Mafia Mexikanische Armee tötet Drogenboss Coronel

Soldaten haben einen der mächtigsten Bandenchefs Mexikos erschossen. Die USA verdächtigten ihn des Kokainschmuggels und hatten fünf Millionen Dollar auf ihn ausgesetzt.

Der mexikanische Brigadegeneral Edgar Luis Villegas informiert die Presse über den Tod Ignacio Coronels

Der mexikanische Brigadegeneral Edgar Luis Villegas informiert die Presse über den Tod Ignacio Coronels

Die mexikanische Armee war lange hinter ihm her gewesen. Nun hat sie einen der Chefs des mächtigen Drogenkartells Sinaloa getötet. Ignacio "Nacho" Coronel widersetzte sich in Guadalajara seiner Verhaftung durch Soldaten und wurde auf der Flucht erschossen. Der Tod des Kartellführers gilt als einer der größten Erfolge im Kampf von Präsident Felipe Calderon gegen die Drogenmafia.

Vizeverteidigungsminister Edgar Luis Villegas sagte, die Armee habe in einem Vorort der westmexikanischen Stadt eine Razzia gegen Coronel gestartet, wo sich der Bandenchef in einem Unterschlupf verschanzt hatte. Der 56-Jährige habe das Feuer auf die Soldaten eröffnet. Im anschließenden Feuergefecht sei er erschossen worden. Bei dem Einsatz starb laut Villegas auch ein Soldat, ein weiterer erlitt Verletzungen.

Anzeige

Coronel galt als enger Vertrauter des meistgesuchten mexikanischen Drogenbarons Joaquín "El Chapo" Guzmán – der soll vor drei Jahren eine Nichte Coronels geheiratet haben.

In Mexiko und den USA lagen Haftbefehle gegen den 56-Jährigen vor. Die US-Behörden hatten für Hinweise auf ihn eine Belohnung von fünf Millionen Dollar ausgesetzt. Nach Überzeugung der Behörden kontrollierte Coronel den Kokainhandel von Westmexiko über die nördliche Grenze in die USA – die sogenannte Pazifik-Route. Das Rauschgift soll er unter anderem tonnenweise aus Kolumbien bezogen haben. Wegen seiner beherrschenden Rolle bei der Herstellung und dem Handel mit synthetischen Drogen wurde er auch "König des Crystal" genannt.

Im Norden Mexikos wurden unterdessen 15 Tote am Straßenrand gefunden. Die Leichen, darunter zwei Frauen, lagen nahe der US-Grenzstadt Brownsville in Texas an der Straße zwischen Ciudad Victoria und Matamoros, wie ein Behördenvertreter mitteilte. Die Opfer "hatten die Hände gefesselt, die Augen verbunden und wiesen sichtbare Folterspuren auf", sagte er.

Die Leichen hatten weiße Hemden mit dem Buchstaben Z an, was auf eine Mitgliedschaft im Kartell der "Los Zetas" hindeutet. Die "Los Zetas" kämpfen gegen das Golf-Kartell um die Kontrolle über den Drogenhandel in Tamaulipas an der Grenze zu den USA. Mitte Juni hatte die Polizei schon einmal zwölf Leichen an einer Straße in Tamaulipas gefunden.

In Mexiko tobt ein mit Brutalität geführter Kampf zwischen rivalisierenden Drogenbanden, die sich die lukrativen Schmuggelrouten in die USA streitig machen. Präsident Calderon hatte den Rauschgift-Kartellen Ende 2006 den Kampf angesagt und Tausende Soldaten, Polizisten und Spezialkräfte auf Drogenbanden angesetzt. In den vergangenen dreieinhalb Jahren starben mehr als 26.000 Menschen im mexikanischen Drogenkrieg, allein in diesem Jahr waren es bislang 7000.

Die USA schlossen aus Sicherheitsgründen auf unbestimmte Zeit ihr Konsulat in der Drogenhochburg Ciudad Juarez an der Grenze zum Bundesstaat Texas. Die Vertretung werde erst nach einer gründlichen Sicherheitsprüfung wieder geöffnet, erklärten die Behörden. Im März waren drei Menschen ermordet worden, die im Zusammenhang mit dem Konsulat standen.

 
Leser-Kommentare
    • ttx
    • 30.07.2010 um 13:53 Uhr

    Das sind sie also, die Blüten der jahrzehntelangen Prohibition, von den USA durch die UN in alle Herren Länder exportiert.

    Man lese aufmerksam:
    http://www.independent.co...
    http://www.bmj.com/cgi/co...
    http://www.viennadeclarat...
    http://www.ftd.de/politik...

    Man schaue sich an:
    http://vimeo.com/12930745
    http://www.youtube.com/wa...

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • TDU
    • 30.07.2010 um 14:16 Uhr

    Und wieso ist das in Europa und andern Ländern noch anders?

