24. bis 26. Oktober 2003: "6. Internationales Festival für Stummfilm und Musik"
Berlin , Cinemaxx am Potsdamer Platz und Filmmuseum Potsdam
"Komödiant verkannt" - unter diesem Motto sind alte Filme von Max Linder und Ernst Lubitsch zu sehen. Der in Frankreich als Gabriel Leuvielle geborene Max Linder (1883-1925) war einer der ersten Komiker im Film. Seine Karriere begann bereits im Europa der Belle Epoque: Vom einfachen Darsteller wurde er zum Regisseur und Autor der eigenen Filme. Besonders beliebt war Linders Schöpfung Max, ein verwirrter Dandy, dessen Abenteuer bereits an die Komik der späteren Charlie-Chaplin-Filme erinnert. Das Leben von Max Linder endete tragisch: 1925 beging er gemeinsam mit seiner Frau Selbstmord. Das Festival zeigt die Filme "The three Must-Get-Theres - Die drei Musketiere" (USA 1922), "Les Surprises de l'Amour" (F 1909) und "La Vengeance du Bottier" (F 1909).
Ernst Lubitsch (1892-1947) arbeitete sich von kleinen Eigenproduktionen zum Produktionschef von "Paramount" empor. Seinen Filmen liegt die Auffassung zugrunde, dass der Zuschauer stets nach einer Welt des schönen Scheins verlange. Der Lubitsch-Film "Als ich tot war" (1916) wurde noch nie in Deutschland gezeigt - und erlebt auf dem Festival für Stummfilm und Musik eine verspätete Premiere.
www.cinemaxx.de
www.filmmuseum-potsdam.de

26. Oktober bis 2. November 2003: "KunstFilmBiennale Köln 2003"
Die Verknüpfung zwischen Kunst und Film steht bei dem Kölner Festival im Mittelpunkt. Rund fünfzig Dokumentar-, Künstler- und Kinofilme erlauben einen Überblick über die aktuelle Situation der filmischen Gegenwartskunst. Experimentelle und Avantgardistische Streifen erhalten bei der "KunstFilmBiennale" eine wichtige Plattform.
Seit Anfang der 90er Jahre haben vor allem französische Produktionen auf sich aufmerksam gemacht. Daher ist den Filmemachern des Nachbarlandes ein besonderer Schwerpunkt gewidmet: Gezeigt wird eine ausführliche Auswahl jüngerer Filme von Dominique Gonzalez-Foerster und Pierre Huyghe bis zur Neuentdeckung Valérie Mréjen. Eine Retrospektive gilt ebenfalls einem in Frankreich geborenen Künstler: dem Fotografen, Filmemacher und Schriftsteller Alain Fleischer. Eine weitere Werkschau findet zu Ehren des kürzlich verstorbenen Pioniers der Avantgarde-Filmkunst statt, Stan Brakhage. Einige seiner in Europa selten gezeigten Filme werden aus diesem Anlass vorgeführt.
www.kunstfilmbiennale.de

28. Oktober bis 2. November: "17. Internationales Filmfest Braunschweig"
Eine Woche lang sind in Braunschweig neue deutsche und internationale Filmproduktionen zu sehen. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Thema "Musik und Film". So wird das Festivals mit einem neu vertonten Stummfilmklassiker von Friedrich Wilhelm Murnau eröffnet: "Schloss Vögelod". Manuel Göttsching hat sich der Herausforderung gestellt, den Film, dessen Originalpartitur verloren ging, mit neuen Tönen zu untermalen.
In der Sparte "Neue Deutsche Filme" präsentieren sich unter anderem "Über Nacht" (2002) von Horst Krassa, "Tor zum Himmel" (2003) von Veit Helmer und Ilona Zioks "Der Junker und der Kommunist" (2003). Die Hommage an die Schauspielerin Katrin Sass umfasst nicht nur ihren jüngsten Kinoerfolg "Good Bye, Lenin" (D, 2002), sondern auch die deutsch-russsische Produktion "Babij Jar" (2002), "Fallada - Letztes Kapitel" (DDR, 1988) und "Das Haus am Fluss" (DDR, 1985). Das Internationale Kino ist mit "Rachida" von Yamina Bachir (ALG/F 2002) und "Das Meer kommt" (J 2002) von Kei Kumei vertreten.
Verliehen werden der Kurzfilm-Musik-Preis "Der LEO" und der Publikumspreis "Heinrich".
www.filmfest-braunschweig.de

