Deutsche Bahn Bahn entschuldigt sich für Hitzestau im ICE

Ausgefallene Klimaanlagen haben drei ICE-Züge in eine Sauna verwandelt. Mehrere Fahrgäste kamen ins Krankenhaus. Die Bahn hat Betroffenen eine Entschädigung angeboten.

Die Deutsche Bahn hat die Hitzeprobleme in den Zügen bedauert und Betroffenen eine Entschädigung in Aussicht gestellt. "Leider haben einzelne Fahrgäste durch die bedauernswerte Verkettung unglücklicher Umstände auch gesundheitliche Beeinträchtigungen erlitten. Dafür möchten wir uns ausdrücklich entschuldigen", sagte Ulrich Homburg, Vorstand Personenverkehr der Deutschen Bahn. "Wir wollen diese Kunden für die erlittenen Unannehmlichkeiten entschädigen und bitten sie, sich bei uns zu melden."

Die Bahn räumte ein, dass es durch den "hitzebedingten Ausfall" der Klimaanlagen zu "erheblichen Unannehmlichkeiten" für rund 1000 Fahrgäste gekommen sei. Aufgrund "der extremen Außentemperaturen und des hohen Fahrgastaufkommens" seien in drei ICE-Zügen auf dem Weg von Berlin nach Köln/Düsseldorf die Klimaanlagen ausgefallen, hieß es. Das Bordpersonal habe daraufhin in Absprache mit der Betriebszentrale die Züge in Hannover beziehungsweise in Bielefeld gestoppt.

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Mit der Lehrerin, deren Schüler wegen einer ausgefallenen Klimaanlage in einem ICE zusammengebrochen waren, hat Grube inzwischen persönlich Kontakt aufgenommen. "Herr Grube hat sich ausdrücklich entschuldigt und bedauert die Vorfälle sehr", sagte ein  Sprecher. Er wolle sich auch noch persönlich bei den vier Schülerinnen melden, die ins Krankenhaus gebracht werden mussten.

Am Samstag waren mehrere Schüler des St. Bernhard-Gymnasiums im rheinländischen Willich in einem überhitzten ICE von Berlin Richtung Köln kollabiert. Sie waren auf dem Rückweg von einer Klassenfahrt nach Berlin. 27 Schüler mussten medizinisch versorgt werden. Reisende berichteten, im völlig überfüllten Zug hätten Temperaturen über 50 Grad geherrscht. In den Waggons am Ende des Zuges seien viele Menschen umgekippt und hätten sich auf den Boden legen müssen.

Die Bahn räumte technische Probleme ein, betonte jedoch, dass es sich um bedauerliche Ausnahmen handele. Nach Angaben von Bahn-Sprecher Jürgen Kornmann mussten am Sonntag keine weiteren ICE wegen Überhitzung aus dem Verkehr gezogen werden. Die Ursachen seien noch unklar, die ausgefallenen Klimaanlagen würden repariert.

In den modernen Zügen lassen sich die Fenster nicht öffnen. Schon im Hitze-Sommer 2003 brachen bei dem damals recht neuen ICE 3 die Klimaanlagen regelmäßig zusammen. Es gab Probleme mit Luftfiltern, die schnell verschmutzten und so verstopften, so dass die Klimaanlage erst weiter hochfuhr und sich dann abschaltete.

Fahrgäste, die von hitzebedingten Fahrzeitverlängerungen betroffen sind, können nach Angaben der Deutschen Bahn die generellen Entschädigungsleistungen bei Verspätungen ab 60 beziehungsweise 120 Minuten in Anspruch nehmen und sich 25 beziehungsweise 50 Prozent des Fahrpreises ersetzen lassen.
 

 
Leser-Kommentare
  1. Das ist in den letzten Tagen bei den Regionalzügen Köln - Aachen auch immer passiert...wird sich dafür jetzt auch entschuldigt? Oder haben die Fahrgäste gefälligst das zu nehmen was sie bekommen?

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    Der Regionalexpress von Aachen nach Dortmund hat sogar grundsätzlich keine Klimaanlage. Wäre auch nicht so schlimm aber,die "neuen" Züge der Bahn fühlen sich eher an wie Viehtransporter: Alles Eng, in zwei Etagen, keine Fenster zum Öffnen, und wenn dann nur jedes zweite mit klappscheibe.