    Und wenn man nachweisen kann, dass mäßiger Heroin- Opium und Kokainkonsum genauso eine Lebensführung ermöglicht wie der mäßige Alkoholkonsum, könnte ich in diesem Zusammenhang die Bezeichnung Probibition, die ich erst mal auf Alkohol beziehe, gelten lassen.

    Und zwar unter den jetzigen Bedingungen muss der massvolle Konsum möglich sein. Bitte nicht erst das Postulat der Gesellschaftsveränderung zur Bedingung machen.

    • TDU
    • 30.07.2010 um 14:16 Uhr

    Und wieso ist das in Europa und andern Ländern noch anders?

    Und wenn man nachweisen kann, dass mäßiger Heroin- Opium und Kokainkonsum genauso eine Lebensführung ermöglicht wie der mäßige Alkoholkonsum, könnte ich in diesem Zusammenhang die Bezeichnung Probibition, die ich erst mal auf Alkohol beziehe, gelten lassen.

    Und zwar unter den jetzigen Bedingungen muss der massvolle Konsum möglich sein. Bitte nicht erst das Postulat der Gesellschaftsveränderung zur Bedingung machen.

    • TDU
    • 30.07.2010 um 14:16 Uhr

    Und wieso ist das in Europa und andern Ländern noch anders?

    Und wenn man nachweisen kann, dass mäßiger Heroin- Opium und Kokainkonsum genauso eine Lebensführung ermöglicht wie der mäßige Alkoholkonsum, könnte ich in diesem Zusammenhang die Bezeichnung Probibition, die ich erst mal auf Alkohol beziehe, gelten lassen.

    Und zwar unter den jetzigen Bedingungen muss der massvolle Konsum möglich sein. Bitte nicht erst das Postulat der Gesellschaftsveränderung zur Bedingung machen.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • ttx
    • 30.07.2010 um 14:39 Uhr

    Natürlich ist gemäßigter Drogenkonsum möglich. Keiner verlangt jedoch, dass man alle Drogen im Supermarkt kaufen kann. Eine entsprechende Differenzierung samt Aufklärung und Abgabe von kontrollierten Mengen und Qualität sowie angemessener Jugendschutzmaßnahmen kann aber nur staatliche Regulierung gewährleisten. Mit der bestehenden Prohibition ist es für einen Jugendlichen weitaus leichter, Cannabis zu bekommen als hochprozentigen Alkohol. Dass Dealer gerne auch andere Substanzen im Angebot haben, versteht sich von selbst: eine Trennung der Märkte ist nicht gegeben.

    Wie eine Differenzierung aussehen könnte, steht hier:
    http://www.bmj.com/cgi/co...

    • joG
    • 31.07.2010 um 9:22 Uhr

    ....ob man den Drogenkonsum mit dem Krieg gegen Drogen besser unter Kontrolle bekommt als durch erlaubte (registrierte) Verwendung und ob der Schaden, den das Verbot Drogen zu kaufen anrichtet nicht zu teuer ist.

    • ttx
    • 30.07.2010 um 14:39 Uhr

    Natürlich ist gemäßigter Drogenkonsum möglich. Keiner verlangt jedoch, dass man alle Drogen im Supermarkt kaufen kann. Eine entsprechende Differenzierung samt Aufklärung und Abgabe von kontrollierten Mengen und Qualität sowie angemessener Jugendschutzmaßnahmen kann aber nur staatliche Regulierung gewährleisten. Mit der bestehenden Prohibition ist es für einen Jugendlichen weitaus leichter, Cannabis zu bekommen als hochprozentigen Alkohol. Dass Dealer gerne auch andere Substanzen im Angebot haben, versteht sich von selbst: eine Trennung der Märkte ist nicht gegeben.

    Wie eine Differenzierung aussehen könnte, steht hier:
    http://www.bmj.com/cgi/co...

    • joG
    • 31.07.2010 um 9:22 Uhr

    ....ob man den Drogenkonsum mit dem Krieg gegen Drogen besser unter Kontrolle bekommt als durch erlaubte (registrierte) Verwendung und ob der Schaden, den das Verbot Drogen zu kaufen anrichtet nicht zu teuer ist.

    • ttx
    • 30.07.2010 um 14:39 Uhr
    3. @ TDU

    Natürlich ist gemäßigter Drogenkonsum möglich. Keiner verlangt jedoch, dass man alle Drogen im Supermarkt kaufen kann. Eine entsprechende Differenzierung samt Aufklärung und Abgabe von kontrollierten Mengen und Qualität sowie angemessener Jugendschutzmaßnahmen kann aber nur staatliche Regulierung gewährleisten. Mit der bestehenden Prohibition ist es für einen Jugendlichen weitaus leichter, Cannabis zu bekommen als hochprozentigen Alkohol. Dass Dealer gerne auch andere Substanzen im Angebot haben, versteht sich von selbst: eine Trennung der Märkte ist nicht gegeben.

