Die Linke : Lafontaine stellt Wagenknecht als neue Partnerin vor

Oskar Lafontaine hat auf dem Landesparteitag der Linken seine neue Freundin vorgestellt: Sahra Wagenknecht. Lafontaine galt lange Zeit als ihr politischer Mentor.
Die stellvertretende Bundesvorsitzende der Linken, Sahra Wagenknecht, und der ehemalige Bundesvorsitzende der Linken, Oskar Lafontaine, gemeinsam beim Landesparteitag der Linken Saar © dpa/Becker

Der ehemalige Bundesvorsitzende der Linken, Oskar Lafontaine, hat Sahra Wagenknecht überraschend als seine Freundin vorgestellt. "Ich lebe seit einiger Zeit getrennt und bin seit einiger Zeit mit Sahra eng befreundet", sagte der 68-Jährige am Ende einer rund einstündigen Rede bei einem Linke-Landesparteitag in Saarbrücken.

Lafontaine betonte, die enge Verbindung sei der Grund dafür, dass er Wagenknecht als Gast zu dem Landesparteitag mitgebracht habe. Mehr gebe es dazu nicht zu sagen. Wagenknecht wollte sich dazu nicht äußern: "Es ist alles gesagt."

In den vergangenen Jahren hatte es immer wieder Spekulationen über das Verhältnis zwischen Lafontaine und Wagenknecht gegeben. Lafontaine gilt als politischer Mentor von Wagenknecht – ihren Aufstieg in der Partei hat sie in erster Linie ihm zu verdanken. Am vergangenen Dienstag war sie von der Linken-Bundestagsfraktion zur stellvertretenden Vorsitzenden gewählt worden.

Die in Jena geborene Sahra Wagenknecht sitzt für die nordrhein-westfälische Linke im Bundestag – bereits seit Juni 2007 ist Wagenknecht Mitglied des Parteivorstandes der Linkspartei.

Lafontaine war zwischen 1967 und 1982 mit Ingrid Bachert verheiratet. Mit seiner zweiten Ehefrau Margret Müller hat er ebenso einen Sohn wie mit seiner dritten Ehefrau Christa Müller, die er 1993 heiratete. Er ist derzeit Fraktionschef der Linken im Saar-Landtag. Dort ist Christa Müller auch familienpolitische Sprecherin der Linkspartei.

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Kommentare

164 Kommentare Seite 1 von 18 Kommentieren

Herrlicher Kommentar

nur mal so am Rande, in welchem Deutschland leben sie denn. Letztes mal als ich mich mit der Heimat beschäftigt habe, war die Privatsphäre des Michels nicht mehr existent (Voratsdatenspeicherung, Anti-Terrorgesetze, Datenübergabe an die USA etc.). Der Staat weiß mehr über sie und lässt die Stasi wie eine Kindergartengruppe aussehen. Fragen sie mal den Bankberater oder Finanzbeamten, was der mit einem Knopfdruck über sie hervorzaubern kann, sie werden erstaunt sein.
Aber wie es scheint, lassen sich 50 Jahre Indoktrinierung nicht so schnell löschen.

@Thema
Gut, dass er das abgeklärt hat, da wird jemand in der Linkenszene aufgebaut der den Mächtigen Schaumschlägern in D-land imho gefährlich werden könnte.
Wie auch immer man zu ihren Thesen und ihrer politischen Plattform steht, die Frau hat mehr fachliche Wirtschaftskompetenz als die Clownsriege um Merkel (Schäuble, Brüderle, Rößler) zusammen.

Billiges Kommentatorenbashing

Es ist schon eigenartig, wie sich manche Kommentatoren über Äusserungen lustig machen. Mag ja legitim sein, Argumente in's Lächerliche zu ziehen.
Aber der Versuch, Kommentatoren durch Äusserungen wie "Armes Kerlchen" als Person lächerlich zu machen, ist ein Hinweis auf offensichtliches Fehlen von Argumenten. Billige Rhetorik, Anfängerkurs: Fehlen dir die Argumente, greifen denjenigen persönlich an, der sie vorgebracht hat.

Ach ja, und der fehlende Lesezwang erstreckt sich bestimmt auch auf Kommentare, oder? Und einen Kommentarzwang gibt es - glaube ich - auch nicht.
Was macht man also an einem frühen Samstagabend wenn noch nichts gescheites in der Glotze kommt?

Na Infamia? Ertappt? ;-)

Ich würde Ihnen Recht geben...

... zum Stichpunkt Privatsache und im Übrigen hat das mich und andere einen feuchten Kericht zu interessieren.

Doch muss man sich gleichwohl die in meinen Augen berechtigte Frage stellen: Warum muss Herr Lafontaine soetwas dann gerade auf einem Parteitag in Anwesenheit eines großen Presseaufgebots kund tun?

Wer seinen (Partei-)Freunden soetwas mitteilen kann, der ist nicht auf das Podium, sondern auf das vertrauliche Einzelgespräch angewiesen. Über seine Privatsphäre braucht man sich hinterher sonst nicht mehr wundern.

@127 Rechtfertigungsnotstand für die Anwesenheit

Herr Lafontaine wollte seine "Freundin" mit auf dem Landesparteitag haben, auf dem Frau Wagenknecht an sich nichts zu suchen hatte. Wer wollte es den "Liebenden" verübeln, dort gemeinsam aufzutreten.

Ich vermute, er hat einfach die Flucht nach vorne angetreten und der Partei und der Öffentlichkeit das Partnerschafts-Outing um die Ohren gehauen, um das Gemunkel um die beiden abzuwürgen.
Hätte er es in Einzelgesprächen erläutert, hätte es wohl eine "stille Post" gegeben. Das wollte Lafontaine wohl aus verständlichen Gründen verhindern.