Ohne Zweifel gehört Nils Wülker seit der Veröffentlichung seines Debütalbums "High Spirits" 2002 zu den interessantesten Jazzmusikern in Deutschland. Dies beweist er zusammen mit seiner "Nils Wülker Group", ergänzt durch namhafte Gäste wie Giacomo Aula, Wolfgang Muthspiel und Jochen Rückert, auch bei seinem neuesten Projekt: "Space Night Vol. 10 Jazz". Für die im Nachtprogramm des Bayerischen Fernsehens laufende Kultserie hat er zwölf sehr melodische und gleichzeitig eingängige Songs komponiert. Die entspannte, ruhige Musik, die sich auch den Einflüssen moderner Popmusik nicht verschließt, passt hervorragend zu den Satellitenbildern aus dem Weltraum. Nach der bereits im Herbst erschienenen CD ist nun auch die gleichnamige DVD auf dem Markt.

Ein erstes Durchsehen der DVD wirft allerdings unweigerlich die Frage auf, worin der Mehrwert gegenüber der CD bestehen soll. Die Musik ist die gleiche. Zugegeben, die Kamerafahrten über den blauen Planeten sind hübsch anzuschauen, aber auch jede Nacht im Bayerischen Fernsehen verfügbar. Besonders lieblos zusammengestellt sind die so genannten "Extras". Für die biografischen Hinweise zu den beteiligten Künstlern muss der DVD-Player nicht extra angestellt werden, da sie in identischer Form auch im Booklet von DVD und CD abgedruckt sind. Das Gleiche gilt für die Informationen zur Space Night. Die "Studio Cuts" zeigen, der Name legt es bereits nahe, Wülker und Band bei den Aufnahmen im Studio. Mehr aber auch nicht. Zu gern hätte der Laie erfahren, was dort zwischendurch besprochen wird und am kreativen Entstehungsprozess des Albums teilgenommen. Es bleibt ihm aber verwehrt, da auch diese Bilder mit Musik unterlegt sind. Ein Interview mit Nils Wülker, das sich für die "Extras" angeboten hätte, gibt es nicht. Auch "Space Night"-Macher Andreas Bönte hätte schildern können, warum man sich beim zehnten Album erstmals für Jazzmusik entschieden hat und wie es zur Zusammenarbeit mit Wülker kam. Diese Fragen bleiben leider unbeantwortet.

Ein "Extra", das diesen Namen auch verdient, wird dem Hörer auf der DVD allerdings doch geboten, und zwar die 5.1.-dolby-digital-Aufnahme. Wer über ein entsprechendes Surround-Audio-System verfügt, fühlt sich beim Hören so, als säße er in der Mitte der Band. Wer keine solche Anlage besitzt, kann sie sich bestellen. Die Anzeige eines Herstellers findet sich auf der letzten Seite des Booklets.

Weitere Informationen:
www.br-online.de/wissen-bildung/spacenight/
www.nilswuelker.com