US-Journalistin Marie ColvinDie letzte Zeugin

Der Tod der US-Journalistin Marie Colvin in Syrien zeigt, wie dringend Kriegsreporter gebraucht werden. Sie müssen über die Ungerechtigkeit auf der Welt berichten. von Andrea Nüsse

Es klingt wie ihr eigener Nachruf. Die Rede, welche die beeindruckende amerikanische Kriegsreporterin Marie Colvin im November 2010 bei einem Trauergottesdienst in London für im Dienst getötete Journalisten hielt, könnten Kollegen nun an ihrem Grab vorlesen. "Wir verändern etwas, wenn wir vom Grauen des Krieges und speziell von den Grausamkeiten gegen die Zivilbevölkerung berichten“, zeigte sich die große Dame der Kriegsberichterstattung überzeugt. Und obwohl man heute mit Satellitentelefon, Laptop und Videokamera unterwegs sei, hätten die neuen elektronischen Übertragungsmöglichkeiten nichts daran geändert: "Einer muss hingehen und sich ansehen, was geschieht.“

 Gleichzeitig wusste sie: "Es war nie gefährlicher als heute, Kriegsreporterin zu sein, weil Journalisten in Kampfzonen ein besonders beliebtes Ziel geworden sind.“ Am Mittwoch wurde die 52-jährige Reporterin, die seit 1985 für die britische Sunday Times über die Kriege dieser Welt berichtete und dafür 2010 in Großbritannien zum zweiten Mal als ausländische Journalistin des Jahres ausgezeichnet wurde, in der syrischen Rebellenhochburg Homs durch eine Rakete getötet – zusammen mit dem französischen Fotografen Remi Ochlik. Wenige Tage zuvor war der zweifach mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnete 43-jährige Nahost-Reporter der New York Times , Anthony Shahid, beim beschwerlichen Rückweg aus Syrien einem Asthmaanfall erlegen.

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Mit Colvin hat die Welt eine der uneitelsten und mutigsten Reporterinnen verloren. Die in den USA geborene Frau berichtete aus Kriegen und Bürgerkriegen von Tschetschenien über Kosovo , Sierra Leone , Sri Lanka und Ost-Timor bis zur arabischen Welt. 2001 verlor sie ein Auge, als sie in Sri Lanka mit Rebellen unterwegs war und von einem Soldaten mit einer Granate beworfen wurde. "Er wusste genau, was er tat“, sagte Colvin, die seither eine schwarze Augenklappe trug. Doch auch mit ihrem einen Auge war sie oft die letzte Zeugin: So belegte sie 2009, dass der eingekesselte Anführer der Tamil Tigers zusammen mit seinen letzten Kämpfern von Regierungstruppen getötet wurde, obwohl die Männer sich ergeben wollten.

Anders als manche männliche Kollegen in dem Metier hat sich Colvin nicht damit gebrüstet, welchen Gefahren sie sich bei ihrer Arbeit ausgesetzt hat. Ihr Antrieb war die Überzeugung, dass man den Mächtigen auf die Finger schauen muss – insbesondere auch der eigenen Armee, die Krieg führt. Vor allem aber war sie immer ganz nah dran an den Menschen und gab der leidenden Zivilbevölkerung eine Stimme. So wie in ihrem letzten Bericht vom 19. Februar aus dem von der Armee abgeriegelten Viertel Baba Amro in Homs, wo Sniper von Dächern auf jeden zielen, der sein Haus verlässt, während Raketen diese Häuser und ihre Bewohner in Schutt und Asche legen.

Der Westen traut der ausländischen Berichterstattung nicht

Natürlich machen es die neuen elektronischen Medien jedem Aktivisten möglich, Bilder und Informationen um die Welt zu schicken, selbst wenn Diktatoren keine freie Berichterstattung zulassen. Doch die westlichen Medien stehen vor der Schwierigkeit, dass sie nicht wissen, wer ihnen welche Informationen zuspielt, wie die gezeigten Toten ums Leben kamen und warum. Der syrische Filmemacher Ali Atassi hat kürzlich in dieser Zeitung noch einmal ein anderes Dilemma beschrieben: "Politiker und westliches Publikum trauen den Bildern nicht. Das ist ein großes Hindernis. Der europäische und amerikanische Fernsehzuschauer ist daran gewöhnt, dass ihm sein Landsmann in seiner Sprache von den Ereignissen berichtet.“

