Neue KonventionEuroparat bekämpft Gewalt gegen Frauen

13 Europarat-Mitglieder wollen konkret gegen häusliche Gewalt vorgehen. Sie werden etwa Frauenhäuser und Beratungsstellen einrichten. Auch die Türkei hat unterzeichnet. von dpa und AFP

Frauen protestieren gegen häusliche Gewalt, Rom 2008

Frauen protestieren gegen häusliche Gewalt, Rom 2008   |  © Andreas Solaro/AFP/Getty Images

Eine neue europäische Konvention soll Frauen besser vor Gewalt und häuslichen Übergriffen schützen. Bei einem Außenministertreffen des Europarates unterzeichneten 13 Staaten eine entsprechende Übereinkunft, wie ein Sprecher sagte. Darunter seien Deutschland und Österreich sowie die Türkei. In dem Dokument verpflichten sich die Staaten erstmals auf konkretes Vorgehen gegen häusliche Gewalt.

Menschenrechtler bezeichneten die Konvention bahnbrechend. Die Konvention sei das erste rechtlich verbindliche internationale Dokument, das einen übergreifenden rechtlichen Rahmen zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen schaffe, sagte ein Vertreter der Organisation Human Rights Watch.

Anzeige

In der Konvention beschloss der Europarat allgemeine Grundsätze und zum ersten Mal auch konkrete Maßnahmen: So schreibt das Dokument vor, dass die Gleichheit von Mann und Frau in den Verfassungen und dem Rechtssystem der Unterzeichnerstaaten verankert sein muss und sämtliche diskriminierenden Vorschriften abzuschaffen sind. Zugleich sollen die Hilfsangebote für Frauen verbessert und die Menschen über Bildungsangebote für das Problem sensibilisiert werden.

Die Unterzeichnerstaaten müssen Telefon-Hotlines, Frauenhäuser, Beratungsstellen und besondere medizinische Dienste einrichten. Zudem müssen sie Probleme wie Zwangsehen beseitigen. Eine internationale Expertengruppe werde die Umsetzung überwachen, denn bisher blieben Gesetze oftmals ohne Wirkung.

In Europa sind nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen 20 bis 25 Prozent der Frauen im Laufe ihres Lebens Gewalt oder sexueller Gewalt ausgesetzt, in der Türkei fast die Hälfte der Frauen. Dass auch die Türkei die Konvention in den Verhandlungen unterstützt und nun unterzeichnet hat, gilt als Erfolg.

Staaten wie Russland aber auch Großbritannien sind gegen die Konvention, für Großbritannien könnten einzelne Punkte Auswirkungen auf die Asylgesetzgebung haben. Insgesamt haben 34 Mitgliedsstaaten des Europarates die Konvention noch nicht unterzeichnet.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. 1. Bravo!

    Gut so!

  2. die Opfer häuslicher Gewalt geworden sind!

    Immer diese Einseitigkeit! Ekelhaft.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    werden hierzulande nach wie vor unterschiedlich konstruiert. Männer sind durchweg Täter - Frauen durchweg Opfer und das für alle Zeiten. Der blinde Fleck des Feminismus verschleiert hartnäckig und bewusst den Blick auf die Verletzbarkeit des Mannes, behauptet parallel die Ebenbürtigkeit der Frau auf allen Ebenen und fordert dennoch Hilfe allein für das weibliche Geschlecht. Tiefgreifender kann ein Widerspruch kaum sein.

  3. werden hierzulande nach wie vor unterschiedlich konstruiert. Männer sind durchweg Täter - Frauen durchweg Opfer und das für alle Zeiten. Der blinde Fleck des Feminismus verschleiert hartnäckig und bewusst den Blick auf die Verletzbarkeit des Mannes, behauptet parallel die Ebenbürtigkeit der Frau auf allen Ebenen und fordert dennoch Hilfe allein für das weibliche Geschlecht. Tiefgreifender kann ein Widerspruch kaum sein.

  4. "Dass auch die Türkei die Konvention in den Verhandlungen unterstützt und nun unterzeichnet hat, gilt als Erfolg."

