GesundheitDer Konsum von Antidepressiva nimmt zu

Sind die Bayern besonders depressiv? Jedenfalls werden dort die meisten Medikamente gegen diese Krankheit verschrieben. Auch bundesweit ist die Tendenz steigend. von dpa und Reuters

Mit Pillen gegen die Depression: Immer mehr Deutsche greifen zu Anti-Depressiva

Mit Pillen gegen die Depression: Immer mehr Deutsche greifen zu Anti-Depressiva  |  © Hussain Khorsheed/flickr

Ärzte verordnen Berufstätigen mehr Mittel gegen Depressionen – am häufigsten in Bayern. Das geht aus einem Gesundheitsbericht der Techniker Krankenkasse hervor. Demnach habe sich das Volumen der verschriebenen Antidepressiva unter Deutschlands Beschäftigten in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt: Im Vergleich zum Jahr 2000 gebe es eine Steigerung von 113 Prozent.

Statistisch gesehen erhielt jeder Berufstätige 2009 für acht Tage Medikamente zur Behandlung von Depressionen. Frauen erhielten im Schnitt mit 10,5 Tagesrationen deutlich mehr Antidepressiva als Männer, die Medikamente für sechs Tage verschrieben bekamen.

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Zwischen einzelnen Bundesländern gibt es gravierende Unterschiede. Während die Berufstätigen in Bayern mit neun Tageseinheiten bundesweit das höchste Pro-Kopf-Volumen verschrieben bekamen, erhielten die Sachsen-Anhaltiner nur knapp sechs Tage Antidepressiva.

Angesichts der Zahlen stehen die Forscher vor einem neuen Rätsel. "Das hohe Antidepressiva-Volumen in Bayern ist erstaunlich", sagte TK-Expertin Wiebke Arps. "Und zwar vor allem deshalb, weil die Berufstätigen im Freistaat, neben Baden-Württemberg und Sachsen- Anhalt, die wenigsten psychisch bedingten Krankschreibungen haben."

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Leserkommentare
    • h.morun
    • 12. August 2010 18:57 Uhr

    Wenn in 10 Jahren die Medikamentenabgabe um 113% anstieg- sollte doch endlich auch der Vergleich zum Jahr 2000 gezogen werden was die Mehrbelastung ausmacht. Wo 2000 die Mitarbeiter im Büro noch zusammen arbeiteten um die anfallenden Arbeiten zu erledigen, wurde in 10 Jahren in den Betrieben ca.40 % Personal abgebaut. Die verbliebenen Mitarbeiter übernahmen die zusätlichen Aufgaben und sind ausgepowert. Aber das interessiert die Aktionäre nicht.

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    Das war jetzt Satire, oder?

    • GeorgKT
    • 12. August 2010 20:22 Uhr

    Mein Eindruck nach einem Gespräch mit meinem Hausarzt ist, dass sich selbst unter Ärzten der Eindruck verfestigt, dass Antidepressiva zu häufig und vor allem bei unklarer Diagnose verschrieben werden.

    Kurz: Wenn bestimmte Fachärzte nicht weiter wissen, verschreiben sie Antidepressiva. Wenn man weiß wie schwer zu diagnostizieren heute viele Krankheiten sind, weiß man wie schnell das schnell passiert.

  1. Die Statistik, wonach jeder Arbeitnehmer in Bayern 8, Frauen 10,5 Tage Antidepressiva nimmt, ist doch völlig irrelevant!

    Da viele wirklich depressive Menschen diese Medikamente über Jahre nehmen müssen, Antidepressiva ihre Wirkung erst nach Wochen entfalten, ist diese Zahl doch völlig frei von jeder Aussagekraft!

    Eine Zahl wie "jeder 10. oder jeder 6." würde da mehr bringen.
    Es gibt auch viele Arbeitnehmer, die klagen beim Psychiater, bekommen das Zeug verschrieben, finden die Nebenwirkungen zu heftig und lassen das Zeug im Badezimmerschrank vermodern... Ich kenne da einige!

    Übrigens: klar, wir Bayern sind depressiv, schlucken unsere Antidepressiva und gehen trotzdem brav arbeiten!
    Das Zeug wirkt erst mit einer Maß Bier so richtig gut!

    Blöder Artikel!

  2. Was ist denn bitte "am öftesten" für ein Ausdruck?

    Da kringeln sich mir doch glatt die Zehennägel nach oben...

    Anm.: Bitte konzentrieren Sie sich auf eine sachbezogene, argumentative Diskussion. Danke. /Die Redaktion pt.

  3. Das war jetzt Satire, oder?

    Antwort auf "Arbeitswelt"
  4. Was mir seit Tagen im Kopf rumschwirrt: Ist es die Dialektik der Zeit, die der MegaSpaßGesellschaft die Depression zur Seite stellt?

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    • TDU
    • 13. August 2010 13:57 Uhr

    Selbst die schönste Sexualität und Zweisamkeit lässt die Sehnsucht nach Erfüllung in Gemeinsamkeit bisweilen unberührt. (sinngemäß aus einem nordischen Kriminalroman).

    • TDU
    • 13. August 2010 13:47 Uhr

    Vergleiche sollten doch ein paar Rahmenbedingen versuchen zu berücksichtigen. In Bayern ist der Berufsdruck sicher bei mehr Menschen vorhanden als in anderen Bundesländern, denn bei Arbeitslosigkeit kann man eher die Depression mit Alkohohl bekämpfen.

    • TDU
    • 13. August 2010 13:57 Uhr

    Selbst die schönste Sexualität und Zweisamkeit lässt die Sehnsucht nach Erfüllung in Gemeinsamkeit bisweilen unberührt. (sinngemäß aus einem nordischen Kriminalroman).

    Antwort auf "Dialektik der Zeit"

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
  • Schlagworte Gesundheit | Konsum | Arzt | Depression | Krankenkasse | Medikament
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