30. Oktober bis 2. November: "45. Nordische Filmtage Lübeck"
CineStar Filmpalast, Stadthalle Lübeck
Liebe und Identität: Zwei Zutaten für einen wunderbaren Abend bei Popcorn und Taschentuch. Péter Palátsiks Spielfilmdebüt "Irgendwas ist immer" handelt von einer jungen Frau, die ihren Ex-Freund zurückerobern will. Isabel Kleefeld thematisiert in "Königskinder" die Folgen einer ungewollt frühen Schwangerschaft; Miguel Alexandre erzählt in "Für immer im Herzen" die Geschichte von Liebe und einer schrecklichen Krankheit.
Politische und sozialkritische Dokumentationen holen den Zuschauer wieder auf den Boden der Tatsachen zurück: "Unity, Putzie + Blondie - Hitlers Freunde und der amerikanische Geheimdienst" (2003, von Rasmus Gerlach) über die nationalsozialistische Vergangenheit und "Die Verschwörung - Aufstieg und Fall des Salvador Allende" (D 2003) von Michael Trabitzsch. Außerdem werden Filme mit besonderem regionalen Interesse gezeigt, so die Dokumentation "Tot in Lübeck" von Charlotte Marsau und Katharina Geinitz (D 2003), die sich mit dem Brand in einem Lübecker Asylbewerberheim beschäftigt.
www.luebeck.de/filmtage/03/

30. Oktober bis 2. November: "Vom Dorf in die weite Welt - via Moskau-Platz"
Filmmuseum München
Neue ungarische Filme präsentiert das Filmmuseum München. Im Vordergrund stehen Produktionen, die sich mit sozialen Problemen des Landes auseinander setzen. Der gesellschaftliche Zündstoff verbirgt sich oft hinter einer trügerischen Fassade - so ist die Stille in dem von Regisseur György Pálfi in "Hukkle" (2002) gefilmten Dorf äußerst trügerisch.
Seinen Namen hat das Festival dem Film "Moszkva tér" (Moskau Platz, 2001) von Ferenc Török zu verdanken, der eine politisch desinteressierte Jugend in der Zeit des politischen Umbruchs porträtiert.
www.ungarisches-institut.de/buk-e2003-6-1.htm

30. Oktober bis 2. November: "Ökomedia"
SWR Studio Freiburg
Eine unserer kostbarsten Ressourcen ist Wasser. Es spendet Leben, kann aber auch zerstören - und ist ungleich über die Erde verteilt. Rund ums Nass, seine Energie, aber auch seine Verschwendung geht es beim "20. Internationalen Umwelt-Film-Festival" in Freiburg: Dokumentar-, Spiel- und Kurzfilme haben hier ebenso Platz wie Satiren.
Das Engagement der freiwilligen Helfer gegen die Ölpest an den Stränden Galiziens nach dem Untergang des Öltankers "Prestige" 2002 dokumentiert Stéphane M. Gruseo in "Geschichten von der Chapapote" (Span. 2002). Mit Globalisierungsproblemen beschäftigt sich der georgisch-amerikanische Film "Power Trip" (2003) von Paul Devlin über den Versuch eines Großkonzerns, die Stromversorgung der georgischen Hauptstadt zu regeln. Weitere 40 Filme konkurrieren um sechs Preise, darunter der "Hoimar-von-Ditfurth-Preis für die beste journalistische Darstellung ökologischer Probleme für Kinder und Jugendliche".
www.oekomedia-institut.de

30. Oktober bis 2. November: "backup_festival. Neue Medien im Film 2003"
E-Werk Weimar
Das Festival startete in Weimar im Kulturstadtjahr 1999 und hat sich seitdem als wichtige Plattform für den Bereich "Neue Medien" entwickelt. Digitale Bildmedien, Produktionsformen und Technik haben großen Einfluss auf Inhalt und Ästhetik von Filmen. Es sollen daher Projekte im Vordergrund stehen, die mit den neuen Mitteln künstlerisch umzugehen wissen. Ein Preis, der "backup.clipaward", wird an deutsche Musikvideos vergeben, die sich mit der neuen Medientechnologie auseinandersetzen.
www.backup-festival.de