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Achtung, Facebook ist jetzt sicher!

Na, wurden Ihnen auch mal wieder Daten geklaut? Wenn Sie diesen Ratschlägen gehorchen, ist Ihr Facebook-Profil geschützt. Endgültig, für immer, auf ewig. Kein Witz, echt.

© Unsplash.com/Thought Catalog

1. Entfreunden Sie alle Kontakte, denen Sie nicht hundertprozentig vertrauen. Also alle außer Ihrer Kindergartenfreundin Renate. Wenn Sie keine Kindergartenfreundin namens Renate haben, ist Ihnen ohnehin nicht mehr zu helfen.

2. Löschen Sie in der Rubrik „Meine Lieblingszitate“ den Eintrag: „Der Kopf ist rund, damit die Gedanken die Richtung einnehmen sollen, die mir gesagt wird (Francis Picabia)“. Und wenn Sie schon dabei sind, dann gleich auch noch die Einträge: „Hören Sie bitte sofort auf, mich falsch zu zitieren (Francis Picabia)“ und „Wir setzen Ihnen dafür eine Frist von 14 Tagen (Francis Picabias Anwalt)“.

3. Verwirren Sie den Algorithmus, indem Sie widersprüchliche Nachrichten posten. Beispiele: Erst: „OMG – endlich Frühling!“ Dann: „Wann hört dieser Scheißfrühling endlich auf!?“ Erst: „Das Boot ist voll, Frau Merkel!!!11!!1!“ Dann: „Heute jemand Bock auf Kino?“, „#DeleteFacebook“.

4. Ihr Name sollte aus mindestens 13 Zeichen bestehen, darunter Groß- und Kleinbuchstaben, sowie Ziffern und Sonderzeichen. Falls Sie keinen solchen Namen haben, schämen Sie sich ein bisschen. Beispiele: Uwe Kleinkämper (schwach), Uwe Kleinkämper63 (peinlich), UwE§Klein2KämpeR? (stark), Jesus Washington „Uwe“ $Lovegod69 (cool), Mark Zuckerberg (zeitlos elegant).

5. Öffnen Sie im Messenger keine Anhänge von Menschen, die Sie nicht kennen. Es sei denn, der Anhang sieht interessant aus. Schließlich könnte es ja doch etwas Wichtiges sein, etwas unverhofft Entscheidendes, etwas, für das sich all die vergeudeten Jahre, all die verwässerten Träume, all das verkümmernde Aufbäumen gelohnt hat. Das ist vielleicht nicht besonders wahrscheinlich, aber Sie können auf Wahrscheinlichkeiten längst keine Rücksicht mehr nehmen. Es ist eine Chance. Und womöglich Ihre letzte. Streichen Sie das „womöglich“.

6. Klicken Sie bei Veranstaltungseinladungen immer nur auf „interessiert“. Das macht Sie unberechenbar. Und mysteriös. Lächeln Sie dabei perfide. Wenn Sie nicht perfide lächeln können, üben Sie das vorher. Sonst ist alles für die Katz.

7. Nur um ganz sicherzugehen: Besuchen Sie täglich das Profil Ihres Ex-Partners und versuchen Sie herauszufinden, ob da auf diesem neuen Profilbild das Lachen nicht doch ein wenig sehnsüchtig ist (ist es nicht) und ob es sich bei diesem Lackaffen nicht doch vielleicht nur um einen losen Bekannten handelt, der halt zufällig häufiger mit auf die Fotos geraten ist (ist er nicht). Sagen Sie sich anschließend, dass auch Sie irgendwann wieder glücklich sein werden (werden Sie nicht).

8. Wählen Sie in „Einstellungen“ den Eintrag „Sicherheit“. Klicken Sie dort irgendetwas an. Schnurren Sie anschließend zufrieden.

9. Drehen Sie den Spieß um und lassen Sie Facebook zur Abwechslung sich unsicher fühlen. Posten sie also mindestens einmal im Jahr: „Bin erst einmal raus hier“. Bitten Sie Ihre Kindergartenfreundin Renate per Messenger, ihr „Gefällt mir“ darunter wieder zu löschen.

10. Liken Sie alles. Ausnahmslos alles. Weil doch alles schließlich Teil des großen Wunders ist, das manche „Schöpfung“, manche „Universum“ und manche „ekliger Exhibitionismus, an dem wir alle untergehen werden“ nennen. Denn merke: „Der Daumen ist daumenförmig, damit er aussieht wie ein Daumen.“ (Francis Picabia)

11. Stupsen Sie Mark Zuckerberg stündlich an. Sicherheitshalber.

12. Vorsicht vor Tests und Spielen, die Ihnen auf Facebook angeboten werden! Wenn Facebook herausfindet, dass Sie zu dem einen Prozent der Menschheit gehören, das das Rätsel innerhalb einer Minute lösen kann, werden Ihre Daten natürlich ungemein kostbarer.

