Schon sein Großvater pflegte einen liberalen Lebensstil, erzählt Cengiz Dursun. In seinem Leserartikel tritt er für säkulare Werte und Aufklärung ein.
Mein Großvater kam in den sechziger Jahren als Gastarbeiter nach Berlin-Kreuzberg, trug jeden Tag eine Krawatte und aß am liebsten Currywurst mit Pommes – allerdings nur heimlich, da er Angst hatte, dass meine Großmutter ihn beim Schweinefleisch-Essen erwischt. Seine Heimatstadt Konya gilt noch immer als eine der konservativsten Städte in der Türkei, auch wenn dort viel Anisschnaps getrunken wird.
Mein Vater, der noch heute von den wilden siebziger Jahren erzählt, trug Schlaghosen und Hemden aus Zeitungspapier, hörte die Bee Gees und Boney M, arbeitete nachts bei Gillette, um sich seinen ersehnten BMW kaufen zu können und trank am liebsten Whiskey-Cola.
Ich bin also säkular erzogen worden. Deshalb kann ich es nicht verstehen, wenn junge muslimische Menschen in meinem Alter einen Gebetsraum fordern, obwohl die vorherigen Generationen doch so liberal waren. Ich gehöre nicht zu den Aleviten, doch bewundere ich ihren liberalen Lebensstil. Für mich sind sie diejenigen, die den Islam richtig auslegen.
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© BeneA / photocase.com
Der Islam hatte nie einen Luther oder Kant. Genau deshalb ist eine reformatorische Erneuerung von enormer Bedeutung für die Zukunft meiner Religion. Wir sollten nicht nur den Aleviten sondern auch den muslimischen Säkularisten den Rücken stärken. Wenn mir etwas wichtig ist, dann sind es die Aufklärung und vor allem die universellen Menschenrechte. Für mich spielt sich Religion nur in meinem Herzen ab und ich möchte sie auch niemandem aufzwingen.
Mein Wunsch ist es – auch wenn viele Menschen der Meinung sind, dass ich einer Minderheit angehöre –, als ein Teil der Mehrheitsgesellschaft akzeptiert zu werden. In der derzeitigen Integrationsdebatte werden mir aber Attribute zugeordnet, mit denen ich mich nicht identifizieren kann. Vor allem die Medien erfinden immer wieder neue Wörter für mich, wie zum Beispiel Mensch mit Migrationshintergrund, Mensch mit nichtdeutscher Herkunftssprache oder mit Zuwanderungsgeschichte.
Dennoch bin ich meinem Vaterland Deutschland zutiefst dankbar! Ich darf meine Muttersprache sprechen, höre vielfältige Musik, niemand fordert die Abschaffung von Satellitenfernsehen und fast niemand den Abriss von Moscheen. Jeder ist vor dem Gesetz gleich. Wir sollten glücklich darüber sein, dass wir frei sind und tun und lassen können, was wir wollen.
- Datum 15.07.2011 - 15:46 Uhr
- Quelle Leserartikel
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Auch erinnere die wilden 70-er gut. In der Schule gehörten die Jungs aus den Muslimischen Ländern selbstverständlich dazu. Irgendwelche Sprüche gab's einfach nicht.
Schade, daß diese Entwicklung durch die Leugnung einer Einwanderungspolitik unsererseits und dem dadurch, zunächst unerkannten Auftreten der Faschistischen- und Islamistischen Scharfmacher, zu dem heute so traurigen Zustand führte.
... behaupten, den "Wahren Islam" zu verkörpern und zu verteidigen. Sie vergessen dabei, dass es sie vor der Zeit der Einwanderung in westliche Länder noch gar nicht gab - ihre Ideologie ist unter westlichem Einfluss entstanden!
Faschisten und Scharfmacher, sondern das Problem sind auch die Fremdenfeindlichkeit und der Rassismus beim ganz normalen Volk. Letztlich Ausdruck von Dummheit.
Es gehört zu den größten zivilisatorischen Errungenschaften, dass in Teilen unserer Gesellschaft diese Art rückwärtsgewandter Orientierungen bereits erfolgreich überwunden wurde. Doch leider sind die heute den Ton angebenden Gesellschaftsgruppen, und dazu gehört ein Großteil der Politiker, zu rückständig und zu volkshörig, um gegen diese üble Geißel der Menschheit aus eigener Kraft und gegen wirtschaftliche Interessen eine positive Entwicklung durchzusetzen.
Die Hoffnung beruht einmal mehr auf den kommenden Generationen.