    Am liebsten fahr ich mit alten Zügen. Und alt sind alle bei denen man die Türen und Fenster noch SELBER aufmachen kann.
    Riechen Miefig, nach rauch, haben riesen Sessel und klappern schön :) Ausserdem haben sie nicht alle 15 cm einen Lautsprecher aus dem es ständig unmotiviert quäkt.

    Der Regionalexpress von Aachen nach Dortmund hat sogar grundsätzlich keine Klimaanlage. Wäre auch nicht so schlimm aber,die "neuen" Züge der Bahn fühlen sich eher an wie Viehtransporter: Alles Eng, in zwei Etagen, keine Fenster zum Öffnen, und wenn dann nur jedes zweite mit klappscheibe.

    Am liebsten fahr ich mit alten Zügen. Und alt sind alle bei denen man die Türen und Fenster noch SELBER aufmachen kann.
    Riechen Miefig, nach rauch, haben riesen Sessel und klappern schön :) Ausserdem haben sie nicht alle 15 cm einen Lautsprecher aus dem es ständig unmotiviert quäkt.

    • TDU
    • 11.07.2010 um 18:53 Uhr

    Ist mir auch schon mal passiert. Das kann einfach nicht sein, dass die Bahn Bedingungen schafft wie bei einer Flugzwischenlandung in Afrika. Und da sind wenigstens die Türen auf.

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    • joG
    • 12.07.2010 um 9:12 Uhr

    ...und kann letztlich alles tun, da sie alternativlos ist, wie so viele Lösungen des deutschen Wegs.

    • joG
    • 12.07.2010 um 9:12 Uhr

    ...und kann letztlich alles tun, da sie alternativlos ist, wie so viele Lösungen des deutschen Wegs.

    • gquell
    • 11.07.2010 um 18:59 Uhr

    Ich um 2001 regelmäßig von Ulm nach Hannover gefahren, damals fielen auch häufig die Klimaanlagen aus. Und auf die Idee, den Fahrgästen Getränke anzubieten, kam auch niemand. Ich mußte mehrfach Temperaturen um die 40Grad aushalten.
    Aber die Bahn spart ja munter weiter, schließlich steht ja irgendwann der große Börsengang bevor, mit dem Steuergelder dann in Privatvermögen umgewandelt werden. Da sind Komfort wie eine Klimaanlage unwichtig.

  2. Wann hat es eigentlich der Letzte kapiert, daß man sich selbst nicht "entschuldigen" kann. Die Bahn kann die Opfer - und anders kann man Bahnkunden ohnehin kaum noch bezeichnen - höchstens um Entschuldigung bitten.

    Vermutlich ist die Technik beim ICE aus China oder sonstwoher und genauso besch... wie die meines BMW, bei dem auch bei höherer Temperatur der Bordcomputer seinen Geist aufgibt (sog. Premiumprodukt aus dem bayerischen Hause).

    Also, alles Folgen der Gewinnmaximierung und des Privatisierungswahns. Schade, dass die Bahn nicht wie in den USA üblich zu Millionen Schadenersatz bewegt werden kann. Die Deuschen lassen sich sowieso gerne braten...

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    • rafax
    • 12.07.2010 um 14:38 Uhr

    Die Technik des ICE ist von Siemens und ThyssenKrupp, nicht aus China. Vielleicht wäre es besser, sie käme aus China. Tatsache ist aber, das Siemens mit dem ICE ein beeindruckendes Stück Industrieschrott produziert hat, das so ziemlich niemand weltweit haben will. Anders sind die enormen Exporterfolge des ICE auch nicht zu erklären.^^
    Dass die Deutsche Bahn wegen des Börsenwahns an allen Ecken und Kanten spart weiß man auch schon lange.
    Aber solange die Bahn keine Konkurrenz zu fürchten hat wird alles so bleiben wie es ist. Und als Kunde ist man dem Ganzen hilflos ausgeliefert, es sei denn, man steigt auf andere Verkehrsträger um.

    sehr schöner Kommentar.....

    • rafax
    • 12.07.2010 um 14:38 Uhr

    Die Technik des ICE ist von Siemens und ThyssenKrupp, nicht aus China. Vielleicht wäre es besser, sie käme aus China. Tatsache ist aber, das Siemens mit dem ICE ein beeindruckendes Stück Industrieschrott produziert hat, das so ziemlich niemand weltweit haben will. Anders sind die enormen Exporterfolge des ICE auch nicht zu erklären.^^
    Dass die Deutsche Bahn wegen des Börsenwahns an allen Ecken und Kanten spart weiß man auch schon lange.
    Aber solange die Bahn keine Konkurrenz zu fürchten hat wird alles so bleiben wie es ist. Und als Kunde ist man dem Ganzen hilflos ausgeliefert, es sei denn, man steigt auf andere Verkehrsträger um.

    sehr schöner Kommentar.....

