Mord an Ägypterin Hohe Sicherheitsmaßnahmen bei Prozessauftakt

In Dresden hat der Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder der schwangeren Marwa El-Sherbini begonnen. Acht Anwälte vertreten die Anklage, bezahlt von Ägyptens Regierung.

In Dresden hat der Prozess um den gewaltsamen Tod der Ägypterin Marwa El-Sherbini begonnen – unter massiven Sicherheitsmaßnahmen. So wurde die Umgebung des Gebäudes weiträumig abgesperrt. Zuschauer und Journalisten aus dem In- und Ausland wurden streng kontrolliert, ihre Kleidung wie am Flughafen durchleuchtet. Im Gerichtsgebäude selbst bezogen Scharfschützen Posten.

Wegen der aufwendigen Kontrollen verzögerte sich der Prozessbeginn um eine halbe Stunde. Grund für die Vorsicht der Behörden ist ein Mordaufruf gegen den Angeklagten im Vorfeld des Prozesses.

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Der 29-jährige Alex W. muss sich wegen Mordes, versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung vor dem Schwurgericht verantworten. Dem Russlanddeutschen wird vorgeworfen, die im dritten Monat schwangere Frau erstochen und ihren Ehemann lebensgefährlich verletzt zu haben. Die Tat ereignete sich am 1. Juli im Dresdner Landgericht. Sein Motiv soll Ausländerhass gewesen sein.

Der Mann des Opfers soll als Zeuge aussagen. Er erschien am Montagvormittag auf Krücken gestützt im Gericht. Acht Anwälte vertreten den Witwer, den Bruder der Toten und deren Eltern als Nebenkläger. Die ägyptische Regierung bezahlt nach Angaben des Außenministeriums in Kairo das Team von deutschen Anwälten, die dafür sorgen sollen, "dass der Mörder nach deutschem Recht die Höchststrafe erhält". Ägyptens Botschafter in Deutschland, Ramzy Ezzeldin Ramzy, erwartet einen fairen Prozess um den Mord an seiner Landsmännin Marwa El-Sherbini. Er habe großes Vertrauen in die deutsche Justiz.

Die Tat geschah im Sommer vor den Augen des dreijährigen Sohnes der Familie und löste weltweit Entsetzen aus. Marwa El-Sherbini hatte Alex W. angezeigt, nachdem dieser sie auf einem Spielplatz als "Islamistin" und "Schlampe" bezeichnet hatte. Die vom Gericht verhängte Geldstrafe wollte er nicht akzeptieren und legte Berufung ein. Nachdem El-Sherbini im Berufungsprozess als Zeugin ausgesagt hatte, zückte Alex W. plötzlich ein Messer und stach auf die Schwangere ein. Sie starb wenig später im Gerichtssaal. ihr Mann, der sie hatte schützen wollen, wurde lebensgefährlich verletzt. 

Tarek El-Sherbini, ein Bruder des Opfers, sagte der Kairoer Tageszeitung Al-Shorouk, die Familie werde sich zunächst auf den Prozess gegen den Mörder konzentrieren. Sie wolle jedoch zu einem späteren Zeitpunkt noch gegen den Polizisten klagen, der Marwas Ehemann im Gerichtssaal versehentlich angeschossen hatte. Auch eine Klage gegen das Gericht wegen mangelhafter Sicherheitsvorkehrungen während des damaligen Prozesses sei in Vorbereitung.

 
Leser-Kommentare
  1. 1. Der Fall ist tragisch und die Tat furchtbar! Die Handlung des Polizisten, der versehentlich auf den Mann schoß, war falsch. Die Sachlage ist aber eindeutig und der Täter gefasst. Nun gilt es, wie in jedem Strafprozess die Beweggründe für die Tat zu ermitteln.

    2. Wir haben kein Rachestrafrecht! Wir zielen, selbst bei so einer Tat, auf Resozialisierung! Das ist gut so, denn wir besitzen ein modernes Strafrecht ohne Todesstrafe und ohne religiös geprägte Auslegung. Das moderne Rechtssystem ist ein Eckpfeiler für die Freiheit in diesem Land!

