Die Sims Avatare für Millionen

Seit zehn Jahren bietet das PC-Spiel „Die Sims“ virtuelle Selbstverwirklichung: in einer Parallelwelt frei von Gewalt und Suchtpotential.

Der Entwickler Will Wright hat außer den Sims auch Spiele wie Spore und SimCity erdacht

Der Entwickler Will Wright hat außer den Sims auch Spiele wie Spore und SimCity erdacht

Es muss eine tiefe Sehnsucht nach einem zweiten Leben geben. Danach, in eine andere Rolle, einen anderen Körper zu schlüpfen. Vielleicht ist das einer der Gründe, warum James Camerons Digitalspektakel Avatar der erfolgreichste Film aller Zeiten ist. Ganz sicher aber ist der Wunsch nach virtueller Selbstverwirklichung der Hauptgrund, warum das Computerspiel Die Sims das meistverkaufte PC-Spiel aller Zeiten ist. Seit Entwickler Will Wright die Ur-Version von Die Sims vor zehn Jahren, am 4. Februar 2000, veröffentlichte, wurde die Lebenssimulation weltweit über 100 Millionen Mal verkauft. Die Faszination ist ungebrochen. Nachdem Electronic Arts Mitte 2009 die dritte Version der Sims auf den Markt brachte, landete der Titel mit 4,5 Millionen verkauften Exemplaren ganz oben auf der PC-Bestsellerliste.

Die in Berlin lebende Dai-Lee Chan spielt die Sims seit dem Start vor zehn Jahren. „In diesem Spiel kann ich mein eigenes Lebensgefühl verwirklichen“, sagt die inzwischen 24-Jährige. Als das erste Sims-Spiel herauskam, war sie noch Schülerin und fand täglich Zeit für den Sprung in die spielerische Parallelwelt. Die Faszination ist geblieben, allerdings müssen inzwischen drei bis vier Stunden pro Woche reichen.

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Die Sims sind vermutlich das weiblichste aller Computerspiele. „Frauen gehen emotionaler an Spiele heran“, sagt Dai-Lee, die ihr Hobby zum Beruf gemacht hat. In der Agentur „Reich in spe“ betreut sie die Internet-Plattform GamerGirls.de, auf der sich Mädchen und Frauen über Spiele austauschen. Und da geht es nicht nur um Die Sims oder andere Rollenspiele. Auch für Shooter und Action-Titel wie Mass Effect 2 interessieren sich die weiblichen Spieler.

Das Leben der „Sims“ unterscheidet sich weniger stark vom Real Life als in anderen Simulationen wie Anno, Die Siedler oder den vielen Fantasy-Abenteuern. Selbstverständlich scheint in Sunset Valley, dem Heimatort der meisten Sims, die Sonne öfter als in Berlin. Und auch ein Sim muss arbeiten, um Geld für seine Wünsche zu verdienen – es sei denn, er biegt vom rechten Weg ab und nutzt die Schummelcodes aus dem Internet. Aber die Grundidee ist eine andere, nicht nur im Basisspiel, sondern auch in den regelmäßig erscheinenden Erweiterungen. Im letzten Addon-Pack Die Sims 3 – Reiseabenteuer mit den drei Urlaubsorten Champs le Sim in Frankreich, Shang Simla in China und Al Simhara in Ägypten kann der Sims keineswegs so lange rumhängen, wie er möchte. Er benötigt vielmehr ein Visum. Ein Level-1-Reisender muss bereits nach drei Tagen heim. Erfüllt er die gestellten Aufgaben, kann er sich bis zum Level-3-Reisenden hocharbeiten und darf seinen Urlaub auf zwölf Tage ausweiten.

Seit der Ur-Version von 2000 haben sich die Sims gewaltig verändert. Mit Die Sims 2 wurde das Spiel dreidimensional. Der räumliche Eindruck kommt der Realität sehr nahe. In Die Sims 3 wurde dieses Prinzip nochmals verfeinert. Die Avatare können nun noch detaillierter gestaltet werden. Das geht bis zu den privaten und beruflichen Lebenszielen – von der Wiege bis zur Bahre. Und anders als im wahren Leben lässt sich sogar die Nachbarschaft nach den eigenen Wünschen designen. Und auch die Männerwelt. „Mein Sims-Traummann ist jung, sportlich, gut aussehend, groß – wie ein Fußballer“, verrät Dai-Lee. Gleich geblieben in allen Sims-Titeln ist hingegen die Sprache, die Simlish heißt und eine Mischung aus Ukrainisch, Navajo und Tagolog sein soll. „Mich erinnert das immer an asiatisch“, sagt das in Taiwan geborene Gamer Girl.