Das syrische Regime hat das genau verstanden und daher monatelang keine ausländischen Journalisten einreisen lassen. Seit kurzem erteilt man wieder Journalistenvisa, aber die Reporter dürfen nur unter Aufsicht arbeiten. Das Ergebnis: Auch in Deutschland werden immer wieder Zweifel laut, ob das Regime von Präsident Baschar al-Assad wirklich so grausam ist, ob die Redakteure von ihren Büros aus nicht Kampagnenjournalismus machen im Einklang mit den Interessen der westlichen Staaten, die einen Sturz des schon in der Vergangenheit unbequemen Regimes wünschen. Daher ist die Arbeit von Marie Colvin und den Kollegen, die sich zu Fuß, auf Mopeds und im Schutze der Nacht auf Schleichwegen nach Homs wagen und mit ihrer professionellen Glaubwürdigkeit berichten, auch in Zeiten von Youtube noch immer entscheidend und dringend notwendig.

Erschienen im Tagesspiegel

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Leserkommentare
  1. ist das Buch 'Von den Kriegen' von Carolin Emcke http://www.perlentaucher....

    'Man hat es sich nicht anders, nein: man hat es sich einfach überhaupt nicht vorgestellt.'

    Hier zwei Artikel von ihr über Kriegsberichterstattung http://www.zeit.de/2011/2... http://www.zeit.de/2010/0...

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  2. "Embedded Journalism" verhindert freie Berichterstattung und ist damit eine "veränderte Art von Zensur". Die Medienstrategie der USA im Irakkrieg (2003) baute auf dem Konzept des "Embedded Journalism" auf. 775 JournalistInnen wurden vom Pentagon in einzelne Einheiten "eingebettet". Vor ihrem "Einsatz" wurden die JournalistInnen in sogenannten "Boot Camps" durch militärisches Training auf ihre Rolle vorbereitet."

    http://www.whywar.at/embe...

    „Der Blick des Journalisten fällt durch den Sehschlitz des Panzers. Und der ist nicht sehr groß.“

    Friedrich Nowottny: bis 1995 Intendant des Westdeutschen Rundfunks, 2003

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  3. ...ob das Regime von Präsident Baschar al-Assad wirklich so grausam ist, ob die Redakteure von ihren Büros aus nicht Kampagnenjournalismus machen im Einklang mit den Interessen der westlichen Staaten..."

    Diesen Eindruck kann man allerdings bekommen!
    Die Berichterstattung über die Situation in Syrien, steht ja der Berichterstattung über Libyen in nichts nach.Mittlerweile wissen wir alle, was die sogenannte Revolution dort gebracht hat. Assad lässt und Gadaffi ließ auf das eigenen Volk schießen,war immer zu lesen, die breite Masse des Volkes stand aber nie hinter den sog. Demokratiebewgungen, dere Ziel ,demokratische Verhältnisse zu schaffen, doch nur Augenwischerei ist.
    Ich glaube nicht,daß Assad wie Gadaffi von der sogenannte Demokratiebewegung gepfählt werden möchte, denn so sieht das Demokratieverständnis der sogenannten Aktivisten offensichtlich aus.

    Marie Colvin war sicher keine Journalistin, die von ihrem Büro aus ihrer Tätigkeit nachging, allerdings lebte sicher auch sie von ihrem Job und Sunday Times sowie CNN stehen nicht unbedingt für eine objektive Berichterstattung.

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    wie sie Marie Colvin z.B. in Ost-Timor zeigte, ist m.M.n. weder mit Geld zu bezahlen noch sonstwie abschätzig zu bewerten. Nachdem bereits alle anderen Journalisten ein belagertes UN-Flüchtlingscamp verlassen hatten, setzte sie den Kommandeur unter Druck, als der auch seine Mitarbeiter abziehen und die Flüchtlinge damit sich selbst überlassen wollte, berichtete weiter und rettete damit vermutlich 1500 Menschen das Leben.

    Es ist grundsätzlich strittig, inwieweit ein Journalist die eigene Person mit in die Waagschale werfen darf, das aber wie Marie Colvin für einfache Leute zu tun (die ja gern unter 'Kollateralschaden' oder 'weiche Ziele' gefaßt werden), halte ich für menschlich lauter und journalistisch integer. Mir wäre auch nicht erklärlich, wie ein nicht-embeddedeter Kriegsberichterstatter seine Arbeit nicht persönlich nehmen könnte - schließlich ist sie gefährlich bis tödlich.

    Am persönlichen Einsatz von Kriegsberichterstattern wie Marie Colvin ändert auch nichts die zunehmende Meinungsschreibe in so gut wie allen Medien, das beschränkt sich ja nicht auf CNN und Sunday Times. Darum sollte es aber im Nachruf auf eine mutige Frau m.M.n. kurz mal nicht gehen. Der mündige Medienkonsument hat ja auch das Salzfaß nie weit weg, oder?

