Vereinbarkeit Familie und Beruf Vorbild für Führungsrolle gesucht

Alle wissen, dass flexible Arbeitszeiten gut und sinnvoll sind, um den Beruf mit dem Privatleben zu vereinbaren. Warum nur glaubt keiner daran? Ein Kommentar

Am Montag belegte eine Umfrage , dass sich die Deutschen Kinder wünschen. Wichtiger als eine Steuersenkung ist ihnen, ihr Berufsleben besser mit der Familie zu vereinbaren . Die Voraussetzungen dafür, dass es gelingt, sind gut: Menschen, die in Teilzeit arbeiten, sind effektiver als ihre Kollegen. Es ist teuer für die Gesellschaft und ein Unternehmen, Frauen erst gut auszubilden und dann ganz zu verlieren, wenn sie Mütter werden. 60 Prozent der Väter wünschen sich, mehr Zeit für die Familie zu haben, Dreiviertel der Mütter möchten mehr als halbtags arbeiten. Im Grunde wissen alle, dass flexible Arbeitszeit eine Lösung für das Problem ist.

Warum also glauben wir nicht, dass man eine Aufgabe sinnvoll und gut auch in weniger als 40 Stunden pro Woche erfüllen kann?

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Weil in führenden Positionen nach wie vor überwiegend Männer arbeiten, und zwar in Vollzeit. Kaum einer von ihnen hat jemals explizit gesagt: "Ich gehe um 17 Uhr nach Hause, weil ich dran bin mit Vorlesen." Zum Nachfolger machen sie denjenigen, der den gleichen Arbeitsstil lebt und Sätze sagt wie: "Herr M. geht in Mutterschutz." Unter denen es Mitarbeitern leichter fällt, für Nichtverfügbarkeit einen Geschäftstermin vorzugeben statt die Schließungszeiten des Kindergartens. Sie stützen Strukturen, in denen sich ein berufstätiges Paar, das bereits zwei gesunde Kinder hat, zu einer Abtreibung entschließt, weil der Mann um seine Position fürchtet.

Was fehlt, sind alternative Vorbilder in Führungspositionen.

Wir haben eine Frau als Kanzlerin. Eine andere, Mutter von sieben Kindern, ist den Unternehmern und manchem ihrer konservativen Parteifreunde gehörig auf den Zehen herumgetreten, um Neuerungen wie Eltern- und Pflegezeiten und Elterngeld durchzusetzen. Ihr folgte als Familienministerin Kristina Schröder, 33 Jahre jung und verheiratet. Gesundheitsminister Philipp Rösler, 37, hat Zwillinge, die noch keine zwei Jahre alt sind. Unser Kabinett ist so jung wie nie. Die Regierenden könnten jetzt zeigen, wie man die Lippenbekenntnisse im Berufsalltag umsetzt – im eigenen und in dem ihrer Mitarbeiter. Sollen sie es uns vorleben. Damit wir endlich glauben, was wir wissen.

 
Leser-Kommentare
  1. Meine persönliche Entscheidung für eigene Kinder oder gegen Kinder hängt nicht von den obengenannten Kriterien ab. Sicherlich, all das wäre eine schöne und sinnvolle Beigabe zum "Elternsein". So lange ich aber in einem Land der Zeitarbeit leben muss, in einem Land, dass einen mehrere Jahre studieren lässt und dann mitteilt: "Pech gehabt, wir stellen nicht mehr ein", so lange werde ich mir Kinder oder auch nur ein Kind einfach nicht leisten können.

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    dass der Kinderwunsch in erster Linie vom Geldbeutel abhängt.
    Es spielt natürlich eine wichtige Rolle aber ob man Kinder kriegt oder nicht hat doch mit ganz anderen Dingen zu tun.

    dass der Kinderwunsch in erster Linie vom Geldbeutel abhängt.
    Es spielt natürlich eine wichtige Rolle aber ob man Kinder kriegt oder nicht hat doch mit ganz anderen Dingen zu tun.

  2. Unsere hübsche Ministerin wirkt gar arg zu greenhornmäßig.

  3. Sorry, ich bin geschieden, zahle Kindsunterhalt und arbeite in Vollzeit. Als Lohnsteuerkl. 1 bin ich an jedem Euro interessiert, den ich nicht in Steuern/Abgaben zahlen muß.
    Solche Äußerungen können nur Menschen von sich geben die genug Mittel haben.

