Über dem Eingang des Londoner Kriegsmuseums Britain at War Experience hängt ein Plakat. Es zeigt einen Kopf, der von einer Gasmaske bedeckt wird. Darunter steht geschrieben: "See it, feel it, breathe it -  The Adventure of War Torn London". Übersetzt heißt das: "Sieh es, fühle es, atme es ein – das Abenteuer des vom Krieg erschütterten London".

Das Plakat vermittelt Faszination statt Leid. Diese Art des Umgangs mit dem Krieg ist heutzutage nicht selten. Die Medien zeichnen oft ein solches Bild. Neulich in einer Zeitung entdeckt: Ein Soldat, der mit einem Maschinengewehr in einem Graben hockt. Sein Gesicht ist verdreckt. Im Mundwinkel des Soldaten steckt eine Kippe. Sein Gesichtsausdruck wirkt cool.

Es ist der Ausdruck, den der Schauspieler Bruce Willis oft seinen Charakteren verleiht. Es handelt sich bei dem Soldaten aber nicht um einen Hollywood-Schauspieler. Das Bild ist auch keine Filmwerbung. Ganz im Gegenteil: Es ist die Ablichtung eines US-Soldaten im Nahost-Einsatz. Es ist die bittere Realität.

Dem Westen mangelt es oft an emotionaler Reife, wenn es um die Auseinandersetzung mit dem Krieg geht, und wir sind dabei weit von einem Sinneswandel entfernt. Es sollte die Abneigung gegenüber Gewalt im Vordergrund stehen, in dem selbst ein hypothetisch unausweichlicher Verteidigungskrieg als etwas zutiefst Trauriges empfunden wird.

Dann würden Vorschläge für eine friedliche Konfliktlösung, und nicht Kate Middletons Militärlook bei der Ehrung von Soldaten der Irischen Garde Schlagzeilen machen.

Wir entwickeln immer neuere und effizientere Tötungsinstrumente, produzieren neues Kriegsspielzeug für die Kinder und bringen gewaltverherrlichende Videospiele auf den Markt. Die Friedenserziehung dagegen kommt zu kurz.

Wenn wir uns wirklich um eine nachhaltige Friedenssicherung bemühen wollen, dann müssen wir viel mehr in eine bewusste Friedenserziehung investieren. "Sieh es, fühle es, atme es ein – Das Abenteuer vom Frieden", könnte die Botschaft lauten.