Vom 13. bis 15. Februar 1945 griffen Bomberverbände der britischen und US-amerikanischen Luftwaffe mehrfach Dresden an, das bis dahin vom Krieg weitgehend unversehrt geblieben war. Etwa 600.000 Menschen lebten zu diesem Zeitpunkt in der Stadt, außerdem hielten sich mehrere Hunderttausend Flüchtlinge in ihr auf.

Insgesamt 773 Kampfflugzeuge vernichteten weite Teile der Innenstadt, auch das barocke Zentrum um Frauenkirche und Semperoper. Rund 75.000 Wohnungen wurden zerstört, 25.000 Menschen kamen ums Leben. Augenzeugen berichten von Feuerstürmen, die aufgrund der vielen Brände in den Straßen entstanden, Stahlträger wurden durch die Hitze verbogen.   

Das Zentrum Dresdens nach der Zerstörung durch die Alliierten © Mondadori/Getty Images

Bis heute prägt dieser Angriff das Selbstbild der Stadt mehr als andere von Bombenangriffen schwer getroffene deutsche Städte wie Hamburg, Köln oder Pforzheim. Über nahezu jede Frage, die sich an die Bombardierung Dresdens stellt, ist gestritten worden. Eine von ihnen ist die nach der militärischen Notwendigkeit des Angriffs. Eine andere ist die nach der Zahl der Toten, die von Nazi-Propagandisten auf bis zu 200.000 geschätzt worden war. 

Die Nazis, aber später auch die SED, kultivierten das Bild von der unschuldigen Stadt, die alliiertem Terror zum Opfer gefallen sei. Jahrzehntelang war die Erinnerung an das Bombardement von den politischen Motiven der Regierenden geprägt. Heute streiten Stadt, Verbände, Kirchen und Linke darüber, wie das Gedenken an die drei furchtbaren Tage gestaltet werden soll. Und immer noch faseln Neonazis an den Gedenktagen vom alliierten "Bombenholocaust".                

"Der Weg unseres Gedenkens", sagte hingegen die christdemokratische Dresdner Oberbürgermeisterin Helma Orosz im vergangenen Jahr, "führt uns zu den Opfern der Nazis nach deren Machtergreifung, zu den brennenden Synagogen und zu den Toten des Krieges, den Deutschland mit dem Angriff auf Polen begann. Dieser Weg lässt uns an Coventry, St. Petersburg und die vielen Städte denken, die im Zweiten Weltkrieg zerstört wurden. Dieser Weg des Erinnerns erspart uns nicht den Blick in die Gaskammern von Auschwitz." 


Epilog

Wenige Monate nach der Zerstörung Dresdens, im August 1945, löschten die USA mit zwei Atombomben die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki aus. 92.000 Menschen starben sofort, 130.000 weitere bis Ende 1945.

Seitdem hat sich die Anzahl ziviler Opfer in den weltweiten Konflikten ständig erhöht. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts lag das Verhältnis von getöteten Soldaten zu zivilen Opfern noch bei 8 zu 1. Im Jahr 2000 hatte sich das Verhältnis genau umgekehrt.


Mitwirkende:

Redaktion: Christian Bangel

Video: Fabian Mohr