    • rowo
    • 11.07.2010 um 19:05 Uhr

    > Schon im Hitze-Sommer 2003 brachen bei dem damals recht
    > neuen ICE 3 die Klimaanlagen regelmäßig zusammen.

    Ich erinnere mich genau daran, saß selbst des öfteren in einem überhitzten ICE mit defekter Klima-Anlage. Inzwischen hätte man das Problem lösen können, [b]wenn[/b] der Wille dazu vorhanden gewesen wäre. Es ist ein Armutszteugnis für die DB AG, dieses auch in vielen Jahren nicht geschafft zu haben.

    > "Dafür möchten wir uns ausdrücklich entschuldigen",
    > sagte Ulrich Homburg, Vorstand Personenverkehr der Deutschen Bahn.

    Man kann sich nicht selbst entschuldigen, nur die Geschädigten um Entschuldigung bitten.

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    • Talor
    • 11.07.2010 um 19:24 Uhr

    Um das auf die Spitze zu treiben: Sie können nur um Verzeihung bitten, Schuld ist die Bahn ja und das kann ihnen keiner nehmen. :)

    • Talor
    • 11.07.2010 um 19:24 Uhr

    Um das auf die Spitze zu treiben: Sie können nur um Verzeihung bitten, Schuld ist die Bahn ja und das kann ihnen keiner nehmen. :)

    • awaler
    • 11.07.2010 um 19:13 Uhr

    Mit der Bahn fährt nur, wer keine andere Wahl hat. Auf diese Leute (woanders nennt man sie Kunden) braucht man keine Rücksicht zu nehmen.
    Regelmäßige fristgerechte Wartung, gut qualifiziertes Personal, Zuverlässigkeit, ein Miniumum an Reisekomfort, Kundenorientierung etc. kosten nur Geld und werden daher extrem heruntergeschraubt.

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    Mit Interesse habe ich diesen Artikel gelesen und gedacht: es ist typisch für die DB. Sie schreiben, Wartung, Service etc. kosten Geld, was sicher stimmt. Aber ich gebe Ihnen hier mal das Beispiel Portugal, wo es keine ICEs gibt, aber eine Art IC und den Alfa Pendular, dem ICE vergleichbar. Im Sommer kommt man im Landesinneren Südportugals locker auf Temperaturen von 35 Grad (und mehr). Ich habe noch nicht einmal erlebt, dass bei einem dieser Züge eine Klimaanlage ausgefallen wäre. Sie sind pünktlich, sauber, der Kaffee in der Zugbar ist gut und günstig. Fährt man 1. Klasse, bekommt man oft Extras und der Preis für die Strecke Lissabon - Lagos (Algarve), 1. Klasse, beträgt 24,50 Euro (Stand April 2010). Platzreservierung ist Pflicht. Es gibt keine überfüllten Züge. Wieso bekommt die DB das nicht hin, bei den Preisen???

    Mit Interesse habe ich diesen Artikel gelesen und gedacht: es ist typisch für die DB. Sie schreiben, Wartung, Service etc. kosten Geld, was sicher stimmt. Aber ich gebe Ihnen hier mal das Beispiel Portugal, wo es keine ICEs gibt, aber eine Art IC und den Alfa Pendular, dem ICE vergleichbar. Im Sommer kommt man im Landesinneren Südportugals locker auf Temperaturen von 35 Grad (und mehr). Ich habe noch nicht einmal erlebt, dass bei einem dieser Züge eine Klimaanlage ausgefallen wäre. Sie sind pünktlich, sauber, der Kaffee in der Zugbar ist gut und günstig. Fährt man 1. Klasse, bekommt man oft Extras und der Preis für die Strecke Lissabon - Lagos (Algarve), 1. Klasse, beträgt 24,50 Euro (Stand April 2010). Platzreservierung ist Pflicht. Es gibt keine überfüllten Züge. Wieso bekommt die DB das nicht hin, bei den Preisen???

    • Talor
    • 11.07.2010 um 19:24 Uhr
    7. ...!?

    Um das auf die Spitze zu treiben: Sie können nur um Verzeihung bitten, Schuld ist die Bahn ja und das kann ihnen keiner nehmen. :)

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