Islam in Deutschland Hochschulen sollen Imame ausbilden

Imame für deutsche Moscheen nur aus dem Ausland? Mit dieser Praxis soll Schluss sein. Der Wissenschaftsrat dringt auf den Ausbau von Islam -Instituten an deutschen Unis.

Eine Moschee in Berlin: Ein Nachmittagsgebet wird vom Imam geleitet

Eine Moschee in Berlin: Ein Nachmittagsgebet wird vom Imam geleitet

Die islamische Theologie an deutschen Hochschulen soll ausgebaut werden. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung verabschiedete der Wissenschaftsrat ein Konzept, nachdem an zwei oder drei staatlichen Universitäten Zentren für islamische Studien entstehen sollen. Ziel sei es, Religionslehrer und Imame auszubilden und damit die bekenntnisorientierte Forschung und Lehre zum Islam in Deutschland zu stärken. Offiziell sollen die Pläne am Montag vorgestellt werden.

Wie die Zeitung weiter berichtet, sollen die neuen Institute vier bis sechs Professuren sowie weitere Mitarbeiter erhalten. Der Ausbau soll von Bund und Ländern gleichermaßen finanziert werden. Je Institut rechnet der Wissenschaftsrat mit Kosten in Höhe von einer Million Euro im Jahr. Der Rat habe Bund und Länder gebeten, den Ausbau zu finanzieren und zu koordinieren.

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Da es im Islam keine Kirchenstruktur gibt, empfiehlt der Wissenschaftsrat nach Angaben der Süddeutschen Beiräte für Islamische Studien einzuführen. Sie sollen bei der Gestaltung der Studiengänge und der Auswahl von Wissenschaftlern mitbestimmen. Die Beiräte sollen die Pluralität im Islam abbilden. Ihnen sollen muslimische Verbandsvertreter angehören, außerdem islamische Gelehrte und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens.

Vertreter der deutschen Muslime begrüßten die Pläne und haben ihre Mitarbeit angeboten. Bisher rekrutieren die meisten Moscheen ihre Vorsteher aus dem Ausland, hauptsächlich aus der Türkei. Der Vorsitzende des orthodoxen Islamrats, Ali Kizilkaya sagte der Süddeutschen Zeitung, seine Organisation habe großes Interesse an Imamen, die in Deutschland ausgebildet werden. "Sie kennen die Verhältnisse und die Menschen hier besser."

Bekir Alboga, der Sprecher des Koordinationsrates der Muslime, sagte: "Wir wollen schon bei der Planung eines Lehrstuhls bei jedem Schritt mitsprechen". Für den Verband Ditib sehe er dagegen "keinen Bedarf an Imamen von deutschen Unis". Ditib ist der größte Zusammenschluss deutscher Moscheegemeinden und erhält seine Imame vom türkischen Staat.

Derweil äußerte sich auch Bundesbildungsministerin Annette Schavan. Die CDU-Politikerin hat die Forderungen des Wissenschaftsrates begrüßt. Der Welt am Sonntag sagte Schavan, sie werde interessierte Universitäten bei der Umsetzung unterstützen. "Die Zahl der Kinder und Jugendlichen in Deutschland, die islamischen Glaubens sind, ist hoch und sie nimmt weiter zu", betonte Schavan. "Deshalb ist die Ausbildung von islamischen Religionslehrern und von Islam-Wissenschaftlern wichtig", so Schavan.

Der Wissenschaftsrat gehört zu den wichtigsten Beratungsgremien von Bund und Ländern in der Hochschulpolitik. Seine Aufgabe ist es, Empfehlungen zur inhaltlichen und strukturellen Entwicklung der Wissenschaft, der Forschung und des Hochschulbereichs zu erarbeiten. In dem Rat sitzen Professoren und politische Vertreter von Bund und Ländern wie Cornelia Quennet-Thielen, Staatssekretärin im Bildungsministerium, und Jürgen Zöllner, Senator für Bildung, Wissenschaft und Forschung in Berlin.

 
Leser-Kommentare
  1. Aus Gründen der Ausgewogenheit sollte es dann auch einen Lehrstuhl für den Zentralrat der Ex-Muslime (http://www.taz.de/1/archi...) geben, dessen Vorlesungen dann Pflichtveranstaltungen für die angestrebten Islamischen Studien sein müssten.