Die Sims mögen in einer Parallelwelt leben, Totalverweigerer des realen Lebensstils sind sie keineswegs. Aussehen, Kleidung, Häuser, Möbel, Autos, eine schillernde Karriere – diese Ziele gelten im Spiel ebenso wie im wahren Leben. Nur dass man sie in den Sims leichter erreichen kann. Dabei ist die Konsumfreude der Spieler überwältigend, egal, ob nun neue Gegenstände aus dem Online-Store der Sims gekauft werden oder mit einem der nächsten Zusatzpakete wie dem Jubiläumspaket „Luxus-Accessoires“.

Ihr positives Image verdanken die Sims einerseits, dass dieses Spiel gewaltfrei ist – einmal davon abgesehen, dass sich auch bei einem Sims-Pärchen heftige Streitigkeiten nicht vermeiden lassen, die anschließenden Versöhnungen inbegriffen. Anders als beim Online-Rollenspiel World of Warcraft sind die Spieler und Spielerinnen der Sims andererseits nicht so suchtgefährdet. Um in einem der Clans erfolgreich zu sein, ist der regelmäßige Aufenthalt in WoW ein absolutes Muss. Bei den Sims verfügen die Spieler selbst über ihre Zeit, was nichts an einem der größten Wünsche der Sims-Spieler ändert – mit Die Sims 4 ebenfalls eine komplette Online-Welt zu erhalten.

 
Leser-Kommentare
  1. Das ist Werbung und ich habe nur die Überüberschrift "Anzeige" übersehen, oder?

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    Das sehe ich genauso und schreibe es deswegen wenigstens drunter.

    Das sehe ich genauso und schreibe es deswegen wenigstens drunter.

  2. Das sehe ich genauso und schreibe es deswegen wenigstens drunter.

    Antwort auf "Werbung"
    • monz
    • 01.02.2010 um 13:37 Uhr
    3. Hm?

    Mit Verlaub, der Artikel ist derart oberflächlich und unkritisch (ganz zu schweigen von der für mich nicht erkennbaren journalistischen Intention), dass sich wenn nicht der Vorwurf der Werbung, dann doch zumindest der der Bedeutungslosigkeit aufdrängen könnte.

    Schöne Grüße,

    Jonas

  3. 4. Aua

    "Anders als beim Online-Rollenspiel World of Warcraft sind die Spieler und Spielerinnen der Sims andererseits nicht so suchtgefährdet."

    Wo steht das? Man kann sich in die Sims genauso heftig versenken, wie in jede andere Tätigkeit, die einem Spaß und Ablenkung bringt.

    "Um in einem der Clans erfolgreich zu sein, ist der regelmäßige Aufenthalt in WoW ein absolutes Muss."

    Quatsch mit Soße. Mag sein, daß es derart durchgeknallte Gilden (Jaaa, die heißen nämlich Gilden. Gilden! Nicht Clans! Gilden! Das findet man durch mal schnell googlen raus, daß die Gilden heißen! Nicht Clans! Gilden!) gibt, aber man möge mir bitte mal die komplett idiotenfreie Zone, wo alle den vielgerühmten "gesunden Menschenverstand" besitzen und anwenden, zeigen. In der Tat ist in WOW der gleiche Bevölkerungsquerschnitt zugange, der auch die Internetforen bevölkert. Mit ähnlichen Auswirkungen auf das allgemeine Verhalten.

    "Bei den Sims verfügen die Spieler selbst über ihre Zeit, was nichts an einem der größten Wünsche der Sims-Spieler ändert – mit Die Sims 4 ebenfalls eine komplette Online-Welt zu erhalten."

    Bei WOW verfügen die Spieler auch selbst über ihre Zeit und es gibt einige wirksame Instrumente, um die lieben Kinderlein vom völligen Abtauchen in die pöhse WOWelt abzuhalten, falls das gemeint sein sollte.

    Vielleicht hätte man den Artikel mit "Ich spiele auch gern Sims und halte WOW-Spieler für zwanghaft Besessene" einleiten sollen, dann wäre es klarer gewesen, was man zu lesen kriegt.

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    Da fühlt sich aber jemand angegriffen... ;-)
    Das hier ist kein PC-Magazin ihr Nörgler!!