    Wie eine Differenzierung aussehen könnte, steht hier:
    http://www.bmj.com/cgi/co...

    Antwort auf "@1 Und wieso"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • TDU
    • 30.07.2010 um 18:05 Uhr

    Interessanter Link, der auch zeigt, dass die englisch Bedeutung von Prohibischen eben mehr umfasst als das Alkohohlverbot in den USA. Allerdings habe ich die ganzen Einzeiten nicht erfasst. Mnagels Übung verschwinmdet der Wortschaft mit der Zeit.

    Dennoch bleibt bei mir Skepsis ob unter staatlicher Kontrolle es Opiumanbaugebiete wie Weinanbaugebiete geben könnte. Denn noch ein Unterschied, der m. E. beid er Gleichstezung Droge ist Droge immer ausser acht gelassen wird:.

    Man kann nicht jedem Alkohohltrinker unterstellen, er wolle den Rausch unabhängig vom Geschmack. Das gilt wohl nur für den Abhängigen der im Hochstadium auch vor Parfüm nicht haltmacht. Und auch der Verweis auf die vielen Alkohohliker zieht geanuso wenig wie den Sinn oder Unsinn der Ehe an den Fremdgängern fest zu machen.

    Wenn Sie allerdings an die leichte Dosis glauben, die gemeinsam oder allein folgenlos konsumiert werden kann, lassen, o. k. Vielleicht gibts ja dann auch Mischungen und Sorten die schmecken und eben ein wenig besäuseln.

    Der Versuch wäre es wert, um die widerlichen und dreckigen Geschäfte zu unterbinden.

    • TDU
    • 30.07.2010 um 18:05 Uhr

    Interessanter Link, der auch zeigt, dass die englisch Bedeutung von Prohibischen eben mehr umfasst als das Alkohohlverbot in den USA. Allerdings habe ich die ganzen Einzeiten nicht erfasst. Mnagels Übung verschwinmdet der Wortschaft mit der Zeit.

    Dennoch bleibt bei mir Skepsis ob unter staatlicher Kontrolle es Opiumanbaugebiete wie Weinanbaugebiete geben könnte. Denn noch ein Unterschied, der m. E. beid er Gleichstezung Droge ist Droge immer ausser acht gelassen wird:.

    Man kann nicht jedem Alkohohltrinker unterstellen, er wolle den Rausch unabhängig vom Geschmack. Das gilt wohl nur für den Abhängigen der im Hochstadium auch vor Parfüm nicht haltmacht. Und auch der Verweis auf die vielen Alkohohliker zieht geanuso wenig wie den Sinn oder Unsinn der Ehe an den Fremdgängern fest zu machen.

    Wenn Sie allerdings an die leichte Dosis glauben, die gemeinsam oder allein folgenlos konsumiert werden kann, lassen, o. k. Vielleicht gibts ja dann auch Mischungen und Sorten die schmecken und eben ein wenig besäuseln.

    Der Versuch wäre es wert, um die widerlichen und dreckigen Geschäfte zu unterbinden.

    • TDU
    • 30.07.2010 um 18:05 Uhr

    Interessanter Link, der auch zeigt, dass die englisch Bedeutung von Prohibischen eben mehr umfasst als das Alkohohlverbot in den USA. Allerdings habe ich die ganzen Einzeiten nicht erfasst. Mnagels Übung verschwinmdet der Wortschaft mit der Zeit.

    Dennoch bleibt bei mir Skepsis ob unter staatlicher Kontrolle es Opiumanbaugebiete wie Weinanbaugebiete geben könnte. Denn noch ein Unterschied, der m. E. beid er Gleichstezung Droge ist Droge immer ausser acht gelassen wird:.

    Man kann nicht jedem Alkohohltrinker unterstellen, er wolle den Rausch unabhängig vom Geschmack. Das gilt wohl nur für den Abhängigen der im Hochstadium auch vor Parfüm nicht haltmacht. Und auch der Verweis auf die vielen Alkohohliker zieht geanuso wenig wie den Sinn oder Unsinn der Ehe an den Fremdgängern fest zu machen.

    Wenn Sie allerdings an die leichte Dosis glauben, die gemeinsam oder allein folgenlos konsumiert werden kann, lassen, o. k. Vielleicht gibts ja dann auch Mischungen und Sorten die schmecken und eben ein wenig besäuseln.

    Der Versuch wäre es wert, um die widerlichen und dreckigen Geschäfte zu unterbinden.

    Antwort auf "@ TDU"
    • joG
    • 31.07.2010 um 9:22 Uhr

    ....ob man den Drogenkonsum mit dem Krieg gegen Drogen besser unter Kontrolle bekommt als durch erlaubte (registrierte) Verwendung und ob der Schaden, den das Verbot Drogen zu kaufen anrichtet nicht zu teuer ist.

    Antwort auf "@1 Und wieso"

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service