Proteste in Stuttgart Tausende bei letzter S21-Demo vor Volksentscheid

Ein letztes Mal vor dem Volksentscheid haben Tausende Menschen gegen Stuttgart 21 demonstriert. Sie warben für ein Ja zum Ausstieg aus dem Bahnprojekt.

Gegner des umstrittenen Bahnprojekts Stuttgart 21 demonstrieren in Stuttgart vor dem Hauptbahnhof auf einer Großdemonstration.

Gegner des umstrittenen Bahnprojekts Stuttgart 21 demonstrieren in Stuttgart vor dem Hauptbahnhof auf einer Großdemonstration.

Zum letzten Mal vor der Volksabstimmung sind tausende Gegner von Stuttgart 21 am Hauptbahnhof der Landeshauptstadt zusammengekommen. Die Redner warben bei der Kundgebung noch einmal für ein Ja zum Ausstieg aus dem Bahnprojekt. Es sei wichtig, dass viele abstimmten, damit das Quorum erreicht werde, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) in einer Videobotschaft. "Wir werden damit vom Entwicklungsland der Demokratie immerhin zum Schwellenland." Das Aktionsbündnis schätzte die Zahl der Teilnehmer der Kundgebung auf bis zu 9.000, die Polizei zählte lediglich bis zu 3.000.

 
Die grün-rote Landesregierung ist bei Stuttgart 21 gespalten. Die Grünen um Ministerpräsident Winfried Kretschmann wollen den Bau verhindern, die SPD ist mehrheitlich dafür. Kretschmann hat angekündigt, das Votum vom Sonntag umzusetzen. Bei den Grünen gibt es aber Stimmen, die die hohen Hürden bei der Volksabstimmung für undemokratisch halten. Das Quorum liegt bei einem Drittel der Wahlberechtigten. Insgesamt sind beim ersten Volksentscheid seit 40 Jahren im Südwesten 7,6 Millionen Menschen zur Abstimmung über die Projektfinanzierung durch das Land aufgerufen.

Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) warnte vor drohenden Mehrkosten über das bisher eingeplante Limit von 4,5 Milliarden Euro hinaus, an denen sich das Land nicht beteiligen werde. "Wir, das ist ganz klar, wir werden nicht mehr zahlen." Verdi-Chef Frank Bsirske zeigte sich in einer Videobotschaft als S-21-Kritiker und wünschte den Gegnern bei der Abstimmung am Sonntag Erfolg.

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) warb noch einmal eindringlich für das Bahnprojekt: "Eine Entscheidung für Stuttgart 21 ist eine Entscheidung für die Zukunft der Region. Es geht nicht allein um den Stuttgarter Hauptbahnhof, sondern um die Anbindung der gesamten Region an das europäische Schnellbahnnetz." Ein Ausstieg aus dem Projekt führe zu Schadenersatzforderungen von mehr als 1,5 Milliarden Euro und zu einer "Dauerbrache mitten in der Stadt".

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Schwer verständliche Fragestellung

Dagegen sagte der Grünen-Bundesvorsitzende Cem Özdemir, ein Ausstieg würde deutlich weniger kosten: "Lieber jetzt ein Ende mit beherrschbaren Kosten von 350 Millionen als ein Schrecken explodierender Milliardenkosten ohne Ende." Der bestehende Hauptbahnhof sei "nachweislich leistungsfähiger als es Stuttgart 21 jemals sein wird".

Für Unmut sorgt die komplizierte Fragestellung der Abstimmung: "Stimmen Sie der Gesetzesvorlage 'Gesetz über die Ausübung von Kündigungsrechten bei den vertraglichen Vereinbarungen für das Bahnprojekt Stuttgart 21' (S21-Kündigungsgesetz) zu?". Demnach muss mit Ja stimmen, wer gegen Stuttgart 21 ist, und mit Nein, wer für das Projekt ist.

Eine Umfrage ergab zuletzt, dass die Abstimmung sehr knapp ausfallen kann: 55 Prozent der Baden-Württemberger waren gegen den Ausstieg, 45 Prozent dafür. In diesem Fall stünde dem Weiterbau des Tiefbahnhofs nichts mehr im Wege. Das Land soll 824 Millionen Euro zu dem Bau des Bahnhofs und der Anbindung an die neue ICE-Strecke nach Ulm beisteuern. Die Bahn beziffert die Kosten derzeit auf rund 4,1 Milliarden Euro.

 
Leser-Kommentare
  1. Unbedingt mit Ja stimmen !!!

    Und an "meine" Badener: Denkt dran wie doof Ihr schon beim Südweststadt gewesen seid. 1951 war ja noch okay aber 1970!!!?

  2. Sollte S21 befürwortet werden, dann bitte nicht auf halben Wege stehen bleiben und die Grüne aus den Ämtern fegen!

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    • dth
    • 26.11.2011 um 21:02 Uhr

    In BaWü kann der Landtag durch Volksbegehren aufgelöst werden.
    Viel Erfolg ;-)

    ...2 Punkte weniger als die Schwarzen, vermutlich würden sie aber die CDU als stärkste Fraktion ablösen im Landtag, ich würde sofort gegen die Weiterführung der jetzigen Regierung stimmen, leider wäre wahrscheinlich das Quorum zu hoch. Aber wir bekommen den Schwarzfilz auch so weg, die Grünen und ihre Politik sind die Zukunft: Oben bleiben!