    "In der Tat ist in WOW der gleiche Bevölkerungsquerschnitt zugange, der auch die Internetforen bevölkert. Mit ähnlichen Auswirkungen auf das allgemeine Verhalten."
    --> Sie sind der beste Beweis.

    Da fühlt sich aber jemand angegriffen... ;-)
    Das hier ist kein PC-Magazin ihr Nörgler!!

    "In der Tat ist in WOW der gleiche Bevölkerungsquerschnitt zugange, der auch die Internetforen bevölkert. Mit ähnlichen Auswirkungen auf das allgemeine Verhalten."
    --> Sie sind der beste Beweis.

  4. 5. oh man

    Da fühlt sich aber jemand angegriffen... ;-)
    Das hier ist kein PC-Magazin ihr Nörgler!!

    "In der Tat ist in WOW der gleiche Bevölkerungsquerschnitt zugange, der auch die Internetforen bevölkert. Mit ähnlichen Auswirkungen auf das allgemeine Verhalten."
    --> Sie sind der beste Beweis.

    Antwort auf "Aua"
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    Nein, natürlich ist die Zeit kein PC-Magazin, aber eine Zeitung, die den Anspruch vertritt, einigermaßen vertretbare journalistische Qualität zu liefern. Und selbstverständlich ist es so egal wie zwölf und oder ein Dutzend, ob die Organisationen von Spielern in WOW nun Clans oder Gilden heißen.

    Allerdings bin ich mir jetzt nicht mehr so sicher, ob andere auf Fachkundigkeit getrimmte Artikel von Herrn Sagatz, in denen es auch mal um Online-Banking geht, so ohne weitere Prüfung geglaubt werden können, da Herr Sagatz sich offenbar zu schade dafür ist, vor der Veröffentlichung nochmal zu checken, ob bestimmte, im Artikel verwendete Schlüsselbegriffe wirklich stimmen.

    Nein, natürlich ist die Zeit kein PC-Magazin, aber eine Zeitung, die den Anspruch vertritt, einigermaßen vertretbare journalistische Qualität zu liefern. Und selbstverständlich ist es so egal wie zwölf und oder ein Dutzend, ob die Organisationen von Spielern in WOW nun Clans oder Gilden heißen.

    Allerdings bin ich mir jetzt nicht mehr so sicher, ob andere auf Fachkundigkeit getrimmte Artikel von Herrn Sagatz, in denen es auch mal um Online-Banking geht, so ohne weitere Prüfung geglaubt werden können, da Herr Sagatz sich offenbar zu schade dafür ist, vor der Veröffentlichung nochmal zu checken, ob bestimmte, im Artikel verwendete Schlüsselbegriffe wirklich stimmen.

  5. Nein, natürlich ist die Zeit kein PC-Magazin, aber eine Zeitung, die den Anspruch vertritt, einigermaßen vertretbare journalistische Qualität zu liefern. Und selbstverständlich ist es so egal wie zwölf und oder ein Dutzend, ob die Organisationen von Spielern in WOW nun Clans oder Gilden heißen.

    Allerdings bin ich mir jetzt nicht mehr so sicher, ob andere auf Fachkundigkeit getrimmte Artikel von Herrn Sagatz, in denen es auch mal um Online-Banking geht, so ohne weitere Prüfung geglaubt werden können, da Herr Sagatz sich offenbar zu schade dafür ist, vor der Veröffentlichung nochmal zu checken, ob bestimmte, im Artikel verwendete Schlüsselbegriffe wirklich stimmen.

    Antwort auf "oh man"
    • YaX
    • 04.02.2010 um 20:05 Uhr

    Bedenklicher als der Artikel scheinen mir eher die Kommentare.

    "Ein Clan ist auch ein ein Zusammenschluss von Computerspielern, die gemeinsam Spiele spielen, trainieren oder als Clan an Wettkämpfen teilnehmen."(wikipedia)

    So gesehen zeigt die beschränkte Wahrnehmung eines WoW-Spielers hier durchaus ein erstes Beispiel.

    "Um in einem der Clans erfolgreich zu sein, ist der regelmäßige Aufenthalt in WoW ein absolutes Muss" .. der soziale Druck in der Gemeinschaft des Clans ist durchaus ein nicht zu unterschätzender Faktor, dem gerade Jungspieler selten wiederstehen. Diesen Druck gibt es bei SIMS nunmal nicht. Von daher versteh ich persönlich die Unverständnis einiger Kommentatoren hier nicht.

    Was ich an dem Artikel jedoch unschön finde, ist die verweiblichung des Spiels, schließlich ist nicht das Spiel an sich "weiblich", sondern eher die Art wie man es spielt (männliche Spieler fansziniert demnach eher der architektonische Teil des Spiels).