... behaupten, den "Wahren Islam" zu verkörpern und zu verteidigen. Sie vergessen dabei, dass es sie vor der Zeit der Einwanderung in westliche Länder noch gar nicht gab - ihre Ideologie ist unter westlichem Einfluss entstanden!
Faschisten und Scharfmacher, sondern das Problem sind auch die Fremdenfeindlichkeit und der Rassismus beim ganz normalen Volk. Letztlich Ausdruck von Dummheit.
Es gehört zu den größten zivilisatorischen Errungenschaften, dass in Teilen unserer Gesellschaft diese Art rückwärtsgewandter Orientierungen bereits erfolgreich überwunden wurde. Doch leider sind die heute den Ton angebenden Gesellschaftsgruppen, und dazu gehört ein Großteil der Politiker, zu rückständig und zu volkshörig, um gegen diese üble Geißel der Menschheit aus eigener Kraft und gegen wirtschaftliche Interessen eine positive Entwicklung durchzusetzen.
Die Hoffnung beruht einmal mehr auf den kommenden Generationen.
...Menschen in meinem Alter einen Gebetsraum fordern, obwohl die vorherigen Generationen doch so liberal waren."
Es sind genau solche Veränderungen, die seit Jahren in D/Europa die Gemüter erhitzen, für Befremden und Ablehnung sorgen.
"Deshalb kann ich es nicht verstehen, wenn junge muslimische Menschen in meinem Alter einen Gebetsraum fordern, obwohl die vorherigen Generationen doch so liberal waren."
Stimmt das denn überhaupt? In dem Gebetsraumstreit ging es doch darum das sich andere Schüler durch das öffentliche Beten gestört fühlten und die Schule das Beten untersagen wollte, der Kompromissvorschlag der ersten gerichtlichen Instanz war dann der Gebetsraum. Der Gebetsraum wurde afaik nie von den Muslimen gefordert, er wäre leicht zu verhindern gewesen, wenn man ihn einfach hätte beten lassen und ihn ignoriert hätte.
"Deshalb kann ich es nicht verstehen, wenn junge muslimische Menschen in meinem Alter einen Gebetsraum fordern, obwohl die vorherigen Generationen doch so liberal waren."
Stimmt das denn überhaupt? In dem Gebetsraumstreit ging es doch darum das sich andere Schüler durch das öffentliche Beten gestört fühlten und die Schule das Beten untersagen wollte, der Kompromissvorschlag der ersten gerichtlichen Instanz war dann der Gebetsraum. Der Gebetsraum wurde afaik nie von den Muslimen gefordert, er wäre leicht zu verhindern gewesen, wenn man ihn einfach hätte beten lassen und ihn ignoriert hätte.
Die Zugehörigkeit galt natürlich auch für die Mädchen, die übrigens damals alle kein Kopftuch trugen.
Religion spielt sich nur in meinem Heryen ab - schon die Mongolen vor 1500 Jahren dachten so. Jeder konnte glauben was er/sie wollte, aber Religion war im öffentlichen Leben nicht erlaubt. In Deutschland gibt es fanatische Christen und Muslime. Aber in Deutschland ist Staat und Religion getrennt, doch wenige halten sich daran. Religion in Europa und Vorderasien hat viel Leid und Tote gefordert, Millionenfach. In Asien hat zur selben Zeit Kultur, Handel und Wissenschaft geblüht ohne Krieg und Opfer.
...im öffentlichen Leben nicht erlaubt.
Hier kann/darf auch jeder glauben, was er will.
Religion "im öffentlichen Leben" ist ein schwierige Sache.
Was ich persönlich für problematisch halte ist, wenn sich Moslems in größeren Gruppen auf öffentlichen Plätzen (wie die Salafisten in Mönchengladbach) zum Gebet versammeln und damit den Verkehrsfluß und die Anwohner behindern.
In Islam-Hochburgen von Frankreich und UK geht es noch krasser zu.
Dort werden komplette Straßenzüge von Betenden verstopft und dadurch regelmäßig der Verkehr lahm gelegt.
Bei solcher zur Schau gestellten Frömmelei sollte m. E. die "Religionsfreiheit" eine deutliche Grenze setzen.
Entfent. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen und argumentieren Sie sachlich und respektvoll. Danke. Die Redaktion/vn
Doppelposting entfernt. Die Redaktion/wg
Entfent. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen und argumentieren Sie sachlich und respektvoll. Danke. Die Redaktion/vn
Doppelposting entfernt. Die Redaktion/wg
Cengiz Dursun hat recht, wenn er sagt "Jeder ist vor dem Gesetz gleich". Er ist in dieser Gesellschaft angekommen, einer pluralistischen Gesellschaft.
