23. April: "Am Ziel"
Premiere
Von: Thomas Bernhard, Regie: Jan Bosse
Schauspiel Frankfurt , Beginn 20 Uhr
Mutter und Tochter reisen immer am selben Tag ans Meer - seit 33 Jahren. Die Beziehung zwischen den beiden, bestimmt durch die mütterliche Hassliebe und ihre Quälrituale, ist in erster Linie eine Machtbeziehung. In monologischen Erinnerungsspiralen rollt die Mutter die Familiengeschichte aus: Die Heirat mit einem Gusswerkbesitzer, den sie hasste und von sich fernhielt. Der Tod des verkrüppelt geborenen Sohnes Richard. Das Kontrollieren und Festbinden der Tochter seit dem Tode ihres Mannes vor 20 Jahren. Die Mutter redet ununterbrochen. Die Stimmung schwankt zwischen Komik und Tragik: menschliche Verzweiflung, um die sich alles dreht.
www.schauspielfrankfurt.de 24. April: "Floh im Ohr"
Premiere
Von: Georges Feydeau, Regie: Martin Kusej
Thalia Theater Hamburg , Beginn 20 Uhr
Es beginnt mit einer fixen Idee, einem Verdacht: Raymonde Chandebise schließt aus mehreren Indizien, dass ihr Mann sie betrügt. Um ihn zu überführen, stellt sie ihm eine Falle. Sie bestellt ihn mit Hilfe eines fingierten Briefes, den ihre Freundin Lucienne für sie schreibt, in ein anrüchiges Hotel. Hier amüsieren sich Frauen und Männer, die ansonsten auf ihren guten Ruf bedacht sind. Der unschuldige Ehemann schickt allerdings seinen Freund Tournel, der sowieso ein Auge auf Raymonde geworfen hat. Der eifersüchtige Ehemann von Lucienne wiederum entdeckt den Liebesbrief mit der Handschrift seiner Frau und schwört Rache. Eine Eskalation von Verabredungen, Lügen, Versteckspielen und Verwicklungen nimmt ihren Lauf.
www.thalia-theater.de 28. April: "Stand by"
Uraufführung
Von: Oliver Bukowski, Regie: Michael Schweighöfer
Deutsches Theater Berlin , Kammerspiele, Beginn 20 Uhr
Eine Beziehungskomödie über die Ängste, Nöte und Hoffnungen der Mitte-Dreißig- Jährigen. Stand by, als Betriebsmodus für technische Geräte bekannt, lässt sich in Zeiten der wirtschaftlichen Stagnation auch auf Menschen übertragen, die sich auf ein Leben im Bereitschaftsmodus einrichten müssen.
www.deutschestheater.de 29. April: "Onkel Wanja"
Premiere
Von: Anton Tschechow, Regie: Werner Düggelin
Schauspielhaus Zürich , Pfauen, Beginn 20 Uhr
Tschechovs Drama erzählt vom Leben, der Arbeit, der Liebe und der Sehnsucht - und davon, dass nichts paasiert. Am Ende ist alles so wie es war, am Ende spürt man die Vergeblichkeit des Willens zur Veränderung und die allgegenwärtige Resignation. Doch gerade dieses "Nichts" ist es, das plötzlich Erregung und Spannung provoziert, das sich dem Zuschauer in einer gleichfalls krankhaft nervösen und unerkühlten Stimmung kundtut. Gutsverwalter Wanja und der despotische Professor, dessen Frau Elena und Wanjas Kusine Sonja, deren Mutter und der Landarzt Astrov - sie alle sind vom Leben betrogen und doch heißt es am Ende des Stücks: "Wir werden weiterleben, Onkel Wanja."
www.schauspielhaus.ch 30. April: "Don Carlos"
Premiere
Von: Friedrich Schiller, Regie: Andrea Breth
Burgtheater Wien , Beginn 18 Uhr
Es beginnt mit einer Bespitzelung. Der Beichtvater des Königs horcht den Prinzen aus. Der hält sich von der höfischen Gesellschaft fern, und das macht ihn verdächtig. Keiner traut keinem. Abhängig von der Macht fürchten die Chargen um ihre Position, um ihren Einfluss. Die Intrige wird zum Herrschaftsinstrument. Nur einer scheint sich dem System zu entziehen: der Marquia von Posa. Seine Offenheit besticht den König, er macht ihn zu seinem Vertrauten. Doch auch er berauscht sich an der Macht, glaubt durch sie seine Ideale verwirklichen zu können - und greift zur Intrige. Er weiht seinen Freund, den Prinzen, in seine Pläne nicht ein und bringt ihn in tödliche Gefahr.
www.burgtheater.at