    3. Es darf ein Medieninteresse geben, das gibt es auch bei anderen Prozessen. Aber die Justiz und auch unserer Politik muss deutlich machen, dass wir die Grundsätze unseres modernen Rechtssystems nicht aufgeben! Mehr noch, Politiker müssen Forderungen aus dem Ausland in die Schranken weisen!
    Aus "Spiegel-Online": "Längst hat sich die ägyptische Regierung eingeschaltet. Kairos Botschafter reist mit eigener Delegation zum Prozess, der Präsident der ägyptischen Anwaltskammer sowie ein Staatsanwalt aus Alexandria werden das Verfahren beobachten. Erstmals in einem deutschen Prozess hat das Gericht zudem einen ägyptischen Anwalt als Vertreter der Nebenklage zugelassen, er soll das deutsche Team der Eltern Marwas verstärken."

    4. Hat der Angeklagte, so furchtbar die Tat auch war, eine Chance auf Gleichbehandlung mit anderen Tätern? Bei dem Auflauf und der Sorge der dt. Regierung dürfte das schwierig sein! Befangenheit?

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    Was will uns der erste Kommentator eigentlich mitteilen?
    Hat er Angst, dass die ägyptische Delegation die Steinigung des Angeklagten fordert?
    Wird ein Mensch im Ausland getötet, so ist das mediale Interesse immer groß. Wird ein Deutscher in der Türkei ermordert. Ist das Interesse ganz besonders bei der Gossenpresse groß, aber auch bei anderen. Und es kommen immer offizielle Vertreter der Regierung, des Konsulats, usw. vorbei
    Verbrennen TürkInnen oder türkischstämmige Menschen in der BRD, dann ist auch die türkische Presse vor Ort und natürlich lassen deutsche Ermittler, ihre türkischen Kollegen an der Untersuchung teilhaben.

    Nur weil es in der islamischen Welt Proteste gibt ist die Angst groß. Doch es ist nicht "die islamische Welt" die protestiert. Es ist immer ein bestimmtes Klientel.
    Würden Franzosen oder Amerikaner in Ihren Nachrichtensendungen und Zeitungen täglich über NPD-Aufmärsche und rechte Schläger berichten, dann hätten irgendwann die meißten Franzosen und Amerikaner so eine Angst vor den Deutschen, dass sie am liebsten wegbomben würden.

    Alles ist immer so groß, wie es verkauft wird

    Was will uns der erste Kommentator eigentlich mitteilen?
    Hat er Angst, dass die ägyptische Delegation die Steinigung des Angeklagten fordert?
    Wird ein Mensch im Ausland getötet, so ist das mediale Interesse immer groß. Wird ein Deutscher in der Türkei ermordert. Ist das Interesse ganz besonders bei der Gossenpresse groß, aber auch bei anderen. Und es kommen immer offizielle Vertreter der Regierung, des Konsulats, usw. vorbei
    Verbrennen TürkInnen oder türkischstämmige Menschen in der BRD, dann ist auch die türkische Presse vor Ort und natürlich lassen deutsche Ermittler, ihre türkischen Kollegen an der Untersuchung teilhaben.

    Nur weil es in der islamischen Welt Proteste gibt ist die Angst groß. Doch es ist nicht "die islamische Welt" die protestiert. Es ist immer ein bestimmtes Klientel.
    Würden Franzosen oder Amerikaner in Ihren Nachrichtensendungen und Zeitungen täglich über NPD-Aufmärsche und rechte Schläger berichten, dann hätten irgendwann die meißten Franzosen und Amerikaner so eine Angst vor den Deutschen, dass sie am liebsten wegbomben würden.

    Alles ist immer so groß, wie es verkauft wird

  2. 2.

    Was will uns der erste Kommentator eigentlich mitteilen?
    Hat er Angst, dass die ägyptische Delegation die Steinigung des Angeklagten fordert?
    Wird ein Mensch im Ausland getötet, so ist das mediale Interesse immer groß. Wird ein Deutscher in der Türkei ermordert. Ist das Interesse ganz besonders bei der Gossenpresse groß, aber auch bei anderen. Und es kommen immer offizielle Vertreter der Regierung, des Konsulats, usw. vorbei
    Verbrennen TürkInnen oder türkischstämmige Menschen in der BRD, dann ist auch die türkische Presse vor Ort und natürlich lassen deutsche Ermittler, ihre türkischen Kollegen an der Untersuchung teilhaben.