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    Um für Ausgewogenheit zu sorgen gibt es genug Islamwissenschaftler...

    Ich denke, dass Mitglieder des Zentralrates der Ex-Muslime mit ihrer Haltung zum Islam nichts substantielles und nichts produktives beitragen können...

    Man kann auch aufhören Muslim zu sein ohne gleich zum Anti-Muslim zu werden...

    ...

    Vielleicht könnte man Islamische Theologie und Islamwissenschaften an einer Uni lehren. Das könnte für alle Beteiligten fruchtbar sein

    Um für Ausgewogenheit zu sorgen gibt es genug Islamwissenschaftler...

    Ich denke, dass Mitglieder des Zentralrates der Ex-Muslime mit ihrer Haltung zum Islam nichts substantielles und nichts produktives beitragen können...

    Man kann auch aufhören Muslim zu sein ohne gleich zum Anti-Muslim zu werden...

    ...

    Vielleicht könnte man Islamische Theologie und Islamwissenschaften an einer Uni lehren. Das könnte für alle Beteiligten fruchtbar sein

  2. Endlich! Ein richtiger und überfälliger Schritt zur Verbesserung der Integration "des Islams" in die "deutsche" Gesellschaft.

    Aber!

    "Für den Verband Ditib sehe er dagegen "keinen Bedarf an Imamen von deutschen Unis". Ditib ist der größte Zusammenschluss deutscher Moscheegemeinden und erhält seine Imame vom türkischen Staat."

    Imame aus der Türkei dürfen danach nur noch eine Ausnahmelösung sein, sonst scheitert das ganze Projekt...

    "Die Beiräte sollen die Pluralität im Islam abbilden."

    Nicht jede Variante ist mit den in Deutschland geltenden Normen vereinbar...Ausprägungen salafitischer Art haben daran nichts zu suchen. Moscheen dieser Richtung sollten bald der Vergangenheit angehören...

    Zu beachten! Das ganze darf nicht alleine eine Kopfgeburt von Verbänden und Einzelpersonen sein. Der Islam, der von den neuen Imamen gepredigt wird, sollte sich nicht zu weit von dem entfernen was als "Mainstream" gilt, sonst wird er von den Menschen nicht angenommen.

    Vielleicht kann man sich an der Al-Azhar orientieren ohne sich in eine Abhängigkeit zu begeben...

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    Zitat:"Der Islam, der von den neuen Imamen gepredigt wird, sollte sich nicht zu weit von dem entfernen was als "Mainstream" gilt, sonst wird er von den Menschen nicht angenommen."

    Wenn ich der katholischen Kirche als Institution einen Vorwurf machen möchte, dann zum Beispiel den, dass sie ihrer Zeit in den seltensten Fällen voraus war.

    Wenn das, was gepredigt wird, nicht davon abhängt, ob es wahr ist, sondern ob die Masse es toll findet, dann gehört die Religion den Konservativen, und nur den Konservativen, weil Fortschritt nicht von der Masse gemacht wird.

    So sehr ich den Vorgang begrüße, so bedenklich finde ich die bereits jetzt schon wieder in Erscheinung tretenden Sonderwünsche - Zitat:
    "Bekir Alboga,[...], sagte: "Wir wollen schon bei der Planung eines Lehrstuhls bei jedem Schritt mitsprechen".
    Und dann der Hinweis auf die Türkei. Ganz ehrlich, bei so vielen Forderungen nach Rechten und so wenig Bereitschaft zum guten Willen und Pflichten wird mir mittlerweile richtig schlecht. Ich kann dieses "Aber wir wollen auch mitreden und es so machen, wie wir wollen" nicht mehr hören/lesen.

    Zitat:"Der Islam, der von den neuen Imamen gepredigt wird, sollte sich nicht zu weit von dem entfernen was als "Mainstream" gilt, sonst wird er von den Menschen nicht angenommen."

    Wenn ich der katholischen Kirche als Institution einen Vorwurf machen möchte, dann zum Beispiel den, dass sie ihrer Zeit in den seltensten Fällen voraus war.

