Tijan Sila

„Wir haben euch was mitgebracht: Hass, Hass, Hass.“

Fankurven im Fußballstadion sind ein Spiegel der Gesellschaft. Wenn die Minderheit zu toben beginnt, erstarren die Friedfertigen in hilfloser Bestürzung.

Szene aus dem Championsleague-Endspiel Bayern München gegen Chelsea im Mai 2012, © Alex Livesey/Getty Images

Ich bin leidenschaftlicher Anhänger des 1. FC Kaiserslautern und fahre gelegentlich zu Auswärtsspielen, wo ich über mein Lieblingsthema nachdenke – die Barbarei. Mein letztes Auswärtsspiel ist eine Weile her; ich ging mit Freunden zum Spiel gegen Ingolstadt und zwar in der Saison, bevor „die Schanzer“ in die erste Bundesliga aufstiegen. Unwichtig. Es zählt einzig, dass ich viel über Barbarei nachgedacht habe. Weiter„„Wir haben euch was mitgebracht: Hass, Hass, Hass.““

Tijan Sila

Können Skater schreiben?

Hemingway boxte, Camus war Torwart, Murakami läuft. Schriftsteller verwandeln Sport in Mythos. Aber wie verändert sich Schreiben durch die Sportart, die ein Autor wählt?

© Matteo Paganelli/unsplash.com (https://unsplash.com/@matteopaga)

Leibesertüchtigungsroutinen scheinen bedeutsamer, wenn sie von AutorInnen ausgeübt werden. Haben diese einen Sport mit Leidenschaft betrieben, dann wissen wir davon: Thom Jones, Lord Byron und Hemingway boxten. John Irving und Ken Kesey rangen. Joyce Carol Oates, Stephen King, Haruki Murakami und Don DeLillo sind oder waren Läufer. Camus und Nabokov waren Torhüter. Giorgio Bassani, David Foster Wallace und Martin Amis spiel(t)en Tennis – Nabokov übrigens auch, er trainierte sogar andere darin, außerdem boxte er aktiv, das heißt als Wettkämpfer.

Und Ernst Jünger? Er hat bis kurz vor seinem Tod jeden Tag mit Seilspringen begonnen.

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