    Nur weil es in der islamischen Welt Proteste gibt ist die Angst groß. Doch es ist nicht "die islamische Welt" die protestiert. Es ist immer ein bestimmtes Klientel.
    Würden Franzosen oder Amerikaner in Ihren Nachrichtensendungen und Zeitungen täglich über NPD-Aufmärsche und rechte Schläger berichten, dann hätten irgendwann die meißten Franzosen und Amerikaner so eine Angst vor den Deutschen, dass sie am liebsten wegbomben würden.

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    Ich gebe Ihnen in vielen Punkten Recht!
    Ich würde mir nur wünschen, dass wir einfach die Normalität einer derartigen (wenn auch furchtbaren Tat) erkennen und beibehalten. Es gab und wird immer furchtbare Taten zu verhandeln geben. Das ist leider Alltag im Strafprozess.
    Deswegen halte ich persönlich nicht viel von der Betonung der Besonderheit. Zudem ist doch eine Zuspitzung der Medien im Ausland zu erkennen und Sie können auch nicht die Rechtsauffassung der Protestierenden, die in weiten Teilen nicht mit der dt. Rechtsauffassung vereinbar ist, wegwischen.
    Gibt es nicht eine Angst der dt. Sicherheitsbehörden, die an sich nicht existieren düfte? Sie haben Recht, auch ein dt. Angeklagter würde von dt. Medien (allen voran wohl BILD) "begleitet" werden, aber rechtfertigt das den Mechanismus wen-wir-nicht-kriegen-was-wir-wollen-drohen-wir-mit-übel? Stichwort Karikaturen? Sicher ist das nur eine aufgestachelte Minderheit in der musl. Welt, aber in der dt. Justiz darf es nunmal nicht um "Ehre" und "Vergeltung" gehen, sondern um Bestrafung und Resozialisierung!
    mit Ihrem letzten Satz haben Sie auch Recht, nur müssen Sie diese Frage auch den angereisten Medien stellen, denn hier liegt eine große Verantwortung!
    Auf jeden Fall schmecken mir, als liberalen Juristen, all diese "Extrawürste" nicht! Die Nüchternheit des dt. Strafrechts gilt es auszuhalten und anzuerkennen!

    Ich gebe Ihnen in vielen Punkten Recht!
    Ich würde mir nur wünschen, dass wir einfach die Normalität einer derartigen (wenn auch furchtbaren Tat) erkennen und beibehalten. Es gab und wird immer furchtbare Taten zu verhandeln geben. Das ist leider Alltag im Strafprozess.
    Deswegen halte ich persönlich nicht viel von der Betonung der Besonderheit. Zudem ist doch eine Zuspitzung der Medien im Ausland zu erkennen und Sie können auch nicht die Rechtsauffassung der Protestierenden, die in weiten Teilen nicht mit der dt. Rechtsauffassung vereinbar ist, wegwischen.
    Gibt es nicht eine Angst der dt. Sicherheitsbehörden, die an sich nicht existieren düfte? Sie haben Recht, auch ein dt. Angeklagter würde von dt. Medien (allen voran wohl BILD) "begleitet" werden, aber rechtfertigt das den Mechanismus wen-wir-nicht-kriegen-was-wir-wollen-drohen-wir-mit-übel? Stichwort Karikaturen? Sicher ist das nur eine aufgestachelte Minderheit in der musl. Welt, aber in der dt. Justiz darf es nunmal nicht um "Ehre" und "Vergeltung" gehen, sondern um Bestrafung und Resozialisierung!
    mit Ihrem letzten Satz haben Sie auch Recht, nur müssen Sie diese Frage auch den angereisten Medien stellen, denn hier liegt eine große Verantwortung!
    Auf jeden Fall schmecken mir, als liberalen Juristen, all diese "Extrawürste" nicht! Die Nüchternheit des dt. Strafrechts gilt es auszuhalten und anzuerkennen!

