badawi is the most important prize ever given out by the Bobs. Certainly, this award ceremony is among the most bitter.

For Raif Badawi cannot be with us today. For the last three years, he has been locked away in a Saudi Arabian prison, convicted of having founded an Internet forum that "violates Islamic values and propagates liberal thought."

As part of the verdict — only recently upheld — he is also subjected to torture. He is to receive one thousand lashes. If he doesn’t die first.

His strong wife Ensaf Haidar had originally hoped to be here tonight, but ultimately, she too was unable to attend. She is with her three young children in Canadian exile — young children who must first develop the fortitude necessary to face this unbearable situation.

This prize is perhaps the most important the Bobs have ever given out — important for Raif Badawi and his family, who need every conceivable form of support that we can provide.

Even today, Raif Badawi and his family subordinate their own personal happiness so as to continue taking advantage of the self-evident right to free speech.

But Raif Badawi is not just an advocate for free speech. He is also a champion of secularism and of the separation of church and state. And despite knowing full well that his views clashed with the Saudi mainstream, he shared them openly.

Until he was forbidden from working as a journalist.

Yet even then, he continued to write — in the Internet.

In 2008, he founded the website Free Saudi Liberals hoping to create a platform for others to speak freely as well.

That same year, he was arrested and interrogated for the first time, on suspicion of apostasy, of turning his back on Islam, a crime punishable by death. He was released, but a few months later, the state banned him from leaving the country and froze his accounts.

Raif Badawi kept writing.

But after his wife received threats over the phone, he asked her to go into exile with the children.

If you will allow me a brief aside: The city of Quebec granted the family asylum and recently offered it to Raif Badawi as well. Canada can be proud of itself.

I wish that all European countries, where the right to asylum is currently a subject of intense debate, would compete with Canada to make such offers of asylum rather than competing among themselves for the privilege of exporting arms to our ally Saudi Arabia. I also wish Germany would stop acting as a stooge for questionable governments by arresting journalists on their behalf, as it recently did in the case of our respected colleague Ahmed Mansour, who thankfully has been released.

Raif Badawi continued writing — and still writes today.

From prison, he dictated to his wife the forward to his book of selected blog entries, a volume that was recently published in Germany.

Of his motivation, he writes: "I have tried to tear down the walls of ignorance, to break the sanctity of the clergy, to propagate a modicum of pluralism as well as respect for values like freedom of expression, women’s rights and the rights of minorities and the destitute in Saudi Arabia."

Two or three times per week, he is allowed to call his wife. That means that Raif Badawi will hear about this prize — he will come to know how inspiring he is for us and how deeply we are moved by his fate.

But as important as our support is for him, Raif Badawi is just as important for us.

For one, Raif Badawi has opened our eyes.

His absurd story has illustrated the absurdities of life in Saudi Arabia more clearly than ever before — and thus the absurdities of life in many other places in the world.

For decades, Saudi Arabia has been an important strategic partner for the West. And yet it is home to human rights violations with a growing number of victims, it is home to the Islamic religious police, it is home to the Sharia. And it is home to a handsomely financed form of extremism that is exported abroad and which forms an important foundation for Islamic State in Iraq, Syria and beyond.

Seldom has Saudi Arabia’s schizophrenia been so obvious as it was on the ninth of January, when Raif Badawi received the first 50 lashes for the propagation of liberal thought on the Internet.

Two days before his lashing, Islamist terrorists had murdered several journalists from Charlie Hebdo because of their propagation of liberal caricatures.

Two days after his lashing, members of the Saudi government participated in a demonstration on the streets of Paris — a demonstration in support of the freedom of speech.

Rarely has Saudi Arabia’s schizophrenia been so visible.

"Enough Already," was the headline in a German newspaper about the situation in Saudi Arabia at the time. Our strategic partner’s Western interface would seem to have misled us for quite some time. The operating system behind it is old, full of errors and needs to be replaced.

Raif Badawi is important to us because he has opened our eyes to the absurd, schizophrenic reality in his country.

But he is also important to us as an example to aspire to.

I’m not Charlie.

And I’m not Raif Badawi either.

Indeed, it would be presumptuous to make such a claim. With each and every one of his blog entries, Raif Badawi risked more than most Western journalists risk during the course of their entire careers.

Yet I would like to seek to hold up the courage shown by Raif Badawi as an example I may aspire to. I very much hope that many journalists and activists try to live up to his example and do not cease dedicating themselves to defending the right to free speech.

On January 9, the first 50 lashes were delivered publicly on the square in front of al-Jafali Mosque in Jeddah.

All additional lashes have been repeatedly deferred, initially due to the poor state of Raif Badawi’s health.

We can hope that the incredible amount of international attention paid to his plight — a degree of scrutiny that few thought possible — has also played a small role in the punishment’s deferral.

Raif Badawi has a great deal of support. People in Germany, France, Russia, Tunisia, the Netherlands and the United States have demonstrated on his behalf, 130 European parliamentarians have written to King Salman and 18 Nobel laureates have shown their support. So, too, have many heads of state and government, including German Chancellor Angela Merkel.

