Pisa-LändervergleichSo unterschiedlich leben Familien in aller Welt

Im Rahmen des jüngsten Pisa-Tests haben die 15-jährigen Teilnehmer Fragen über ihre Lebenssituation beantwortet. ZEIT ONLINE hat diese Daten ausgewertet und aufbereitet. von 

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Klicken Sie auf das Bild, um zur vollständigen Auswertung zu gelangen  |  © ZEIT ONLINE

Wie viele Familien weltweit haben ein Auto? Wie viele sogar mehr als eines? Wie viele Mütter arbeiten? Wo stehen wie viele Fernseher in den Wohnungen? Dass die Pisa-Studien der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) etwas über den Bildungsstand in aller Welt aussagen, ist bekannt. Viel weniger, dass sie Antworten auf die eingangs gestellten Fragen liefern – und einiges mehr: Die 15-jährigen Teilnehmer des aktuellen Tests haben Fragebögen ausgefüllt, die Auskunft geben über die Lebenssituation in den 65 Ländern, aus denen die Jugendlichen stammen.

Diese statistischen Daten bergen einen echten Schatz. ZEIT ONLINE hat einzelne Fragen ausgewertet und so aufbereitet, dass ein direkter Vergleich der Länder in drei Themengebieten möglich wird:

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1. Wohlstand

Hier sind wir Fragen nachgegangen, die ein Schlaglicht auf die Vermögens- und Mobilitätssituation der Familien werfen. Dazu gehören die Fragen nach der Anzahl von Fernsehern in den Wohnungen und danach, wie hoch der Anteil von Familien ist, die mehr als ein Auto besitzen (hier liegen die USA mit 86,6 Prozent an der Spitze, das dicht besiedelte Ballungszentrum Hongkong ist Schlusslicht ).

2. Familiensituation zu Hause

Hier geben die Daten beispielsweise Auskunft, wie hoch der Anteil von Familien mit Einzelkindern ist. Durch die chinesische Einkind-Politik ist Shanghai mit 86 Prozent statistischer Spitzenreiter . Die Auswertung der Frage, ob Großeltern mit im elterlichen Haushalt der befragten Schüler leben, gibt eine Tendenz über die jeweiligen Familienstrukturen in den Ländern wieder. Fließen in die offiziellen Arbeitslosigkeitsquoten der Länder alle Altersschichten und Bevölkerungsgruppen ein, zeigen die Zahlen aus den Pisa-Fragebögen konkret, wie stark Familien mit schulpflichtigen Kindern von diesem Schicksal betroffen sind. Während in Deutschland acht Prozent der befragten Schüler von der Arbeitslosigkeit mindestens eines Elternteils betroffen sind, ist dies in Kirgistan jede vierte Familie. Die höchste Erwerbstätigkeitsquote von Frauen im Feld haben die skandinavischen Länder mit Schweden an der Spitze (89,5 Prozent).

3. Zugang zu Wissen

Im digitalen Zeitalter ist der Zugang zu Wissen nicht nur durch Bücher, sondern vor allem vom Zugriff auf das Internet geprägt. Daher ist es interessant zu sehen, in welchen Familien ein Internetanschluss vorhanden ist. Während in den Niederlanden im Prinzip jeder Schüler (98,9 Prozent) zu Hause online ist, haben in Indonesien nur acht Prozent der Befragten Zugang zu dieser wichtigen Informationsquelle . Dabei prüfen in den OECD-Ländern im Schnitt 62,8 Prozent der Schüler mindestens einmal pro Woche ihre E-Mails.

Zusätzlich fragte die OECD für jedes Land drei "Besitztümer" ab, die aus regionaler Sicht für Wohlstand stehen. Da alleine die Vorauswahl dieser drei Wohlstandsindikatoren ein interessantes Schlaglicht auf das jeweilige Land wirft, stellen wir diese ebenfalls samt prozentualer Verteilung dar (auch wenn sie nicht mit anderen Ländern vergleichbar sind). Während in Norwegen ein Jacuzzi für Wohlstand steht, wurde unter anderem in Mexiko das Vorhandensein eines häuslichen Telefonanschlusses und in Shanghai gar der Besitz eines Entsafters abgefragt.

Alle für die Visualisierung verwendeten Daten gibt es auch als öffentliches Google Dokument .
 

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Google | OECD | Bevölkerungsgruppe | Familie | Schüler | Hongkong
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