Der bisherige Vizepräsident des Zentralrats der Juden, Dieter Graumann, ist neuer Präsident des Rats. Der Zentralrat wählte den 1950 in Israel geborenen Immobilienkaufmann am Sonntag in Frankfurt zum Nachfolger von Charlotte Knobloch. Graumann ist der erste Präsident, der den Nationalsozialismus und den Massenmord an den europäischen Juden nicht mehr selbst erlebt hat.

Er sei "bewegt und berührt", sagte Graumann. Er dankte Knobloch ausdrücklich für ihre Arbeit. Sie habe sich "große Verdienste" um den Zentralrat erworben. Die 78-jährige Knobloch stand seit 2006 an der Spitze des Rats.

Graumann ist seit 2001 im Präsidium des Zentralrats und seit 2006 dessen Vizepräsident. Die 78 Jahre alte Knobloch, die seit Mitte 2006 dem Rat vorstand, hatte im Februar erklärt, für eine weitere Amtszeit nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Knobloch hatte bekundet, "bewusst einen Generationenwechsel herbeiführen" zu wollen.

Knobloch war nachgesagt worden, dass sie im engeren Führungskreis des Verbandes keinen Rückhalt mehr hatte. Sie war die erste Frau an der Spitze des Zentralrats. Unter seinem Dach sind 23 Landesverbände mit 108 jüdischen Gemeinden und rund 105.000 Mitgliedern organisiert.