Tsunami auf Samoa "Hier ist überall Panik"
Der Tsunami schlug am frühen Morgen auf Samoa an Land – mitten in der Ferienzeit. Mindestens 120 Menschen wurden getötet. Häuser sind zerstört, Autos, Boote zertrümmert.
Knapp einen Tag nachdem der Tsunami die südpazifische Inselgruppe Samoa getroffen hat, zeigt sich das ganze Ausmaß der Katastrophe. In Berichten aus dem Katastrophengebiet ist von mindestens 120 Todesopfern die Rede. Überlebende berichten von einer großen Wucht, mit der bis zu fünf Meter hohe Flutwellen an Land kamen. Auf der Hauptinsel Upolu soll das Wasser bis zu anderthalb Kilometer ins Landesinnere vorgedrungen sein, hieß es.
Der Nationalparkchef von Amerikanisch-Samoa, Mike Reynolds, sprach von vier Wellen, die, bis zu sechs Meter hoch, in den Park geschwappt seien. Augenzeugen schilderten dramatische Szenen. "Hier ist überall Panik entstanden, weil die Kinder auf dem Weg zur Schule und die Menschen auf dem Weg zur Arbeit waren", sagte ein Korrespondent aus Apia auf Samoa. 47 Leichen seien bis zum Abend (Ortszeit, die Region ist Europa elf Stunden voraus) geborgen worden, schilderte Alan Ah Mu, Redakteur der Zeitung Samoa Observer, der BBC.
"Wir sind es gewohnt, dass Häuser durch Hurrikans zerstört werden, aber so etwas wie dies, durch einen Tsunami, hat hier noch nie jemand erlebt", sagte er. Auf ersten Fotos waren überflutete Straßen zu sehen. Autos, die von den Wassermassen mitgerissen wurden, lagen in Trümmerhaufen. Die Flut schleuderte Boote hunderte Meter ins Landesinnere. Lokalsender berichteten, dass einige Dörfer völlig überschwemmt seien. "Zwei oder drei Ortschaften wurden schwer zerstört", sagte der Leiter des Gesundheitsdienstes von Amerikanisch-Samoa, Salamo Laumoli, dem US-Sender CNN.
Die ehemalige deutsche Kolonie Samoa liegt auf halbem Weg zwischen Neuseeland und Hawaii. Die besonders betroffene Südküste der Hauptinsel Upolu ist ein Touristenparadies. Die Hotels waren gut besucht, weil in Australien und Neuseeland Schulferien sind. Wie viele Ausländer ums Leben kamen oder vermisst wurden, war zunächst unklar. Die neuseeländische Luftwaffe schickte ein Aufklärungsflugzeug in die 2800 Kilometer entfernte Region, um nach Überlebenden zu suchen, die vielleicht auf das Meer hinausgerissen wurden.
Schwer getroffen war auch die Schwester-Insel Amerikanisch-Samoa rund 80 Kilometer weiter östlich. US-Präsident Barack Obama erklärte das Eiland zum Katastrophengebiet. Damit werden zusätzliche Finanzmittel für Rettungseinsätze frei. Auch Japan gab am Mittwoch eine Warnung für die gesamte Ostküste aus. Hier wurde eine Welle von 50 Zentimetern Höhe erwartet – eine durchaus gefährliche Kraft.
Den Tsunami hatte ein Erdbeben der Stärke zwischen 8,0 und 8,3 rund 200 Kilometer vor der Südküste der Inseln ausgelöst. Das Epizentrum lag laut der amerikanischen Erdbebenwarte USGS in etwa 35 Kilometern Tiefe unter dem Meeresboden, in der Mitte zwischen der Inselgruppe Samoa und Amerikanisch-Samoa. Mehr als ein Dutzend Nachbeben erschütterten die Region.
- Datum 02.10.2009 - 08:32 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
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