Gema und Bitkom Schleusenöffnung für Musik-Streamingdienste

Gema und Bitkom einigen sich über Urhebervergütungen für Musik im Netz. Streamingdienste dürften sich freuen, die Probleme der Videoportale löst der Vertrag aber nicht.

Der Musik-Streamingdienst Simfy

Der Musik-Streamingdienst Simfy

Es ist ein Durchbruch, aber nur ein kleiner. Nach wie vor gibt es zwischen der Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (Gema) und dem Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) keine Einigung, was das Onlinestellen von Musikvideos bei Videoportalen wie Youtube angeht. Die Nachricht, dass ein Inhalt "in Ihrem Land" nicht verfügbar sei, die in den letzten Monaten immer mehr deutsche Internetnutzer bei Youtube lasen und die inzwischen zu einer Art Ikone des rigiden, von der Gema konzertierten Urheberschutzes hierzulande geworden ist, wird es weiterhin geben.

Trotzdem bedeutet der Vertrag, über den Gema und Bitkom jetzt informierten, viel. Verbindlich regelt er die Höhe der Urhebervergütungen, die für das Onlinestellen von Musikstücken auf Internet-Musikportalen abgeführt werden müssen. Zwischen sechs und neun Cent netto soll demnach die Lizenzgebühr sein, die pro Stück an die Gema abgeführt werden muss. "Das schafft Planungssicherheit für die Anbieter", erklärte Bitkom-Vizepräsident Volker Smid am Mittwoch in Berlin. Und auch der Gema-Vorstandsvorsitzende Harald Heker zeigte sich angetan: "Der Vertragsabschluss ist für die Gema-Mitglieder sehr erfreulich."

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Erfreulich ist das Ergebnis der jahrelangen Verhandlungen, die rückwirkend bis 2002 gelten, auch für die Nutzer: Sie können in Zukunft nicht nur zum Verkauf stehende Musiktitel 90 statt wie bisher nur 30 Sekunden zur Probe hören, sondern sogar darauf hoffen, dass sich nun zeitnah auch Musik-Streamingdienste wie Google Music oder iTunes Match aufmachen, ein deutsches Angebot an den Start zu bringen.

"Einzelne Dienste, die bisher im Ausland erfolgreich sind, finden jetzt auch in Deutschland ähnliche Lizenzierungsbedingungen vor", sagt der Bitkom-Vize Smid. Man gehe deshalb davon aus, dass es künftig noch mehr Musikdienste in Deutschland geben werde, bei denen Nutzer für eine monatliche Pauschalgebühr alle Titel vollständig online hören könnten. Bisher waren genau solche Angebote durch eine fehlende Vereinbarung dazu, wie im Internet vorgehaltene und zum jederzeitigen Anhören zur Verfügung gestellte Inhalte mit der Gema abgerechnet werden könnten, gescheitert, beziehungsweise: Marktmächtige Anbieter wie Apple oder Google hatten erst gar nicht versucht, auf dem deutschen Markt Fuß zu fassen.

Derweil stößt die Sperrung von Inhalten bei Youtube auf immer mehr Widerstand. Erst vor kurzem hatte der Blogger Johnny Haeusler über seinen Blog spreeblick.com Gema und Youtube-Betreiber Google zu einer Einigung aufgefordert. Der Musiker Jan Delay, der selbst von den Sperrungen betroffen ist, forderte nahezu zeitgleich via Facebook, "dass man endlich wieder deutsche Major-Videos auf Youtube gucken kann!!" Just dazu aber bedarf es noch weiterer Verhandlungen.

Erschienen im Tagesspiegel

 
Leser-Kommentare
    • gh7401
    • 09.12.2011 um 10:11 Uhr

    Bin mal gespannt, wann die EG-Kommission diese monopolistische GEMA zerschlägt.

    Eine Leser-Empfehlung
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    Bitte, bitte informieren Sie sich doch wenigstens ein bisschen, bevor Sie hier schreiben. Die GEMA ist ein Verein der Komponisten, Texter und Verleger - ausserdem sehr demokratisch. Im Internet auch ganz leicht zu finden. Niemand wir dazu gezwungen GEMA-Mitglied zu sein oder zu werden.
    Für Ihren Protest: Kaufen oder kopieren Sie doch einfach nicht die Produkte der GEMA-Mitglieder - wir werden es uns dann schon merken...;-)