  3. 3.

    Ich gebe Ihnen in vielen Punkten Recht!
    Ich würde mir nur wünschen, dass wir einfach die Normalität einer derartigen (wenn auch furchtbaren Tat) erkennen und beibehalten. Es gab und wird immer furchtbare Taten zu verhandeln geben. Das ist leider Alltag im Strafprozess.
    Deswegen halte ich persönlich nicht viel von der Betonung der Besonderheit. Zudem ist doch eine Zuspitzung der Medien im Ausland zu erkennen und Sie können auch nicht die Rechtsauffassung der Protestierenden, die in weiten Teilen nicht mit der dt. Rechtsauffassung vereinbar ist, wegwischen.
    Gibt es nicht eine Angst der dt. Sicherheitsbehörden, die an sich nicht existieren düfte? Sie haben Recht, auch ein dt. Angeklagter würde von dt. Medien (allen voran wohl BILD) "begleitet" werden, aber rechtfertigt das den Mechanismus wen-wir-nicht-kriegen-was-wir-wollen-drohen-wir-mit-übel? Stichwort Karikaturen? Sicher ist das nur eine aufgestachelte Minderheit in der musl. Welt, aber in der dt. Justiz darf es nunmal nicht um "Ehre" und "Vergeltung" gehen, sondern um Bestrafung und Resozialisierung!
    mit Ihrem letzten Satz haben Sie auch Recht, nur müssen Sie diese Frage auch den angereisten Medien stellen, denn hier liegt eine große Verantwortung!
    Auf jeden Fall schmecken mir, als liberalen Juristen, all diese "Extrawürste" nicht! Die Nüchternheit des dt. Strafrechts gilt es auszuhalten und anzuerkennen!

    Antwort auf "Kommentar Nr. 2"
  4. Die Äusserungen des Botschafters Ramzy Ezzeldin Ramzy kann man auch anders auslegen, sprich das "Vertrauen" dürfe nicht enttäuscht werden und "fair" für wen?
    Ich glaube am besten ist es, wenn sich die Politik grundsätzlich aus der Justiz raus- oder zurückhält!

  5. Eine emanzipierte, ägyptische Muslima wird in einem deutschen Gerichtssaal von einem weißen Mann brutal erstochen, als sie auf ihre Bürgerrechte besteht. "Ihr Mann, der sie hatte schützen wollen, wurde" [nicht einfach ebenfalls duch Messerstiche] "lebensgefährlich verletzt," sondern auch von einem Polizisten (gehen wir einmal davon aus: ebenfalls weiß) im Gerichtssaal ins Bein geschossen. Nun, da "die Anderen" wohlmöglich irrational und gewalttäterisch handeln könnten, werden Sicherheitsvorkehrungen getroffen als wollte Obama aussagen (oder mit allen Beteiligten zur Versöhnung ein Bier trinken?).

  6. 6.

    "z.B ein fall in Köln"
    was ist das für ein Beispiel. Führen Sie mal Zahlen und Quellen an.
    Sprechen Sie der BRD die Rechtssaatlichkeit ab?

    Zur Zeit sind migrantische Schläger im Fokus des öffentlichen Interesses. Solche Schläger sollen auch nicht verharmlost werden. Wie kann aber aus einzelnen Artikeln auf die empirische Realität geschlossen werden?

    Das jugendliche Gewaltäter oft ungeschoren davon kommen, hat nichts mit dem Migrationshintergrund zu tun.

  7. Ich muss gestehen, bei Ihnen kann man noch Rhetorik/Argumentationskunst erlernen. Vor allem das (freilich ohne Quellenangabe):

    "Die Fälle sind Legion, ...(z.B. ein Fall in Köln)"

    liest sich doch recht widerspruchsfrei und gefällig.

    ;-)

    Frdl. Gruß
    Pf.

  8. 8. "Die

    "Die "üble-Ecke"-oder-was-weiß-ich-Masche zieht nicht mehr. "
    Erstens ist das keine Masche.
    Zweitens bleibt die Stinkende Ecke, die stinkende Ecke
    Und "erdrückend" ist, dass man sich für diese Ecke nicht mehr schämen muss.

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