    • dth
    • 26.11.2011 um 21:02 Uhr

    In BaWü kann der Landtag durch Volksbegehren aufgelöst werden.
    Viel Erfolg ;-)

    ...2 Punkte weniger als die Schwarzen, vermutlich würden sie aber die CDU als stärkste Fraktion ablösen im Landtag, ich würde sofort gegen die Weiterführung der jetzigen Regierung stimmen, leider wäre wahrscheinlich das Quorum zu hoch. Aber wir bekommen den Schwarzfilz auch so weg, die Grünen und ihre Politik sind die Zukunft: Oben bleiben!

    • dth
    • 26.11.2011 um 21:02 Uhr

    In BaWü kann der Landtag durch Volksbegehren aufgelöst werden.
    Viel Erfolg ;-)

    Antwort auf "NEUWAHLEN"
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    wohl ganz klar ein neues Ziel. ;-)

    wohl ganz klar ein neues Ziel. ;-)

  3. wohl ganz klar ein neues Ziel. ;-)

    Antwort auf "Neuwahlen"
  4. ...2 Punkte weniger als die Schwarzen, vermutlich würden sie aber die CDU als stärkste Fraktion ablösen im Landtag, ich würde sofort gegen die Weiterführung der jetzigen Regierung stimmen, leider wäre wahrscheinlich das Quorum zu hoch. Aber wir bekommen den Schwarzfilz auch so weg, die Grünen und ihre Politik sind die Zukunft: Oben bleiben!

    Antwort auf "NEUWAHLEN"
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    Ich dachte immer der Berliner Nicht-Verkehr läge Ihnen näher am Herzen, aber willkommen zurück.

    Das hat sich nun doch längst erledigt. Es wird gebuddelt!

    Die Grünen sind in absehbarer Zeit Geschichte, damit will ich nicht deren positiven Einfluß auf die Politik schmälern. Aber regierungsfähig waren sie nur unter Fischer und auch da nur sehr begrenzt weil sie schlicht nicht zukunftsfähig sind. Bürgerliche werden die Grünen auf der Ökospur überholen, liberale werden dafür sorgen dass den Menschen dennoch Luft und Geld zum Leben bleibt.

    Aber jetzt wollen wir erstmal den Rücktritt Hermanns abwarten und dann ein weiteres mal anstossen. Kretschmann geht dann in vier Jahren in Rente wenn das Volk genug hat von seinen Attaken auf das doppelt demokratisch legitimierte Projekt.

    Prösterchen, mainzelmännchen!

    Ich dachte immer der Berliner Nicht-Verkehr läge Ihnen näher am Herzen, aber willkommen zurück.

    Das hat sich nun doch längst erledigt. Es wird gebuddelt!

    Die Grünen sind in absehbarer Zeit Geschichte, damit will ich nicht deren positiven Einfluß auf die Politik schmälern. Aber regierungsfähig waren sie nur unter Fischer und auch da nur sehr begrenzt weil sie schlicht nicht zukunftsfähig sind. Bürgerliche werden die Grünen auf der Ökospur überholen, liberale werden dafür sorgen dass den Menschen dennoch Luft und Geld zum Leben bleibt.

    Aber jetzt wollen wir erstmal den Rücktritt Hermanns abwarten und dann ein weiteres mal anstossen. Kretschmann geht dann in vier Jahren in Rente wenn das Volk genug hat von seinen Attaken auf das doppelt demokratisch legitimierte Projekt.

    Prösterchen, mainzelmännchen!

  5. Ich dachte immer der Berliner Nicht-Verkehr läge Ihnen näher am Herzen, aber willkommen zurück.

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    Und ich dachte der Punkt der Albernheit sei längst überschritten worden. Aber stets wird man erneut überrascht. hahaha ...

    Ich schlage vor an jeden Waggon ein Bremserhäuschen mit geschultem Bremser: Schafft Sicherheit und Arbeitsplätze!

    Und ich dachte der Punkt der Albernheit sei längst überschritten worden. Aber stets wird man erneut überrascht. hahaha ...

    Ich schlage vor an jeden Waggon ein Bremserhäuschen mit geschultem Bremser: Schafft Sicherheit und Arbeitsplätze!

  7. 8. hahaha

    Und ich dachte der Punkt der Albernheit sei längst überschritten worden. Aber stets wird man erneut überrascht. hahaha ...

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    Sie wissen schon, dass der Tiefbahnhof am einen Ende 6 Meter tiefer als am anderen Ende liegt? Das macht 1,5% Gefälle, erlaubt sind nur 0,25%. Der tolle Herr Ramsauer hat extra dafür eine Sondergenehmigung ausgesprochen, denn eine Genehmigung vom Eisenbahn-Bundesamt hat es nicht gegeben.

    Da rollen nicht nur Züge, sondern auch Kinderwägen, Fahrräder, Rollstühle weg. Aber das ist nur eine der vielen Murksereien im Tiefbahnhof.

    Sie wissen schon, dass der Tiefbahnhof am einen Ende 6 Meter tiefer als am anderen Ende liegt? Das macht 1,5% Gefälle, erlaubt sind nur 0,25%. Der tolle Herr Ramsauer hat extra dafür eine Sondergenehmigung ausgesprochen, denn eine Genehmigung vom Eisenbahn-Bundesamt hat es nicht gegeben.

    Da rollen nicht nur Züge, sondern auch Kinderwägen, Fahrräder, Rollstühle weg. Aber das ist nur eine der vielen Murksereien im Tiefbahnhof.

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