In the case of Raif Badawi, this support is particularly important, because in Saudi Arabia there are many who believe he deserves his punishment — his own father, for example. And his wife’s family, who filed court proceedings for a forced divorce due to the accusations of apostasy. "God is great!" the spectators cried out as the lashes rained down on his back and legs.

God is great. We currently find ourselves in Ramadan, which is also a month of mercy. King Salman, the only one who can still pardon Raif Badawi, must now display his mercifulness.

I would like to close with Raif Badawi’s last blog entry. It is a quote from Albert Camus:

The only way to deal with an unfree world is to become so absolutely free that your very existence is an act of rebellion.

Ladies and gentlemen, this is the most important prize the Bobs have ever awarded.

Raif Badawi, it is a great honor for me to present you with the Freedom of Speech award.

I hope you will soon be able to hold it in your own hands — in freedom.

Translated by Charles Hawley

3 — جائزة "حرية التعبير" لرائف بدوي

السيدات المحترمات، السادة المحترمون،

ربما تكون جائزة "حرية التعبير" التي مُنِحت لرائف بدوي هي أهم جائزة منحتها لجنة مسابقة "البوبز" على الإطلاق، ولكن من المؤكد أن تسليم هذه الجائزة هي احدى أكثر اللحظات حزنا حتى الآن. فرائف بدوي ليس بامكانه أن يكون بيننا اليوم ليتسلم الجائزة بنفسه، ببساطة لانه يقبع في معتقلات السعودية منذ ثلاث سنوات، ليس لشئ الا لأنه كان يدير موقعا على الانترنت "يخالف فيه التعاليم الإسلامية ويروج للأفكار الليبرالية"، حسب معتقليه.

وبعد تأكيد الحكم الصادر بحقه، عليه الآن تحمل ألف جلدة، الامر الذي قد يودي بحياته تحت التعذيب.

كما أن زوجته إنصاف حيدر، هذه المرأة التي تجابه هذه المحنة برباطة جأش وقوة فريدتين، لم تتمكن هي الأخرى ـ كما كان مخططا ـ أن تكون بيننا اليوم، لانها تكمل رسالة زوجها بالحفاظ على صغارهما الثلاث في بلد المنفى، في كندا، وعليها أولا أن تستعيد قواها لتحمل هذه الظروف.

نعم، هذه الجائزة ربما تكون أهم جائزة مُنِحت في تاريخ مسابقة "البوبز" على الإطلاق، إنها مهمة لرائف بدوي وأسرته التي تحتاج الان كل دعم يمكن أن نقدمه لها.

مشهد يستحق كل التقدير، فحتى هذا اليوم ضرب رائف بدوي وزوجته مثلا بتقديمهما المصلحة العامة على مصلحتهم الشخصية من خلال الدفاع عن حق بديهي لكل انسان على وجه هذه الارض ـ الحق في التعبير عن الرأي بكل حرية وأمان.

رائف بدوي لا يطالب بحرية التعبير فقط، وإنما بابقاء الدين بعيدا عن ادارة شؤون الحكم والدولة، هذا الرأي الذي عبر عنه رائف علانية وبكل شجاعة رغم اختلافه عن رأي غالبية السعوديين.

مُنع رائف من العمل الصحافي فوجد ضالته في الانترنت حيث واصل الكتابة والتعبير عن آرائه، وقام عام 2008 بتأسيس موقع "الليبراليون السعوديون" حيث أراد أن يتيح المجال للآخرين ليعبروا عن رأيهم بحرية.

وفي نفس العام اعتقل لأول مرة، وتم التحقيق معه بشبهة "الردة"، والردة في الإسلام عقوبتها الإعدام. صحيح أنه تم إطلاق سراحه فيما بعد، لكن بعد بضعة أشهر منعته السلطات من مغادرة البلاد وجمدت كل حساباته.

وواصل رائف بدوي الكتابة، ولعلمه أن هذه الطريق شائكة ومليئة بالمخاطر وبعد تهديد زوجته هاتفيا طلب منها أن تلجأ مع أطفالهما الى كندا.

هنا تجدر الإشارة إلى أن مدينة كيبك الكندية منحت أسرته حق اللجوء، وقبل فترة عرضت اللجوء على رائف بدوي أيضا بشكل علني.إنه لفخر لكندا أن تقوم بهذا العمل.

أتمنى من كل الدول الأوروبية التي لا تتوانى عن الحديث عن قضايا اللجوء في اجتماعاتها وأدبياتها أن تقدم مثالا مشرقا وأن تتنافس مع كندا في عرض حق اللجوء لرائف وأمثاله، لا أن تتنافس مع غيرها من الدول في تصدير الأسلحة لشريكتنا المملكة العربية السعودية.

وإضافة إلى ذلك أتمنى ألا تجعل ألمانيا من نفسها مأموراً لحكومات مثيرة للجدل، وتعتقل نيابة عنها الصحفيين، كما حدث مؤخراً مع الزميل المحترم أحمد منصور، الذي أُطلق سراحه لحسن الحظ.

رائف بدوي في السجن، رائف يكتب ويكتب حتى اليوم.

من سجنه أملى على زوجته مقدمة كتابه الذي يتضمن مختارات من تدويناته والذي تم نشره مؤخرا في ألمانيا.

