10. Oktober: "India Song"
Premiere
Nach Marguerite Duras, Inszenierung: Wanda Golonka
Schauspiel Frankfurt Bockenheimer Depot, Beginn 20 Uhr
Die Geschichte einer Liebe im Indien der 30er Jahre, zwei Tage im Sommermonsun. Es sind Stimmen, die über diese Geschichte der Leidenschaft sprechen. Sie reden untereinander und wissen nicht, dass man ihnen zuhört. India Song - ein Stück Theater, Raum, Zeit, Tanz, Ton, Text und Licht - beschreibt einen Erfahrungsraum, in dem sich mögliche Geschichten abspielen. Dabei halten Erinnerung und Vergessen die Dinge in der Schwebe, auch die Erinnerung an das, was nicht geschehen ist und nicht geschehen wird. Imagination - zerstörend und produktiv. Alles bewegt sich im Bereich des Möglichen und läuft doch Gefahr, sich zu verlieren.
www.schauspielfrankfurt.de

11. Oktober: "Der kaukasische Kreidekreis"
Premiere
Von Bertold Brecht, Inszenierung: Jacqueline Kornmüller
Schauspielhaus Stuttgart , Beginn 19.30 Uhr
Zwischen den Trümmern eines von deutschen Truppen zerschossenen kaukasischen Dorfes sitzen die Mitglieder zweier Kolchosen. Sie streiten um ein Stück Land, das sie ihre Heimat nennen. Die einen möchten das Tal als Weideland nutzen, die anderen für Obst- und Weinbau. Der staatliche Sachverständige ist überfordert und in Zeitnot. Was hilft? Eine alte Legende. Bekannt aus der Bibel als das Urteil des Salomo, aber sie scheint noch älter zu sein und stammt vielleicht aus dem Chinesischen. Zwei Frauen streiten um ein Kind. Der Richter lässt mit Kreide einen Kreis auf den Boden zeichnen und das Kind hineinstellen. "Die richtige Mutter wird die Kraft haben, das Kind aus dem Kreis zu sich zu ziehen." Einer der Frauen gelingt es, da die andere loslässt. Der Richter spricht das Kind jedoch derjenigen zu, die es lieber der Anderen überlassen hätte, als ihm weh zu tun. Das ist die Mutter. Brecht gibt in seinem "kaukasischen Kreidekreis" der Geschichte eine provokante, ironische Wendung. Nicht die richtige Mutter, die im Krieg ihre Kleider in Sicherheit gebracht hat, ihr Kind aber liegen ließ, sondern die Magd Grusche, die das Leben des Kindes gerettet und dafür sogar auf ihren Verlobten verzichtet und einen ungeliebten Mann geheiratet hat, erweist sich als die wahrhaft Mütterliche.
www.staatstheater.stuttgart.de

11. Oktober: "Die Ehre der Maria Braun"
Uraufführung
Nach Peter Märthesheimer/Pea Fröhlich und dem Film von Rainer Werner Fassbinder, Inszenierung: Burkhard C. Kosminski
Düsseldorfer Schauspielhaus, Beginn 19.30 Uhr
In den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs heiraten Hermann und Maria Braun. Nach Kriegsende wartet Maria vergeblich auf die Rückkehr ihres Mannes, der in Gefangenschaft geraten ist. Sie beginnt ein Verhältnis mit dem amerikanischen Soldaten Bill. Als ihr Ehemann plötzlich doch nach Hause kommt, erschlägt Maria Bill. Hermann nimmt die Schuld auf sich und wird zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. In der Nachkriegszeit macht Maria in der Textilfirma von Oswald Karriere. Der Fabrikant verliebt sich in Maria, die diese Zuneigung erwidert, insgeheim aber auf Hermanns Freilassung wartet. Nach Oswalds frühem Tod erfährt Maria, dass die beiden Männer einen Vertrag abgeschlossen hatten, in dem Hermann auf Maria verzichtet, solange Oswald lebt. Als Hermann endlich in Marias Haus einzieht, explodiert die Villa - Maria hatte vergessen den Gashahn zuzuschließen. Die Ehe der Maria Braun dauert nur "einen halben Tag und eine ganze Nacht". Maria muss erkennen, dass "es eine schlechte Zeit ist für Gefühle". Sie glaubt ihr Leben selber zu bestimmen, dabei war sie nur ein Tauschobjekt ihrer Männer.
www.duesseldorfer-schauspielhaus.de

12. Oktober: "Don Carlo"
Premiere
Von Giuseppe Verdi, Inszenierung: Eike Gramss
Semperoper Dresden , Beginn 17 Uhr
Sie ist die Liebe seines Lebens, doch das gemeinsame Glück von Don Carlo und Elisabeth von Valois hat keine Zukunft. Denn Don Carlos Vater, der spanische König Philipp II., beansprucht die Braut seines Sohnes für sich. Damit nicht genug, Don Carlo muss noch mehr Enttäuschung erleben. Als er nacheinander Liebe, Freundschaft und gesellschaftliche Stellung zu verlieren scheint, übernimmt er politische und moralische Verantwortung und wird so zur Gefahr für die Staatsräson. Giuseppe Verdi engagierte sich Zeit seines Lebens gegen menschliche und soziale Ungerechtigkeit und wurde zum Symbol für den Befreiungskampf seiner italienischen Landsleute.
www.semperoper-dresden.de

14. Oktober: "Dog eat Dog"
Uraufführung
Von Nuran Calis, Inszenierung: Annette Pullen
Thalia Theater Hamburg , Beginn 20 Uhr
Nach einer Reihe von Hip-Hop-Videos und zwei Kurzfilmen ist "Dog eat Dog" das erste Theaterstück, das der 26-jährige Nuran Calis geschrieben hat. Im Mittelpunkt stehen Gewalt in den verschiedensten Formen und Ausprägungen sowie Angst und Aggression. Dabei spielt Hip Hop als Ritual unter Jugendlichen ebenso eine Rolle wie die Verbrechen des angeblich sozialen Wohnungsbaus, Arbeitslosigkeit, Langeweile, Isolation und Resignation, Türken in Deutschland, Homosexualität und Liebe. Calis erzählt die Geschichte von sieben Jugendlichen zwischen 16 und 18 Jahren, die in Baumheide, einer Plattenbausiedlung im Nordosten von Bielefeld, wohnen und von einem anderen Leben an einem anderen Ort träumen. "Dog eat dog" lief bei den Autorentheatertagen als Werkstattinszenierung und wird aufgrund des großen Erfolges in der Regie von Annette Pullen im Thalia uraufgeführt.
www.thalia-theater.de

19. Oktober: "The Birds Club"
Uraufführung
Tanzstück von Catherine Guerin frei nach Hitchcocks "Die Vögel"
Schauspielhaus Graz , Beginn 20 Uhr
Ein Klub der Vögel: Catherine Guerin choreographiert neun Frauen in einem Stück über die Femme Fatale, den Film und das Fliegen. Es ist ein schillerndes, unsterbliches Bild, das Klischee der tödlichen Frau, der Femme Fatale. Ihre kühle Schönheit in ihren zahlreichen Masken löst zugleich Panik und Faszination aus. Niemand vermag ihren Blick auszuhalten, geschweige denn den Blick abzuwenden. Der Voyeurismus unterwirft jeden Beobachter der Verführungskraft des Visuellen und der Erotik der Grenzüberschreitung - wenn Blicke töten... Inspiriert von Hitchcock-Filmen, François Ozons "8 Frauen" und der Film-Noir-Reihe untersucht die Choreographin Catherine Guerin einmal mehr die Beziehung von Tanz zum Kino.
www.www.theater-graz.com