23. Januar: "Heilig Heilig Heilig"
Premiere
Von Werner Fritsch, Inszenierung: Patrick Schimanski
Theater Bielefeld , TAMoben, Beginn 20 Uhr
Ein zeitgenössischer deutscher Dichter spricht mit Allen Ginsberg, dem toten Idol der Beat Generation darüber, wie die von Ginsberg und Kerouac ins Bewusstsein der Weltöffentlichkeit katapultierten Ideale den Bach hinunter sind. Wie die Macht des Marktes als zeitgenössische Maske des von Ginsberg in "Howl: and other poems" beschworenen Molochs alles an sich gerissen hat und Kriege zeitigt... Über die Blindheit im Auge des TV-Taifuns und der Rest ist Fun. Darüber, ob man nach Auschwitz noch Gedichte schreiben kann und ob "Howl" das einzige Gedicht ist, das man nach Auschwitz noch schreiben kann. Ein sehr persönliches Stück über Stille, über die Oasen des Heiligen in unserem Leben.
www.theater-bielefeld.de

23. Januar: "Die letzte Botschaft des Kosmonauten an die Frau, die er einst in der ehemaligen Sowjetunion liebte"
Premiere
Von David Greig, Regie: Thorsten Duit
Schauspiel Leipzig , Beginn 20 Uhr
Im Mai 1991 startete Sergej Krikalew ins All. Als Bürger der Sowjetunion sollte er zur Raumstation MIR reisen. Sein Aufenthalt war auf fünf Monate begrenzt. Doch während er die Weiten des Kosmos erforschte, zerfiel die Sowjetunion in Einzelstaaten. Die Zuständigkeiten gerieten durcheinander und es dauerte weitere fünf Monate, ehe Krikalew in Kasachstan wieder Boden unter den Füßen spüren durfte. David Greigs Version der kuriosen Geschichte: Oleg und Kasimir sind mit dem Harmonie-114-Modul zu den Sternen aufgebrochen, als Kasimirs Tochter Nastassja gerade sechs Jahre alt war. Heute ist sie erwachsen und träumt davon, ein Star zu werden. In London lernt sie Keith, einen Schotten, kennen, der später auf merkwürdige Weise verschwindet. Dessen Frau Vivienne spürt dem Geheimnis nach und landet auf dem Mont St. Victoire in Frankreich, wo der Sternenforscher Bernard besessen versucht, Signale aus dem All zu entschlüsseln.
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24. Januar: "Salome"
Premiere
Nach Oscar Wilde, Regie: Marc von Henning
Schauspiel Frankfurt , Kleines Haus, Beginn 19:30 Uhr
Im Palast des Herodes, Tetrarch von Judäa, ist gerade ein Fest im Gange, als Prinzessin Salome die Stimme des gefangenen Propheten Jochanaan vernimmt. Salome will Jochanaan sprechen und mit eigenen Augen sehen. Und sie begehrt, ihn zu küssen. Der Gottesverkünder verweigert sich voll Abscheu und verflucht sie als "Tochter Babylons". Salome - gewohnt, dass ihr Begehren erfüllt wird - will Jochanaans Kopf, den Herodes ihr schließlich auch gewähren muss, als sie für diesen tanzt. In rasender Verzückung küsst sie die toten Lippen des Propheten. Angewidert und entsetzt von dieser weiblich tödlichen Lust, lässt Herodes Salome töten.
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24. Januar: "Die Odyssee"
Uraufführung/Premiere
Nach Homer, Inszenierung: Lars-Ole Walburg
Schauspielhaus Basel , Beginn 20 Uhr
Für den listenreichen griechischen Helden Odysseus wird die Heimfahrt nach dem zehnjährigen "Krieg um Troja" zu einer ebenfalls zehn Jahre dauernden Irrfahrt. Immer wieder werfen ihn von Poseidon entfesselte Stürme an unbekannte Küsten, wo menschenfressende Kyklopen lauern, die Zauberin Kirke seine Gefährten in Schweine verwandelt, Vögel mit Menschenköpfen mit wunderbarem Sirenengesang Seefahrer auf ihre Insel locken, um sie zu töten, oder die Nymphe Kalypso ihn sieben Jahre auf ihrer Insel festhält. Die äußerste Station der Irrfahrt ist der Hades, das Totenreich, aber selbst diesem kann Odysseus entrinnen. Als Odysseus schließlich heimkehrt, findet er seine Frau Penelope von einer Schar Freier umlagert, die werbend sein Gut aufzehren.
Die Inszenierung basiert auf der Prosa-Übertragung von Wolfgang Schadewaldt, ergänzt durch Passagen von Heinrich Voss und Platon sowie Improvisationen.
www.theater-basel.ch

25. Januar: "Saint Latrice"
Deutschsprachige Erstaufführung/Premiere
Von Juliana Francis, Inszenierung: Marie Luise Rötzer
Schauspielhaus Graz , Probebühne, Beginn 20 Uhr
Die 14-Jährige Latrice verteilt in einem Einkaufszentrum Werbegeschenke, als sie der Teppichvertreter Bob anspricht und überredet, mitzukommen - es gibt so viel, das er ihr zeigen will. Was fast wie "Lolita" beginnt, endet beinahe wie "Jackie Brown": mit Hilfe dreier Pop-Göttinnen, die nur ihr erscheinen, erkennt sie, was er mit ihr treibt, befreit sich von ihm - und riskiert dabei alles.
Juliana Francis, New Yorker Avantgarde-Performerin, zeichnet die moderne Heiligenlegende in schnellgeschnittenen Bildern voller mexikanischem Devotionalienkitsch und mit reichlich Musik.
www.theater-graz.com

25. Januar: "Nabucco"
Premiere
Hamburgische Staatsoper, Beginn 18 Uhr
Von Giuseppe Verdi, Regie: Karoline Gruber
Nebukadnezar, König von Babylon, der die Hebräer an die Ufer des Euphrats verschleppt, wird von seiner Tochter Abigaille entthront und eingekerkert. In seiner Not ruft er den Gott der Hebräer zu Hilfe. Sofort öffnen sich die Türen des Kerkers. Es gelingt dem König, seine jüngere Tochter zu befreien, die von der umstürzlerischen und eifersüchtigen Abigaille mit dem Tod bedroht wird. Zum Dank entlässt der König die Hebräer in die Heimat.
Die Oper wird in italienischer Sprache aufgeführt.
www.hamburgische-staatsoper.de

28. Januar: "Kurz vorm Vergessen"
Premiere
Von Andreas Kriegenburg
Thalia Theater Hamburg , Beginn 20 Uhr
Der Regisseur Andreas Kriegenburg hat zusammen mit Schauspielern einen Abend ohne Textvorgabe erarbeitet. Das Projekt beschreibt die ersten zehn Tage des neuen Jahres aus dem Blickwinkel eines Verweigerers. Er will sie vergessen, die Bilder und Ereignisse, die täglich unseren Alltag überfluten. Doch sie brennen sich in ihn, in uns ein. Sie sind da, manchmal nur noch ein heimliches Fragment auf der Schwelle "Kurz vorm Vergessen".
www.thalia-theater.de