    Wenn das, was gepredigt wird, nicht davon abhängt, ob es wahr ist, sondern ob die Masse es toll findet, dann gehört die Religion den Konservativen, und nur den Konservativen, weil Fortschritt nicht von der Masse gemacht wird.

    So sehr ich den Vorgang begrüße, so bedenklich finde ich die bereits jetzt schon wieder in Erscheinung tretenden Sonderwünsche - Zitat:
    "Bekir Alboga,[...], sagte: "Wir wollen schon bei der Planung eines Lehrstuhls bei jedem Schritt mitsprechen".
    Und dann der Hinweis auf die Türkei. Ganz ehrlich, bei so vielen Forderungen nach Rechten und so wenig Bereitschaft zum guten Willen und Pflichten wird mir mittlerweile richtig schlecht. Ich kann dieses "Aber wir wollen auch mitreden und es so machen, wie wir wollen" nicht mehr hören/lesen.

  3. 3. Warum

    Um für Ausgewogenheit zu sorgen gibt es genug Islamwissenschaftler...

    Ich denke, dass Mitglieder des Zentralrates der Ex-Muslime mit ihrer Haltung zum Islam nichts substantielles und nichts produktives beitragen können...

    Man kann auch aufhören Muslim zu sein ohne gleich zum Anti-Muslim zu werden...

    ...

    Vielleicht könnte man Islamische Theologie und Islamwissenschaften an einer Uni lehren. Das könnte für alle Beteiligten fruchtbar sein

  4. Zitat:"Der Islam, der von den neuen Imamen gepredigt wird, sollte sich nicht zu weit von dem entfernen was als "Mainstream" gilt, sonst wird er von den Menschen nicht angenommen."

    Wenn ich der katholischen Kirche als Institution einen Vorwurf machen möchte, dann zum Beispiel den, dass sie ihrer Zeit in den seltensten Fällen voraus war.

    Wenn das, was gepredigt wird, nicht davon abhängt, ob es wahr ist, sondern ob die Masse es toll findet, dann gehört die Religion den Konservativen, und nur den Konservativen, weil Fortschritt nicht von der Masse gemacht wird.

    So sehr ich den Vorgang begrüße, so bedenklich finde ich die bereits jetzt schon wieder in Erscheinung tretenden Sonderwünsche - Zitat:
    "Bekir Alboga,[...], sagte: "Wir wollen schon bei der Planung eines Lehrstuhls bei jedem Schritt mitsprechen".
    Und dann der Hinweis auf die Türkei. Ganz ehrlich, bei so vielen Forderungen nach Rechten und so wenig Bereitschaft zum guten Willen und Pflichten wird mir mittlerweile richtig schlecht. Ich kann dieses "Aber wir wollen auch mitreden und es so machen, wie wir wollen" nicht mehr hören/lesen.

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    "Wenn das, was gepredigt wird, nicht davon abhängt, ob es wahr ist, sondern ob die Masse es toll findet..."

    nur sollte so etwas nicht passieren:

    http://de.wikipedia.org/w...

    "Wenn das, was gepredigt wird, nicht davon abhängt, ob es wahr ist, sondern ob die Masse es toll findet, dann gehört die Religion den Konservativen, und nur den Konservativen, weil Fortschritt nicht von der Masse gemacht wird.

    So sehr ich den Vorgang begrüße, so bedenklich finde ich die bereits jetzt schon wieder in Erscheinung tretenden Sonderwünsche - Zitat:
    "Bekir Alboga,[...], sagte: "Wir wollen schon bei der Planung eines Lehrstuhls bei jedem Schritt mitsprechen".
    Und dann der Hinweis auf die Türkei. Ganz ehrlich, bei so vielen Forderungen nach Rechten und so wenig Bereitschaft zum guten Willen und Pflichten wird mir mittlerweile richtig schlecht. Ich kann dieses "Aber wir wollen auch mitreden und es so machen, wie wir wollen" nicht mehr hören/lesen."

    Eben. Glaubt wirklich einer, außer den Blauäuglein vom Wissenschaftsrat, daß eine aktive und vitale Religion wie der Islam sich seine Inhalte von deutschen Behörden vorschreiben läßt? Der Islam ist der Islam. Selbst die Nazis haben es nicht geschafft, im 3. Reich ein deutsches Christentum zu schaffen; wie soll das mit einer Gruppe von Millionen Muslimen gelingen, zumal unter den Bedingungen einer Demokratie?

