Vatikan-Sprecher Federico Lombardi hat auf einer Buchvorstellung des Papst-Buches Licht der Welt die neue Haltung der Kirche zum Verbot von Kondomen kommentiert. Die Papst-Äußerungen über die Lockerung des Verbots bezögen sich nicht alleine auf männliche Prostituierte.

Zwar habe Benedikt XVI. in dem Gespräch mit dem Publizisten Peter Seewald von männlichen Prostituierten gesprochen. Das gelockerte Verbot gelte aber auch für weibliche oder etwa transsexuelle Prostituierte. "Die Aussage ist, dass ein erhebliches Risiko für das Leben eines anderen Menschen verhindert werden sollte", sagte Lombardi. Das Benutzen von Kondomen solle ein erster Schritt hin zu Verantwortung sein.

Der Hinweis auf männliche Prostituierte hatte für Verwirrung gesorgt, da diese unter Prostituierten eine Minderheit sind. Außerdem war in der italienischen Fassung des Buchs von weiblichen Prostituierten die Rede. Wie es im Vatikan hieß, handelte es sich bei der italienischen Ausgabe aber um einen Übersetzungsfehler, der korrigiert werde.

Papst Benedikt XVI. hatte in dem Buch Licht der Welt die Haltung der katholischen Kirche zum Kampf gegen Aids geändert und erstmals Katholiken bei begründeten Einzelfällen auch die Benutzung von Kondomen gestattet. Der Kurswechsel sorgte weltweit für positive Reaktionen. Der Papst hatte gesagt, "es mag begründete Einzelfälle geben, etwa wenn ein Prostituierter ein Kondom verwendet".