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Nun, sei es, wie es ist, ich halte den Artikel jedenfalls für schwach und das erkennt man meist an solchen Details.

    Nur weil man übrigens den sozialen Druck im Zusammenhang mit den Sims nicht so stark wahrnimmt, heißt das noch lange nicht, daß er nicht unter anderen Vorzeichen existent wäre. Man müßte nur mal genauer hinsehen und tatsächlich Schlüsse ziehen, statt nur die Pressemitteilungen nachzubeten.

    Eben bin ich auf den sogenannten "Store" gestoßen, wo kostenpflichtige Sets zum Spiel angeboten werden, also Kleidung, Frisuren, Möbel und bauliche Elemente, die man für sogenannte SimPoints angeschafft werden können. 100 SimPoints entsprechen ungefähr € 1,20. So steht es jedenfalls in diesem recht aufschlußreichen Forenthread:

    http://forum.thesims3.com...

    Während also die Jungs in WoW und anderen MMORPGs auf Gewalt, Kampf, Aufstieg, Überleben, Wettbewerb, Ausübung von Berufen und Korpsgeist getrimmt werden, üben die Mädels schon mal Nestchen zu bauen, Familie zu spielen und dabei haufenweise Geld für Einrichtungsgegenstände, Klamotten und Frisuren aus dem Fenster zu kloppen.

    Klingt für mich wie 1865, als noch mit Zinnsoldaten und Puppenhäusern gespielt wurde...

    Nun, sei es, wie es ist, ich halte den Artikel jedenfalls für schwach und das erkennt man meist an solchen Details.

    Nur weil man übrigens den sozialen Druck im Zusammenhang mit den Sims nicht so stark wahrnimmt, heißt das noch lange nicht, daß er nicht unter anderen Vorzeichen existent wäre. Man müßte nur mal genauer hinsehen und tatsächlich Schlüsse ziehen, statt nur die Pressemitteilungen nachzubeten.

    Eben bin ich auf den sogenannten "Store" gestoßen, wo kostenpflichtige Sets zum Spiel angeboten werden, also Kleidung, Frisuren, Möbel und bauliche Elemente, die man für sogenannte SimPoints angeschafft werden können. 100 SimPoints entsprechen ungefähr € 1,20. So steht es jedenfalls in diesem recht aufschlußreichen Forenthread:

    http://forum.thesims3.com...

    Während also die Jungs in WoW und anderen MMORPGs auf Gewalt, Kampf, Aufstieg, Überleben, Wettbewerb, Ausübung von Berufen und Korpsgeist getrimmt werden, üben die Mädels schon mal Nestchen zu bauen, Familie zu spielen und dabei haufenweise Geld für Einrichtungsgegenstände, Klamotten und Frisuren aus dem Fenster zu kloppen.

    Klingt für mich wie 1865, als noch mit Zinnsoldaten und Puppenhäusern gespielt wurde...

  6. Nun, sei es, wie es ist, ich halte den Artikel jedenfalls für schwach und das erkennt man meist an solchen Details.

    Nur weil man übrigens den sozialen Druck im Zusammenhang mit den Sims nicht so stark wahrnimmt, heißt das noch lange nicht, daß er nicht unter anderen Vorzeichen existent wäre. Man müßte nur mal genauer hinsehen und tatsächlich Schlüsse ziehen, statt nur die Pressemitteilungen nachzubeten.

    Eben bin ich auf den sogenannten "Store" gestoßen, wo kostenpflichtige Sets zum Spiel angeboten werden, also Kleidung, Frisuren, Möbel und bauliche Elemente, die man für sogenannte SimPoints angeschafft werden können. 100 SimPoints entsprechen ungefähr € 1,20. So steht es jedenfalls in diesem recht aufschlußreichen Forenthread:

    http://forum.thesims3.com...

    Während also die Jungs in WoW und anderen MMORPGs auf Gewalt, Kampf, Aufstieg, Überleben, Wettbewerb, Ausübung von Berufen und Korpsgeist getrimmt werden, üben die Mädels schon mal Nestchen zu bauen, Familie zu spielen und dabei haufenweise Geld für Einrichtungsgegenstände, Klamotten und Frisuren aus dem Fenster zu kloppen.

    Klingt für mich wie 1865, als noch mit Zinnsoldaten und Puppenhäusern gespielt wurde...

    Antwort auf "heiß gekocht"

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