10. Oktober: Hilde Domin liest aus ihren Werken
Alte Sparkasse Heppenheim , 20 Uhr
"Man muß weggehen können/ und doch sein wie ein Baum:/ als bliebe die Wurzel im Boden,/ als zöge die Landschaft und wir ständen fest." Das Gedicht "Ziehende Landschaft" erzählt von den Gedanken und Gefühlen der Dichterin Hilde Domin in der Emigration. Doch nicht nur sie selbst hat sich von einem Ort zum anderen bewegt, sondern auch ihre Sprache. Domin beschreibt ihr eigenes Leben als "Sprachodyssee".
Hilde Domin wurde 1909 in Köln geboren und studierte in Heidelberg zunächst Jura, bevor sie sich der Nationalökonomischen Theorie, Soziologie und Philosophie zuwandte. Mit ihrem Lebensgefährten und späteren Mann Walter Palm ging sie in den dreißiger Jahren ins Exil in die Dominikanische Republik, arbeitete als Übersetzerin und Architekturfotografin. Ihr Künstlername leitet sich von Santo Domingo ab. Mit dem Schreiben begann die Dichterin erst in den fünfziger Jahren nach dem Tod der Mutter.
Weiterer Termin:
16. November, 10:30 Uhr: Rathausbühne Willisau (Schweiz)
www.fischer-verlag.de

10. bis 19. Oktober: "12. Göttinger Literaturherbst"
Eine Momentaufnahme der Gegenwartsliteratur präsentiert die traditionsreiche Universitätsstadt Göttingen in Lesungen, Diskussionen und Medienprojekten. Erfolgreiche Autoren aus aller Welt wie T.C. Boyle, Margaret Atwood und Irina Denezkina sind während des Literaturherbstes zu Gast. Besondere Aufmerksamkeit wird der deutschen Literatur gewidmet: Julia Franck, Ulla Hahn, Benjamin von Stuckrad-Barre, Annette Pehnt, Judith Hermann und Fritz J. Raddatz sind nur einige der vielen Schriftsteller, die beim Festival aus ihren Werken lesen werden.
www.literaturherbst.com

12. bis 16. Oktober: Lesereise mit António Lobo Antunes
Paulos Vater Carlos war Transvestit, ein Star des Lissaboner Nachtlebens. Nun liegt er tot vor Paulo im Sarg. Paulo rekapituliert sein eigenes orientierungsloses Leben in einer Pflegefamilie, die Scheidung seiner Eltern und das Verschwinden seines Vaters in der Unterwelt, nur zu gern hinabgezogen von dem Draufgänger und Junkie Rui.
António Lobo Antunes berichtet in seinem Roman "Was werde ich tun, wenn alles um mich herum brennt?" direkt aus seiner Heimatstadt Lissabon, wo er 1942 geboren wurde. Nach dem Medizinstudium arbeitete er als Militärarzt in Angola. Von Antunes sind bereits mehre Bücher erschienen, unter anderem "Das Handbuch der Inquisitoren" und "Die Rückkehr der Karavellen".
12. Oktober: Nürnberger Akademie, Beginn 20 Uhr
14. Oktober: Literaturhaus Köln , Beginn 20 Uhr
16. Oktober: Literaturhaus Berlin , Beginn 20 Uhr
www.literaturhaeuser.net/veranstaltungen/

12. bis 16. Oktober: T.C. Boyle - "Drop City"
Eine kalifornische Hippie-Kommune zieht im neuen Roman des amerikanischen Autors T.C. Boyle nach Alaska, um nicht vom Druck der Gesellschaft zerrieben zu werden. Die Protagonisten müssen feststellen, dass auch die Natur sie in die Knie zwingen kann. In dem Buch steckt das Lebensgefühl einer ganzen Generation, die von der Vergangenheit, aber auch ihrer eigenen Zeit enttäuscht wurde.
Thomas Coraghessan Boyle wurde 1948 geboren. Er ist mit zahlreichen Romanen, darunter Titel wie "Fleischeslust" und "Ein Freund der Erde" bekannt geworden.
12. Oktober: Göttingen , Deutsches Theater, Beginn 19 Uhr
13. Oktober: Köln , Mayersche Buchhandlung, Beginn 20:30 Uhr
14. Oktober: Hannover , Buchhandlung Weiland, Beginn 20:30 Uhr
15. Oktober: Stuttgart , Buchhandlung Wittwer, Beginn 20 Uhr
16. Oktober: München , Muffat-Halle, Beginn 20:30 Uhr
www.hanser.de

13. Oktober: Ein Abend mit Susan Sontag
Schauspielhaus Köln , Beginn 20 Uhr
Als "intellektuelle Botschafterin zwischen Amerika und Europa" wird die Publizistin Susan Sontag dieses Jahr mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. In einer Welt der verstümmelten Wahrheiten und gefälschten Bilder sei Sontag für die Würde des freien Denkens eingetreten, so die Begründung der Stiftung für die Preisvergabe. Susan Sontag hatte die Kommentierung der Attentate auf das World Trade Center als Volksverdummungskampagne von Politikern und Medien bezeichnet und war damit vor allem von amerikanischer Seite stark kritisiert worden. Sontag hat sich auch in anderem Kontext mit der Wirkung der Medien beschäftigt: Im Mittelpunkt des Abends steht ihr neues Buch "Das Leiden anderer betrachten" zum Thema Kriegsfotografie.
www.stbib-koeln.de/literaturhaus

15. Oktober bis 29. November: "Poets One"
Heidelberg
Heidelberg hat ein neues Literaturfest: "Poets One" soll in den künftigen Jahren Dichter aus aller Welt in die Stadt am Neckar locken. Zur Premiere werden in diesem Herbst unter anderem Friedrich Ani, Thomas Kling, Reiner Kunze, Raoul Schrott und der Literatur-Nobelpreisträger von 1992, Derek Walcott, erwartet. Neben Themenabenden und Soloveranstaltungen hat sich der Organisator, das Deutsch-Amerikanische Institut, eine besondere Veranstaltungsform ausgedacht - "Poets Private". Bürgerinnen und Bürger laden Dichter zu sich nach Hause ein, um die Lesung zu einer persönlichen Begegnung im kleinen Rahmen zu gestalten. Neben persönlichen Gästen haben, falls ausreichend Platz vorhanden sein sollte, alle Literaturfreunde nach Voranmeldung Zutritt.
www.poets-one.com

16. Oktober: "bewegungsfreiheit"
Literaturhaus München , Galerie, Beginn 21 Uhr
Ein Geschwisterpaar begibt sich nach Indien, um die Blindheit des Bruders dort heilen zu lassen. Die Reise führt die beiden zu sich selbst. "Bruder und Schwester" heißt der beim Klagenfurter Literaturwettbewerb ausgezeichnete Roman von Ulla Lenze. Das Werk wird am "bewegungsfreiheit"-Abend des Literaturhauses München neben dem Buch "Meeres Stille" von Stefan Beuse als eine der bemerkenswertesten Neuerscheinungen des Literaturherbstes vorgestellt. Sebastian Krämer, Star der deutschen Poetry-Slam-Szene, präsentiert außerdem mit Beat Box Eliot Neues aus seinem dichterischen Schaffen.
www.literaturhaus-muenchen.de