Leider gibt es unter den Muslimen Gruppen, die nicht die Ansichten des Autors teilen und die versuchen ihren Lebensstil und ihr Verständnis des Korans anderen überzustülpen. Jene, die sich bewusst von der Mehrheitsgesellschaft durch ihr Verhalten oder äußere Attribute abgrenzen und damit zeigen wollen, daß nur sie den "rechten Glauben" haben.
Ich möchte an die von Frau Baspinar geschriebenen Artikel erinnern
http://www.zeit.de/gesell...
http://www.zeit.de/gesell... .
Insbesondere an Letzteren, in dem sie eine verletzende Gleichsetzung für Frauen vornimmt, von:
ohne Kopftuch = Schlampe
mit Kopftuch = ehrenhaft
und die heftigen Diskussionen die folgten.
Cengiz Dursun grenzt sich bewusst von den Migranten in den Parallelgesellschaften ab und das zeigt, dass es Muslime gibt, die die Werte dieser, unserer Gesellschaft für sich akzeptiert haben. Es wäre wünschenswert, wenn innerhalb der Muslime mehr so denken würden und es zu einer Diskussion innerhalb der Muslime käme mit dem Ziel das Primat der Religion abzuschaffen und so ihre Religion nicht mehr über das Grundgesetz stellen.
Dann gäbe es keine Integrationsdebatte und dann wäre, so glaub ich, auch der Islam kein Thema, das die Menschen so erregen würde!
...Migranten in den Parallelgesellschaften ab und das zeigt, dass es Muslime gibt, die die Werte dieser, unserer Gesellschaft für sich akzeptiert haben"
Der Autor zeigt auch deutlich auf, daß das eigene Denken stark durch das Elternhaus geprägt wird.
Junge (nicht alle) Moslems, vor allem Mädchen, fallen mir häufig durch eine schon nahezu "religiöse Arroganz" auf. Sie "kultivieren" ihren islamischen Glauben durch überzogene (religiöse) Kleidung.
Dem Artikelautor scheint diese "Entwicklung" auch nicht entgangen zu sein.
...Migranten in den Parallelgesellschaften ab und das zeigt, dass es Muslime gibt, die die Werte dieser, unserer Gesellschaft für sich akzeptiert haben"
Der Autor zeigt auch deutlich auf, daß das eigene Denken stark durch das Elternhaus geprägt wird.
Junge (nicht alle) Moslems, vor allem Mädchen, fallen mir häufig durch eine schon nahezu "religiöse Arroganz" auf. Sie "kultivieren" ihren islamischen Glauben durch überzogene (religiöse) Kleidung.
Dem Artikelautor scheint diese "Entwicklung" auch nicht entgangen zu sein.
...Migranten in den Parallelgesellschaften ab und das zeigt, dass es Muslime gibt, die die Werte dieser, unserer Gesellschaft für sich akzeptiert haben"
Der Autor zeigt auch deutlich auf, daß das eigene Denken stark durch das Elternhaus geprägt wird.
Junge (nicht alle) Moslems, vor allem Mädchen, fallen mir häufig durch eine schon nahezu "religiöse Arroganz" auf. Sie "kultivieren" ihren islamischen Glauben durch überzogene (religiöse) Kleidung.
Dem Artikelautor scheint diese "Entwicklung" auch nicht entgangen zu sein.
Endlich Gedankengänge,bei denen jeder aufatmen kann. Ein wichtiger "Gegen"beitrag zu den sonstigen "Erziehungsartikeln", die uns den Islam schönreden wollen (Bsp. Fr. Bazpinar)
Der Autor wünscht u.a. auch eine Anerkennung und Akzeptanz des Islams in BRD. Das freut mich, dass Sie seiner Meinung sind.
Die vielen multikultibegeisterten und islamophilen Artikel der ZEIT seit Anno Sarrazin = Sept. 2010 und die konstanten Niederlagen per Respons der umerziehungsunwilligen, gleichwohl weder rassistischen oder sonstwas-istischen Leser zeigen - vielleicht allmählich - Wirkung.
Und wenn nicht - nachfeuern. Immer wieder.
Der Autor wünscht u.a. auch eine Anerkennung und Akzeptanz des Islams in BRD. Das freut mich, dass Sie seiner Meinung sind.
Die vielen multikultibegeisterten und islamophilen Artikel der ZEIT seit Anno Sarrazin = Sept. 2010 und die konstanten Niederlagen per Respons der umerziehungsunwilligen, gleichwohl weder rassistischen oder sonstwas-istischen Leser zeigen - vielleicht allmählich - Wirkung.
Und wenn nicht - nachfeuern. Immer wieder.
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