    Das Bild von der Türkei wird sich dadurch nicht ändern. Denn es hat sich über 500 Jahre hinweg verfestigt, vgl.

    http://heliaia.wordpress....

    Es steht zu befürchten, daß jeglicher good will von denjenigen unterdrückt wird, die in den dargestellten Denkstrukturen gefangen geblieben sind.

  5. ( habe auf die Schnelle nur ein paar Zahlen aus der Schweiz gefunden )

    Anzahl männlicher Opfer: zwischen 19 und 39%

    Anzahl Frauenhäuser: 17
    Anzahl Männerhäuser: 0(!)

    Soweit ich weiss, gibt es hier in D-land so zwischen 1-3 Männerhäuser. Komisch oder?

    (Was jetzt nicht heisst, dass ich gegen Frauenhäuser bin, aber irgendetwas läuft da wohl falsch )

  6. Zu beachten ist, dass die Dunkelziffer bei den männlichen Opfern viel höher ist als bei den weiblichen.
    Häusliche Gewalt gegen Männer ist immer noch ein Tabuthema.
    Männer verarbeiten generell solche Dinge anders und haben ein geringeres Kommunikationsbedürfnis.
    Männer werden übrigens im Laufe ihres Lebens viel häufiger Opfer von Gewalt. Das fängt schon im Kindesalter an. Männliche Kinder werden wesentlich öfter verprügelt als weibliche.
    Dies ist natürlich für die starke Feminismuslobby eine unbequeme Wahrheit.

  7. [...]

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich sachlich. Danke. Die Redaktion/er

  8. In Europa sind nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen 20 bis 25 Prozent der Frauen im Laufe ihres Lebens Gewalt oder sexueller Gewalt ausgesetzt, in der Türkei fast die Hälfte der Frauen.

    [...]

    Beweis:
    In der quantitativen Befragung ergaben sich hinsichtlich körperlicher Gewalt in der Kindheit
    und Jugend exemplarisch folgende Ergebnisse:
    Drei von fünf Männern (161 von 266) sagten, dass sie als Kinder oder Jugendliche geschlagen,
    geohrfeigt, getreten oder verhauen worden sind.
    Zwei von fünf Männern (108 von 266) sind belästigt oder bedroht oder ihnen ist aufgelauert
    worden.
    Jeder fünfte Mann (51 von 266) wurde überfallen, beraubt oder bestohlen.
    Jeder sechste Mann (47 von 266) hat in dieser Zeit Verletzungen, wie z.B. Schnittwunden,
    Knochenbrüche, Quetschwunden oder Verbrennungen durch andere erlitten.
    Jeder neunte Mann (30 von 266) wurde mit einer Waffe bedroht oder verletzt.

    Jedem vierten der befragten rund 200 Männer widerfuhr einmal oder mehrmals mindestens
    ein Akt körperlicher Gewalt durch die aktuelle oder letzte Partnerin, wobei hier auch
    leichtere Akte enthalten sind, bei denen nicht eindeutig von Gewalt zu sprechen ist.
    y Jeder sechste der antwortenden Männer (36 von 196) gab an, einmal oder mehrfach von
    seiner aktuellen bzw. letzten Partnerin wütend weggeschubst worden zu sein
    http://www.bmfsfj.de/Reda...

    Gekürzt. Bitte achten Sie auf einen sachlichen Diskussionston. Danke. Die Redaktion/er

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Bastie
    • 11. Mai 2011 21:50 Uhr

    aber das, was übrig geblieben ist erscheint mir sehr sachlich.

    dass all die männlichen Opfer gehäuft von anderen Männern verprügelt, ausgeraubt, mit einer Waffe bedroht, oder was auch immer wurden? Diese ganzen Verletzungen rühren doch nicht nur von Frauengewalt gegen Männer her. Die "leichteren" Gewalttaten stehen wohl eher auf der Seite der weiblichen Täter. Schubsen ist ja nun wirklich weniger tragisch.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP
  • Schlagworte Frauenhaus | Gewalt | Türkei | Verfassung | Großbritannien | Russland
Service