  4. 4. Warum?

    Soll man Kinder bekommen, wenn man selbst kaum überleben kann von seinem "Lohn"? Schön wenn da einige sogar von Teilzeit leben können, der Großteil kämpft um seine Existenz - ohne Kinder.

    Die Rente mit 67 ist sowieso völlig egal, denn der heutigen Generation ist völlig bewusst das sie in Altersarmut enden wird.

    Bis dahin noch Kinder mit schleppen und leiden lassen? Den Spaß muss man sich verkneifen. Und flexibel sind wir schon genug - bei Lohndumping und befristeten Arbeitsverträgen. Alles was dem Arbeitgeber nutzt, nutzt nicht unbedingt der Gesellschaft, aber wen interessiert's.

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    • Isaidy
    • 01.09.2010 um 16:47 Uhr

    da können sie über Erziehungs-, Kinder-, Eltern- und was weiß ich was für ein Geld noch soviel diskutieren in der Politik. Solange einem suggeriert wird, dass man dankbar sein darf, überhaupt noch Arbeit zu haben, solange Zeitarbeit ausgedehnt wird, von deren Lohn man nicht mehr leben kann, solange nur noch ein echter Arbeitnehmer ist, wer rund um die Uhr und an jedem Platz in Deutschland einsetzbar ist, solange sollte man es bleiben lassen, in sein eigenes nur vage planbares Leben noch Kinder hineinzusetzen. Das setzte eine gewisse Zuverlässigkeit voraus und die Voraussetzung von einem in 8 Stunden erarbeiteten Gehalt auch leben zu können, nachdem man ungefähr ein Drittel für die Kinderbetreuung ausgegeben hat, wenn man überhaupt eine findet.

    • Isaidy
    • 01.09.2010 um 16:47 Uhr

    da können sie über Erziehungs-, Kinder-, Eltern- und was weiß ich was für ein Geld noch soviel diskutieren in der Politik. Solange einem suggeriert wird, dass man dankbar sein darf, überhaupt noch Arbeit zu haben, solange Zeitarbeit ausgedehnt wird, von deren Lohn man nicht mehr leben kann, solange nur noch ein echter Arbeitnehmer ist, wer rund um die Uhr und an jedem Platz in Deutschland einsetzbar ist, solange sollte man es bleiben lassen, in sein eigenes nur vage planbares Leben noch Kinder hineinzusetzen. Das setzte eine gewisse Zuverlässigkeit voraus und die Voraussetzung von einem in 8 Stunden erarbeiteten Gehalt auch leben zu können, nachdem man ungefähr ein Drittel für die Kinderbetreuung ausgegeben hat, wenn man überhaupt eine findet.

  5. Denn für bestimmte Aufgaben hat man gerade in den "höherwertigen" Jobs (und das sind die, bei denen, sobald sie von Frauen besetzt sind, diese Frauen i.d.R. keine bis wenig Kinder haben, über die reden wir also) Aufgaben, die an der Persönlichkeit hängen und die man nur schwer delegieren kann. Dazu kommt, dass gerade in diesen Jobs das Treffen und Reden mit anderen und die Koordination von anderen der Hauptteil der Arbeit ist.

    Sobald man aber mal drei Leute, die von einer Entscheidung betroffen sind, an einen Tisch kriegen muss, ist das schon schwer genug, wenn die im Prinzip fünf Tage die Woche zehn Stunden am Tag verfügbar sind.

    Noch schwieriger ist es allerdings, wenn Wolfgang nur Mo, Di, Mi, und Aslim nur Mi, Do, Fr kann. Ganz unmöglich, wenn Johanna nur am Vormittag und Katrin nur am Nachmittag anwesend ist. Ein Alptraum, wenn Elsbeth zwar im Prinzip immer Montag da ist, aber die Kleine Fieber hat und sie kurtfristig mit Charlie getauscht hat.

    So leid es mir tut: Verantwortliche Jobs sind Vollzeitjobs. Und das heißt, sobald eine Frau Kinder, die sie hat, nicht vernachlässigen will oder ins Internat abschieben will, oder der Kerl zu Hause bleibt, hat sie die Wahl zwischen Kindern oder Karriere. Punkt. Zu glauben, man könne beides haben, ist und bleibt illusorisch, und diese Gesellschaft sollte sich das mal endlich eingestehen. Das würde den Frustlevel insbesondere bei gut ausgebildeten Frauen wahrscheinlich kräftig reduzieren.