يكتب بدوي عن دوافعه: "لقد حاولت هدم جدران الجهل، وتحطيم قداسة رجال الدين، ونشر شيء من التعددية واحترام قيم مثل حرية التعبير وحقوق المرأة وحقوق الأقليات والمعدمين في العربية السعودية".

مسموح له بالاتصال هاتفيا بزوجته مرتين إلى ثلاث مرات أسبوعيا، وستخبره عن هذه الجائزة. كم هو ملهم لنا ونحن نشاركه مصيره، كما أن دعمنا مهم له بالطبع ولكنه مهم لنا أيضا.

فمن ناحية، أزال رائف بدوي جزئا من الغشاوة عن أعيننا. قصته الغريبة وضَّحت لنا ظروف الحياة غير المعقولة في السعودية، كما لم يحدث من قبل، وكذلك الظروف غير المعقولة في أماكن أخرى من العالم.

منذ سنوات والعربية السعودية تتمتع بصفة الحليف الاستراتيجي المهم للغرب. لكن هناك انتهاكات لحقوق الإنسان وازدياد في عدد الضحايا، وهناك الشرطة الدينية، وأحكام الشريعة، وتمويل ضخم للتطرف الذي يُصدّر لبلاد أخرى، ويشكل دعامة مهمة لتنظيم "الدولة الإسلامية".

نادرا ما أصبح فُصَام العربية السعودية واضحا بهذا الشكل كما حدث في التاسع من يناير/ كانون الثاني حين تم تنفيذ الخمسين جلدة الأولى من عقوبة رائف بدوي لنشره الأفكار الليبرالية في الانترنت.

قبل جلده بيومين قام معتدون يدّعون الإسلام بقتل العديد من محرري صحيفة شارلي إيبدو لنشرها رسومات كاريكاتورية ليبرالية. وبعد يومين من الجلد شارك ممثلو الحكومة السعودية في شوارع باريس في مظاهرة من أجل حرية التعبير. نادرا ما كان فُصَام العربية السعودية أوضح من ذلك.

"يكفي مزاحا" هكذا كتبت إحدى الصحف الألمانية حول الوضع في العربية السعودية. فالوجه المعلن لحليفنا الاستراتيجي كان خادعا لفترة طويلة، أما نظام الحكم الذي يخفيه تحته فقديم ومليء بالأخطاء، ويجب تجديده.

رائف بدوي مهم بالنسبة إلينا، لأنه من ناحية أوضح لنا الفُصَام الموجود في بلده؛ ومن ناحية أخرى مهم لأنه يعتبر قدوة لنا جميعا.

أنا لست شارلي.

ولست رائف بدوي أيضا.

يمكن القول، إن رائف بدوي خاطر مع كل تدوينة أكثر مما خاطره أغلب الصحافيين الغربيين طوال حياتهم المهنية.

لكنني سأحاول أن أجعل الشجاعة التي أظهرها رائف بدوي مثالا لي. أتمنى أن يحاكي الكثير من الصحافيين والنشطاء هذا المثال وألا يكفوا عن الدفاع عن حق حرية التعبير.

في التاسع من يناير/ كانون الثاني تم تنفيذ أول 50 جلدة بشكل علني في ساحة أمام مسجد الجفالي في جدة.

تنفيذ باقي الجلدات تم تأجيله حتى الآن بسبب سوء الحالة الصحية لرائف بدوي. ونأمل أن يساهم الاهتمام العالمي الكبير في إلغاء باقي العقوبة.

هناك الكثير من الذين يدعمون رائف بدوي، ففي ألمانيا وفرنسا وروسيا وتونس وهولندا والولايات المتحدة يتظاهر الناس من أجله. وقد كتب 130 نائبا في البرلمان الأوروبي رسالة للعاهل السعودي الملك سلمان، وكذلك يدعمه 18 من حاملي جائزة نوبل والكثير من رؤساء الدول والحكومات والمستشارة أنغيلا ميركل أيضا.

خصوصا في حالة رائف بدوي، هذا الدعم مهم، حيث هناك في السعودية كثيرون يؤيدون عقوبته هذه ومن بينهم والده أيضا. وعائلة زوجته قدمت طلبا إلزاميا بتطليقها منه لاتهامه بالردة. لقد صاح المتفرجون "الله أكبر" حين تم جلده وخارت قواه.

وحده الملك سلمان يستطيع منح رائف بدوي العفو، ونتمنى أن يظهر هذه الرحمة.

أحب أن أختم بالتدوينة الأخيرة لرائف بدوي، وهو اقتباس من ألبير كامو:

"الطريقة الوحيدة للتعامل مع عالم غير حر هي أن تصبح حراً تماماً مما يجعل وجودك فعل تمرد"

السيدات المحترمات، السادة المحترمون، هذه أهم جائزة منحتها لجنة "البوبز" حتى الآن.

رائف بدوي، إنه لشرف لي أن أمنحك جائزة "حرية التعبير".

وآمل أن تحملها في يديك قريبا جدا.

يوخن فيغنر، رئيس تحرير- تسايت أونلاين