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18 Dinge, die Sie im Alter bereuen werden

Alt werden heißt auch: im Leben möglicherweise etwas verpasst zu haben. Das macht einigen Menschen Angst. Ein paar Dinge, über die Sie sich dann wirklich ärgern sollten

© Keith Bedford/Reuters

 

1. Nie Ihre Träume verwirklicht zu haben. Halt bis auf den einen, in dem Sie nackt noch einmal Ihre Abiturprüfung ablegen müssen, aber darüber wollen Sie lieber nicht mehr sprechen.

2. Ihrer großen Liebe nie Ihre wahren Gefühle gestanden zu haben. Dabei hört jede Mutter gern, dass keine andere Frau je an sie herankommen kann. Vor allem Ihre Mutter. Die ist nämlich die Beste von allen. Lassen Sie sich nichts anderes einreden.

3. Nie Klavierspielen gelernt zu haben. Und jetzt sitzen Sie da auf der Bühne der Elbphilharmonie, das Publikum wartet gespannt, und Sie haben den Salat.

4. Die Sozial-Rock-Oper über Ihre Emotionen nie beendet zu haben.

5. Endlich Ihren langweiligen Job gekündigt zu haben, um als Weinbauer in der Toskana zu arbeiten, weil Ihnen erst nach der Kündigung einfiel, dass Ihr langweiliger Job bereits Weinbauer in der Toskana war.

6. Damals, in der 3. Klasse, als Heiko Palutschek behauptet hat, dass Sie „nach Klo riechen“, nicht mit „Selber“ geantwortet zu haben.

7. Zu oft auf die Meinung anderer Leute gehört zu haben. „Willst du wirklich mit diesem Hemd auf die Straße?“, „Möchten Sie diese 13 Objekte wirklich dauerhaft löschen?“, „Hast du überhaupt Geld dabei?“, „Sind Sie wirklich ausgebildeter Herzchirurg?“

8. Zu viel Zeit mit Ihrer Familie verbracht zu haben. All die Zoobesuche, all die Sandburgen, all die endlosen Schultheateraufführungen, all die verlorene Zeit, in der Sie besser an Ihre Karriere gedacht hätten. Dann hätte Karin bestimmt auch nicht beschlossen, sich „noch einmal ganz neu erfinden“ zu wollen, und Linus und Madita rufen ja trotzdem nur einmal im Monat an und behaupten dann, sie seien gerade „auf dem Sprung“.

9. Nicht genug Reisen gemacht zu haben, als Sie die Gelegenheit dazu hatten. Zum Beispiel nach Venezuela, als herauskam, dass sie im engeren Sinne doch kein ausgebildeter Herzchirurg sind.

10. Sich viele Dinge nicht getraut zu haben. Zum Beispiel freihändig Fahrrad zu fahren.

11. Sich manche Dinge dann doch getraut zu haben. Zum Beispiel freihändig Auto zu fahren.

12. Sich viel zu oft über Kleinigkeiten aufgeregt zu haben. Dabei hätten Sie all die Zeit dafür nutzen können, sich über große Dinge aufzuregen.

13. Zu lange in einer nicht funktionierenden Beziehung geblieben zu sein. Das war nicht gut. Weder für Sie noch für Bobo, den Plüschbären.

14. Nie wirklich im Moment gewesen zu sein. Dabei war das Moment für eine Tabledance-Bar erstaunlich gepflegt und die Getränkepreise vergleichsweise moderat. Aber jetzt ist es zu spät, jetzt hat das Moment dauerhaft geschlossen, alles macht zu, alles ist nur noch verdünnt. Scheiß Alter.

15. Freundschaften nicht gepflegt zu haben. Schauen Sie sich Ihre Freunde doch mal an, die sind doch auch alle alt!

16. Die Sozial-Rock-Oper über Ihre Emotionen doch noch beendet zu haben.

17. Sich viel zu viele Sorgen gemacht zu haben. Vor allem darüber, was Sie im Alter mal bereuen werden.

18. Alt geworden zu sein.

74 Kommentare

  1.   728er

    Super, meine Tochter heißt Madita. Lass ich mich mal überraschen …

  2.   Ein Kritiker

    Großer Gott. Ein unterdurchschnittlich intelligenter Mensch mit unterdurchschnittlichem Humor braucht zum Verfassen eines solchen Artikels geschätzte 10 Minuten. Und sowas wird in der ZEIT veröffentlicht?? Unfassbar schlecht.

  3.   dr-ducati

    … den Text gelesen zu haben.

  4.   hfeu77

    Mir ist nicht ganz klar wie dieser Text einzuordnen ist. Fällt das unter Humor?

  5.   J-M

    Sorry. Hab nach Nummer 4 aufgehört zu lesen. Das. War. Absolut. Unlustig!

  6.   Sahnetorte

    Mit diesen 18 Dingen kann ich mich überhaupt nicht identifizieren. Kann daran liegen,dass ich nicht verklemmt bin. Und mein Motto „lebe wild und gefährlich“ lautet!

  7.   dborrmann

    Haha, ich bin Veganer, alt und hätte doch so gerne das Fleischzerlegen und Wursten gelernt.

  8.   Antinom

    Eine Sozial-Rock-Oper über meine Emotionen? Meine Emotionen? Als ob da meine Emotionen eine Rolle spielten: Es geht um gesellschaftliche _Zustände_, Herr Rammstedt! Um die Zustände! Ich habe mich für meine Rockoper daher vor allem an Weill und Brecht orientiert. Das goldene Licht gab es nur in meiner Vorstellung, aber eine Orgel kann man mit dem Soundblaster ganz passabel nachahmen. Und ausschließlich mit meinem Gehirn, Herr Rammstedt!, dem Gehirn, habe ich dieses Werk geschrieben. Da ging es nicht um meine Emotionen! Das Stück handelte davon, dass der Hauptcharakter, quasi so ein charismatischer Che Guevara-Typ von ca. 16 Jahren mit hervorragenden Gitarren-Skills in seinem ehemaligen Kinderzimmer seines Elternhauses seinem wissbegierigen Freundeskreis die Ursachen des Leids der Welt erklärt. Da ging es nicht um meine Emotionen, sondern um Zust… Ich bin da jedenfalls nie über den ersten Song hinaus gekommen. Das Projekt ist irgendwie versandet. Schade eigentlich: War ein guter Song! Ich hab den hier noch irgendwo, warten Sie mal!… Auf Diskette. Scheiße!

    Egal. Ich mache einfach einen neuen! Die Projektidee ist ja nicht sooo schlecht! Man müsste sie halt etwas updaten, entstauben, weniger… peinlich machen. Wie wäre es, mit einem charismatischen, grob Dreißigjährigen (einem hervorragenden Gitarristen), der die Ursachen des Leids der Welt… nah! Die Idee ist noch nicht ganz ausgereift. Aber die Richtung stimmt. Da wird was draus! Ich halte Sie auf dem Laufenden, Herr Rammstedt!

    .
    [zu sich selbst]…vielleicht irgendwie mit Selbstironie und Augenzwinkern dabei. Selbstreferentialität ist ja sowieso trendy und sehr intellektuell! Ja, das wird was…. [ab]

  9.   Johannes Duve

    Oh Gott, was für eine gequirlte Scheisse. Fällt der Zeit nichts mehr ein ? Schlimm.

  10.   pondering

    humor at best – one needs not be old to miss something. Nor does one need to be young to do something they wish to. How sad if one chooses to be engulfed into this persons closed mind.