    Eine Leser-Empfehlung
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    Lässt die gezeugten Kinder hauptsächlich vom Staat aufziehen und arbeitet wieder Vollzeit im Beruf.

    So gesehen ist die niedrige Geburtenrate in Deutschland u.a. auch ein Zeichen von Verantwortlichkeit der potenziellen Eltern und aber auch der Unmöglichkeit in einer immer härter werdenden Arbeitswelt Kinder vernünftig und liebevoll aufzuziehen.

    Was Sie beschreiben ist eine extrem schlecht organisierte Firma. In meinen Augen also sowieso zum Untergang verurteilt.
    Und ihre Meinung ist so festgefahren, wie falsch
    einfachste Lösung:
    Es gibt regelmässige Treffen (monatlich/wöchentlich) und jeder hat einen BackUp Mitarbeiter für den Krankheitsfall. Denn ja, es werden auch Erwachsenen mal krank. Wenn man dann noch ein Diensthandy organisiert ist auch für diesen Notfall gesorgt. Nur ein bisschen mitdenken und das ganze wäre durchaus möglich. Man muss es nur wollen.

    Nichts ist so beständig, wie die Änderung.

    • hb05
    • 01.09.2010 um 17:39 Uhr

    Die Dänen machen es vor, die Norweger auch. Natürlich kann man auch mit 30-35 Stunden verantwortlich arbeiten, insbesondere im Blackberry-Zeitalter.

    Wichtige Zwischenfragen beantwortet der selbständige Architekt während der Autofahrt oder auch mal während der Baustellenbesichtigung. "Tschuldigung, ich bin gleich wieder für Sie da."

    Wenn also beide zeitversetzt 35 Stunden arbeiten, sind die Kinder 6-7 Stunden am Tag in der Betreuung. Vom Abschieben keine Spur. Es bleibt genug Zeit für alle.

    Überhaupt ist das "der Staat erzieht die Kinder"-Gerede albern. Wenn man trotz Vollzeitjob seine Kinder nicht prägt, hat also fast kein Mann seine Kinder erzogen. Und das ist doch albern.

    denn hier arbeietet jeder (auch mit Kinder) Vollzeit, Teilzeit wird eher als Diskriminierung angesehen, da man dabei weniger verdient - die in dem Kommentar dargelegte Sicht, dass sich Kind und Vollzeitarbeit nicht vereinbaren lassen, ist somit typisch deutsch...

    Lässt die gezeugten Kinder hauptsächlich vom Staat aufziehen und arbeitet wieder Vollzeit im Beruf.

    So gesehen ist die niedrige Geburtenrate in Deutschland u.a. auch ein Zeichen von Verantwortlichkeit der potenziellen Eltern und aber auch der Unmöglichkeit in einer immer härter werdenden Arbeitswelt Kinder vernünftig und liebevoll aufzuziehen.

    Was Sie beschreiben ist eine extrem schlecht organisierte Firma. In meinen Augen also sowieso zum Untergang verurteilt.
    Und ihre Meinung ist so festgefahren, wie falsch
    einfachste Lösung:
    Es gibt regelmässige Treffen (monatlich/wöchentlich) und jeder hat einen BackUp Mitarbeiter für den Krankheitsfall. Denn ja, es werden auch Erwachsenen mal krank. Wenn man dann noch ein Diensthandy organisiert ist auch für diesen Notfall gesorgt. Nur ein bisschen mitdenken und das ganze wäre durchaus möglich. Man muss es nur wollen.

    Nichts ist so beständig, wie die Änderung.

    • hb05
    • 01.09.2010 um 17:39 Uhr

    Die Dänen machen es vor, die Norweger auch. Natürlich kann man auch mit 30-35 Stunden verantwortlich arbeiten, insbesondere im Blackberry-Zeitalter.

    Wichtige Zwischenfragen beantwortet der selbständige Architekt während der Autofahrt oder auch mal während der Baustellenbesichtigung. "Tschuldigung, ich bin gleich wieder für Sie da."

    Wenn also beide zeitversetzt 35 Stunden arbeiten, sind die Kinder 6-7 Stunden am Tag in der Betreuung. Vom Abschieben keine Spur. Es bleibt genug Zeit für alle.