    Bitte, bitte informieren Sie sich doch wenigstens ein bisschen, bevor Sie hier schreiben. Die GEMA ist ein Verein der Komponisten, Texter und Verleger - ausserdem sehr demokratisch. Im Internet auch ganz leicht zu finden. Niemand wir dazu gezwungen GEMA-Mitglied zu sein oder zu werden.
    Für Ihren Protest: Kaufen oder kopieren Sie doch einfach nicht die Produkte der GEMA-Mitglieder - wir werden es uns dann schon merken...;-)

  1. Bitte, bitte informieren Sie sich doch wenigstens ein bisschen, bevor Sie hier schreiben. Die GEMA ist ein Verein der Komponisten, Texter und Verleger - ausserdem sehr demokratisch. Im Internet auch ganz leicht zu finden. Niemand wir dazu gezwungen GEMA-Mitglied zu sein oder zu werden.
    Für Ihren Protest: Kaufen oder kopieren Sie doch einfach nicht die Produkte der GEMA-Mitglieder - wir werden es uns dann schon merken...;-)

    Antwort auf "Gema ist Monopol"
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    Lesen Sie mal das:
    http://www.egofm.de/defau...

    "GEMA verlangt Geld von Partyveranstalter, der explizit nur lizenzfreie Musik gespielt hat"

    "GEMA mahnt Kindergärten ab. Dabei wird von den Erziehern verlangt, die Playlist mitzunotieren"

    "Somit wird in Zukunft die Größe des Events mit entscheidend für den an die GEMA zu entrichtenden Betrag sein. [...]schließlich steigern sich somit Rechnungen um knapp 200%. Desweiteren befürchten die Budenbetreiber, dass damit die deutschen Volksfeste in ihrer Existenz gefährdet werden."

    dazu empfehle ich auch nochmal den Artikel, "Monopolist außer Kontrolle":
    http://www.berliner-zeitu...

    Daraus:
    -Gleichstellung von künstlerischen Produkten mit Industrie- und Handwerksware
    - extrem hohe Verwaltungsgebühren, absurde Gebührenberechnung, zuletzt extreme Gebührenerhöhung
    -Benachteiligung von "kleinen" Künstlern und Veranstaltern
    (egal, wer spielt oder was gespielt wird, es verdienen die Großen am meisten mit)
    - Gründung des Vorgängers als staatlich sanktioniertes und kontrolliertes Musikmonopol durch Goebbels mit gleicher Rechtsgrundlage wie GEMA
    - nur 5% der Gema-Mitglieder stimmberechtigt

    Lesen Sie mal das:
    http://www.egofm.de/defau...

    "GEMA verlangt Geld von Partyveranstalter, der explizit nur lizenzfreie Musik gespielt hat"

    "GEMA mahnt Kindergärten ab. Dabei wird von den Erziehern verlangt, die Playlist mitzunotieren"

    "Somit wird in Zukunft die Größe des Events mit entscheidend für den an die GEMA zu entrichtenden Betrag sein. [...]schließlich steigern sich somit Rechnungen um knapp 200%. Desweiteren befürchten die Budenbetreiber, dass damit die deutschen Volksfeste in ihrer Existenz gefährdet werden."

    dazu empfehle ich auch nochmal den Artikel, "Monopolist außer Kontrolle":
    http://www.berliner-zeitu...

    Daraus:
    -Gleichstellung von künstlerischen Produkten mit Industrie- und Handwerksware
    - extrem hohe Verwaltungsgebühren, absurde Gebührenberechnung, zuletzt extreme Gebührenerhöhung
    -Benachteiligung von "kleinen" Künstlern und Veranstaltern
    (egal, wer spielt oder was gespielt wird, es verdienen die Großen am meisten mit)
    - Gründung des Vorgängers als staatlich sanktioniertes und kontrolliertes Musikmonopol durch Goebbels mit gleicher Rechtsgrundlage wie GEMA
    - nur 5% der Gema-Mitglieder stimmberechtigt

    • Kalef
    • 09.01.2012 um 14:03 Uhr

    bitte ermahnen Sie nicht andere, sich zu informieren, wenn Sie noch nicht mal die Grundsätze der Demokratie zu verstehen scheinen. Denn dadurch haben Sie ziemlich widersprüchliches Zeug geschrieben.

    "außerdem sehr demokratisch"
    -
    "sonst könnte da ja fast jeder mitstimmen"

    Vielleicht sollten Sie sich tatsächlich erst mal selber informieren. Und die Redaktion empfiehlt sowas auch noch...

    Ich will gar nicht Sinn bzw. Unsinn der Organisationsform streiten, aber die Struktur der GEMA ist beinahe das Gegenteil einer demokratischen Form. Und Sie haben das in Ihrem vorletzten Post selbst dargelegt!

    Antwort auf "Jaja-die GEMA-1"

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