Loki Schmidt"Kartoffelsalat mit Würstchen"

Weihnachten im Hause Schmidt: In "Auf einen Kaffee mit Loki Schmidt" erzählt die Ehefrau des Altkanzlers, wie Weihnachten bei Schmidts begangen wurde.

© Getty Images

Frage: Frau Schmidt, einen Tag vor Weihnachten hat Ihr Mann Geburtstag. So dicht beieinander ist das ja ganz schön schwierig. Wie sehen diese Tage bei Ihnen aus?

Loki Schmidt: Unseres Alters wegen unterscheiden sie sich nicht wesentlich von den anderen Tagen. Das heißt, Helmut sitzt dreimal die Woche in seinem Büro bei der ZEIT. Zwischen Weihnachten und Neujahr geht er aber nicht in die Zeitung, er würde dort wohl auch kaum jemanden empfangen können, der mit ihm ein Gespräch führen wollte. Die Menschen sind ja nicht nur bei uns in Deutschland auf Weihnachten eingestellt. Sie wollen keine gravierenden, tiefschürfenden Probleme wälzen, und ich glaube, auch wenn es im Augenblick drängende Fragen, zum Beispiel wegen Afghanistan und der deutschen Soldaten dort, gibt, über Weihnachten wollen sich die Leute nicht mit so etwas belasten.

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Frage: Gibt es bei den Schmidts einen Weihnachtsbaum und eine Bescherung?

Schmidt: Nein, das hat es die letzten Jahrzehnte nicht mehr gegeben. Als unsere Tochter, die ja nun auch schon im Rentenalter ist, noch regelmäßig kam, habe ich zumindest einen großen Zweig, meistens einen Kiefernzweig, in eine Bodenvase gestellt. Kiefern mit ihren sehr viel längeren Nadeln finde ich dekorativer als Fichte oder Tanne. Und so eine große Bodenvase mit Kugeln, manchmal hatte ich auch Sterne selbst gemacht, ist ganz dekorativ.

Frage: Und gibt es einen Tannenbaum?

Schmidt: Ich kann mich überhaupt nicht mehr erinnern, wann es bei uns zuletzt einen Tannenbaum gegeben hat. Wir haben eine Zeitlang – das muss so dreißig Jahre her sein – draußen im Garten einen Nadelbaum hingestellt und ihn mit elektrischen Kerzen bestückt. Das heißt, man hatte einen beleuchteten, aber nicht behängten Glitzerbaum draußen vor der Tür. Das war auch ganz hübsch, aber einen richtigen Bilderbuchtannenbaum, den hat es bei uns wahrscheinlich vor dem Krieg zuletzt gegeben.

Frage: Als "Zugereister" aus dem Ruhrgebiet hat mich immer gewundert, dass hier in Hamburg zu Heiligabend angeblich vornehmlich Kartoffelsalat und Würstchen gegessen werden. Ist das bei Schmidts auch so?

Leserkommentare
  1. ....geschrieben. fast so als würde sie noch leben und hätte das Interview grade erst gegeben....
    Schade.
    PS: kein Wort davon dass Loki Schmidt diesen Oktober gestorben ist... man tut so als wäre sie noch unter uns und gäbe fröhlich Interviews über die gute alte zeit....
    muss das sein? kann man das nicht anders ... ?

    Eine Leserempfehlung
    • alimia
    • 09. Dezember 2010 11:26 Uhr

    .... na da wird sich der Altkanzler aber freuen....

  2. ..kann man sich nur noch wundern..warum schreiben Sie nicht dazu,von wann das Interview ist und dass Loki Schmidt verstorben ist....Hätten Sie doch wenigstens eine andere Überschrift gewählt zb:"Erinnerung an Loki Schmidt" oä
    Ich denke oft an Helmut Schmidt und dass er die Weihnachtszeit ohne seine Loki verbringen muß,es ist kein Trost und es gibt keinen Trost,aber ich möchte ihn wissen lassen,das viele Menschen an ihn denken....an ihn und an Loki.

  3. ...es wäre ja auch das erste Mal, daß Deutsche in Deutschland einfach genössen, was sie und das Land ausmacht; ich erachte dieses Interview als Hommage an Frau Loki Schmidt; nicht mehr aber bestimmt nicht weniger.

    Herr Altkanzler wird sich hoffentlich gönnen können, in Sehnsucht zu genießen.

    caw

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