14. Nur ein Prozent der Menschheit erkennt innerhalb einer Minute, welche Zahl in dieser Auflistung fehlt! Wenn Sie dazugehören, teilen Sie es mit Ihren Freunden!

15. Sie sind ein Trottel.

16. Schließen Sie nicht nur das Browserfenster, sondern loggen Sie sich nach jedem Besuch auf Facebook aus. Loggen Sie sich kurz danach wieder ein, um zu sehen, ob in der Zwischenzeit irgendetwas passiert ist. Starren Sie lange auf den Bildschirm und denken Sie über Ihr Leben nach. Finden Sie den Gedanken zu unangenehm, um ihn weiter zu verfolgen.

17. Erlauben Sie keinen anderen Apps den Zugriff auf Ihre Kontakte. Auch nicht, wenn die Apps „bitte“ sagen. Auch dann nicht, wenn sie versprechen, „wirklich nur ganz kurz einmal draufschauen“ zu wollen. Wenn die Apps dann anfangen zu quengeln und behaupten, Sie seien „der gemeinste User der Welt“, der „nie, nie, nie etwas erlaubt“, und dass die Apps jetzt die Luft anhalten, bis sie die Kontakte sehen dürften, bleiben Sie hart, aber freundlich. Es ist nur eine Phase.

18. Bedenken Sie immer: „Wenn es kostenlos ist, bist du das Produkt“ (Francis Picabia). Bedenken Sie aber auch: „Bedauerlicherweise haben Sie unsere gesetzte Frist nicht eingehalten. Wir sehen nun keine andere Möglichkeit mehr, als das in unserem Schreiben vom 16.3.18 bezifferte Bußgeld gerichtlich einzuklagen.“ (Francis Picabias Anwalt)

42 Kommentare

  1.   Kuration

    Danke!! Ich heiße auf FB LcFtK$&-%MRhXHCY und kenne Gott sei Dank keine einzige Renate.

  2.   oetzmann2

    Sehr schöner Beitrag 😀

    Sie haben noch vergessen, dass man dringend per gepostetem Bild den Facebook-AGB widersprechen sollte, ansonsten kommt Mark Zuckerberg persönlich zum Kaffee vorbei um nicht nur ihre Daten, sondern auch das Kaffeservice zu klauen. 😉

  3.   Die Oben-Partei

    Dann bezeichne ich diesen Artikel mal als „interessant“, um jeden zu verwirren der meine Beiträge hier algorithmisch verwursten will.

  4.   Dr. Schiwago X

    Sehr gut, das sind die neuen „18“ Gebote des Lebens! ^^

  5.   Matt K.

    Nach 10 Jahren habe ich vor einigen Tagen mein Konto bei FB gelöscht. Hatte ich mal angelegt um mir einen Überblick zu verschaffen was dieses Netzwerk bietet (damals waren erst wenige Deutsche dort). In den Jahren habe ich es aber nie genutzt, weder irgendetwas hochgeladen, geteilt, geliked oder kommentiert. Habe mal ein paar Wochen aktiv verfolgt was dort so gepostet wird und schnell bemerkt das es reine Verschwendung von Lebenszeit ist. Für mich ist die Beliebtheit von FB und die Inhalte dort eine Bestätigung meiner Theorie das der Großteil unserer Bevölkerung intellektuell verblödet und extrem leicht zu manipulieren ist.

  6.   Die Alternative zur Alternative

    19. Lesen Sie Rammstedters Kommentar zu Facebook. Liken Sie ihn, denn er ist wirklich gut. Denken Sie daran: „Wer zuletzt likt, den bestraft das Leben“ (Francis Picabia).
    So, und jetzt löschen Sie bitte WhatsApp und installieren Sie Threema. Nehmen Sie Ihre Freunde mit, insbesondere Renate. Und statt mit dem Daumen verabschieden Sie sich von dem Überwachungsprogramn Facebook mit dem Mittelfinger. Endgültig! Sie werden es nicht bereuen. Ehrlich!

  7.   Süddeutsche-Flüchtling

    Ich schreibe dann mal einen Mitleidskommentar. Sie vergaßen zu erwähnen, alle Ortungsdienste im Smartphone anzulassen, damit jeder immer weiß wo man gerade ist.

  8.   Süddeutsche-Flüchtling

    Ich schreibe dann mal einen Mitleidskommentar.
    Sie vergaßen zu erwähnen, alle Ortungsdienste im Smartphone anzulassen, damit jeder immer weiß wo man gerade ist.

  9.   Quickstep

    16 😀

  10.   Me70

    nein, nicht witzig…

 

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