    Wunschdenken, Selbsttäuschung und Realitätsverleugnung: Wohin man sieht, sind diese Eigenschaften noch immer in der Politik vorherrschend. Höchste Zeit, daß dort eine reale Weltsicht einzieht.

    "Wenn das, was gepredigt wird, nicht davon abhängt, ob es wahr ist, sondern ob die Masse es toll findet..."

    nur sollte so etwas nicht passieren:

    http://de.wikipedia.org/w...

    "Wenn das, was gepredigt wird, nicht davon abhängt, ob es wahr ist, sondern ob die Masse es toll findet, dann gehört die Religion den Konservativen, und nur den Konservativen, weil Fortschritt nicht von der Masse gemacht wird.

    So sehr ich den Vorgang begrüße, so bedenklich finde ich die bereits jetzt schon wieder in Erscheinung tretenden Sonderwünsche - Zitat:
    "Bekir Alboga,[...], sagte: "Wir wollen schon bei der Planung eines Lehrstuhls bei jedem Schritt mitsprechen".
    Und dann der Hinweis auf die Türkei. Ganz ehrlich, bei so vielen Forderungen nach Rechten und so wenig Bereitschaft zum guten Willen und Pflichten wird mir mittlerweile richtig schlecht. Ich kann dieses "Aber wir wollen auch mitreden und es so machen, wie wir wollen" nicht mehr hören/lesen."

    Eben. Glaubt wirklich einer, außer den Blauäuglein vom Wissenschaftsrat, daß eine aktive und vitale Religion wie der Islam sich seine Inhalte von deutschen Behörden vorschreiben läßt? Der Islam ist der Islam. Selbst die Nazis haben es nicht geschafft, im 3. Reich ein deutsches Christentum zu schaffen; wie soll das mit einer Gruppe von Millionen Muslimen gelingen, zumal unter den Bedingungen einer Demokratie?

    Wunschdenken, Selbsttäuschung und Realitätsverleugnung: Wohin man sieht, sind diese Eigenschaften noch immer in der Politik vorherrschend. Höchste Zeit, daß dort eine reale Weltsicht einzieht.

  5. [entfernt aufgrund von Verbreitung falscher Inhalte und Beleidigung. Die Redaktion/vv]

  6. Ein kleiner Auszug einer Wahlkampfrede vom Tayyip Erdogan: „Die Demokratie ist nur der Zug, auf den wir aufsteigen, bis wir am Ziel sind. Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Bajonette, die Kuppeln unsere Helme und die Gläubigen unsere Soldaten." - auf einer Wahlveranstaltung am 6. Dezember 1997, zitiert in "Die Welt", 22. September 2004: Quelle: Wikipedia

  7. Es GIBT bereits Lehrstühle für islamische Theologie in Münster, Osnabrück, Frankfurt (Main), Erlangen und Karlsruhe. Berlin denkt immer noch darüber nach. Der älteste in Münster wurde 2004 ins Leben gerufen - spät genug, nachdem seit gut 40 Jahren Muslime in nennenswerter Anzahl in Deutschland leben. Geht es hier um einen Bachelor-Studiengang?
    Etwas älter, aber informativ:
    http://www.goethe.de/ges/...

    Was SuspirodelMoro #1 in Vorlesungen von Ex-Muslime gelehrt sehen möchte, bleibt mir ebenfalls unklar - die Vielfalt der Gründe, Ex-Muslim zu werden? Beachtenswert dazu die Fußnote in seinem link, nach dem der Zentralrat der Muslime 2002 ganz unmißverständlich klarstellte, daß es in Deutschland Muslimen freisteht, ihre Religion abzulegen.

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    Die bisherigen Lehrstühle sind zur Ausbildung von Religionslehrern...

    Die bisherigen Lehrstühle sind zur Ausbildung von Religionslehrern...

  8. "Wenn das, was gepredigt wird, nicht davon abhängt, ob es wahr ist, sondern ob die Masse es toll findet..."

    nur sollte so etwas nicht passieren:

    http://de.wikipedia.org/w...

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