    Überhaupt ist das "der Staat erzieht die Kinder"-Gerede albern. Wenn man trotz Vollzeitjob seine Kinder nicht prägt, hat also fast kein Mann seine Kinder erzogen. Und das ist doch albern.

    denn hier arbeietet jeder (auch mit Kinder) Vollzeit, Teilzeit wird eher als Diskriminierung angesehen, da man dabei weniger verdient - die in dem Kommentar dargelegte Sicht, dass sich Kind und Vollzeitarbeit nicht vereinbaren lassen, ist somit typisch deutsch...

    • wegw
    • 01.09.2010 um 16:39 Uhr

    Fast alles, was Gott in der Schöpfungs-Ordnung festgelegt hat, wird heutzutage bekämpft.

    Zu Kindern gehören halt die Eltern in ihren von Gott vorgegebenen Rollen.

    Der Vater ist der Chef, der die letzte Verantwortung hat. Er ist der Außen-Minister, während die Mutter mehr die Innenministerin darstellen sollte.

    Die Rollen sind also von Gott klar vorgegeben.....

    Wer das nicht will, macht die Familien kaputt.... [...]

    Wer nur die Selbst-Verwirklichung sucht, sollte die Finger von Partner, Ehe und Kindern lassen.

    Bitte achten Sie auf eine respektvolle Ausdrucksweise. Danke. Die Redaktion/sh

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    dass sie eine solche Meinung ziemlich alleine dastehen wird...

    an der Lampe des Zeitgeist rubbeln. Könnten Sie mir allerdings mal die Bibelstellen zeigen, die Ihre Aussagen stützen, oder zumindest die entsprechende Enzyclica?

    gibt`s nicht. Ergo auch keine von ihm vorgegebene Ordnung. Schade dass ich den Tag nicht mehr erleben werde an dem das endlich alle begriffen haben.

    ... was sie "Gottes Ordnung" nennen ist nichts weiter als das gute alte "Patriarchat".

    Da gewöhnen wir Männer uns schon dran dass die Zeiten auch langsam mal vorbei sind. Und das nicht gleich zum "jüngsten Gericht" führt.

    dass sie eine solche Meinung ziemlich alleine dastehen wird...

    an der Lampe des Zeitgeist rubbeln. Könnten Sie mir allerdings mal die Bibelstellen zeigen, die Ihre Aussagen stützen, oder zumindest die entsprechende Enzyclica?

    gibt`s nicht. Ergo auch keine von ihm vorgegebene Ordnung. Schade dass ich den Tag nicht mehr erleben werde an dem das endlich alle begriffen haben.

    ... was sie "Gottes Ordnung" nennen ist nichts weiter als das gute alte "Patriarchat".

    Da gewöhnen wir Männer uns schon dran dass die Zeiten auch langsam mal vorbei sind. Und das nicht gleich zum "jüngsten Gericht" führt.

    • Isaidy
    • 01.09.2010 um 16:47 Uhr

    da können sie über Erziehungs-, Kinder-, Eltern- und was weiß ich was für ein Geld noch soviel diskutieren in der Politik. Solange einem suggeriert wird, dass man dankbar sein darf, überhaupt noch Arbeit zu haben, solange Zeitarbeit ausgedehnt wird, von deren Lohn man nicht mehr leben kann, solange nur noch ein echter Arbeitnehmer ist, wer rund um die Uhr und an jedem Platz in Deutschland einsetzbar ist, solange sollte man es bleiben lassen, in sein eigenes nur vage planbares Leben noch Kinder hineinzusetzen. Das setzte eine gewisse Zuverlässigkeit voraus und die Voraussetzung von einem in 8 Stunden erarbeiteten Gehalt auch leben zu können, nachdem man ungefähr ein Drittel für die Kinderbetreuung ausgegeben hat, wenn man überhaupt eine findet.

    Antwort auf "Warum?"
  6. Lässt die gezeugten Kinder hauptsächlich vom Staat aufziehen und arbeitet wieder Vollzeit im Beruf.

    So gesehen ist die niedrige Geburtenrate in Deutschland u.a. auch ein Zeichen von Verantwortlichkeit der potenziellen Eltern und aber auch der Unmöglichkeit in einer immer härter werdenden Arbeitswelt Kinder vernünftig und liebevoll aufzuziehen.

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