    Es stellt sich auch die Frage, was eigentlich in bequemen warmen Sesseln überhaupt noch berührt.

  4. Das Ergebnis: Auch in Deutschland werden immer wieder Zweifel laut, ob das Regime von Präsident Baschar al-Assad wirklich so grausam ist, ob die Redakteure von ihren Büros aus nicht Kampagnenjournalismus machen im Einklang mit den Interessen der westlichen Staaten, die einen Sturz des schon in der Vergangenheit unbequemen Regimes wünschen.

    Sowas passiert, wenn man zwei Artikel täglich veröffentlicht, die auf Aussagen von z.B. der äusserst dubiosen "„Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte” basieren. Wenn man diesen Begriff googelt, erkennt man mit Schrecken, wieviele Artikel ungefiltert diese Quelle wiedergeben. Und das, obwohl die Hintergründe dieser Organisation nicht bekannt sind und dieses Ein-Mann-Büro in London seine Quellen noch nie veröffentlicht hat.

    Das ist Kampagnenjournalismus. Man veröffentlicht ungefiltert diese schlimmen Geschichten, weil es in die Agenda passt und der Leser diese Schwarz/Weiss Horrorgeschichten auch noch honoriert mit steigenden Auflagen oder Clickzahlen.

    Nein, da muss sich die komplette Presselandschaft wirklich mal an die eigene Nase fassen. Auch wenn der Kostendruck in den letzten Jahren gestiegen ist und DPA oder Reuters kopieren billiger ist als ein Team nach Syrien schicken...

    ...Journalisten wie Jürgen Todenhöfer machen vor wie es auch anders geht. Fundierter und investigativer Journalismus. Unabhängig und ohne Agenda.

    Solche Journalisten verdienen Respekt.

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    Das möchte ich aber sehr bezweifeln, aus meiner Sicht hat er eine sehr ähnliche wie Marie Colvin, nämlich die ausdrückliche Parteinahme für Zivilisten und gegen Ungerechtigkeit, Gewalt und gegen die Ignoranz in den warmen Sesseln.

    Todenhöfer kaufte auch schon mal Anzeigenplatz in der NYT, der FAZ und bei Al-Quds al-Arabi, um seine Sicht auf den 'War on Terror' darzulegen, nämlich 10:1. 10 irakische Tote : 1 amerikanischen, woraus sich die im Westen verbreitete Weltsicht, man gehöre hier selbstverständlich zu den Guten, nicht wirklich ableiten läßt.

    Falls es Sie interessiert, Zeit und FAZ http://www.zeit.de/2008/1...
    http://www.faz.net/aktuel... mit sich ähnelnden Portraits.

    Todenhöfer Mitte Januar zu Syrien, u.a. zu einem 2stündigen Gespräch mit Assad http://ondemand-mp3.dradi... (vermutlich ist das http://www.zeit.de/2011/2... der zu Beginn erwähnte Artikel)

    Gegen den überall verbreiteten Kampagnenjournalismus hilft: viel lesen und selber denken, das sollte man sich niemals von einem Medium oder einer politischen Agenda abnehmen lassen. Zum Bild von Syrien gehören auch die Berichte von Marie Colvin aus den 'Kellern der Witwen' http://www.thesundaytimes... das unter 'Schwarz/Weiss Horrorgeschichten' zu fassen, halte ich für falsch.

  5. ... mal irgendjemand erklären, warum Diktatoren so dermaßen viel Sympathie in der Forenwelt geniessen? Stockholmsyndrom?

    Da werden dann so Argumente angeführt wie: "Die Mehrheit der Bevölkerung steht hinter ihnen." oder "Die Quellenlage ist unklar."

    Und daraus folge dann, dass es sich um Kampagnenjournalismus handelte. Welche Kampagne denn? Fährt die Zeit eine Medienkampagne gegen Assad? Ist doch absurd.

    Nach der Logik müßte man auch das Vorgehen Hitlers im zweiten Weltkrieg befürworten. Hinter dem stand auch die Mehrheit der Bevölkerung und die Quellenlage war auch nicht immer glasklar.

    Trotzdem war er ein Schlächter.

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    um zu zeigen, dass Sie es nicht verstanden haben.

    Die Alliierten, die kämpften nicht gegen Deutschland um der deutschen Opposition einen Gefallen zu tun, um in diesem Land Demokratie und Menschenrechte einzuführen.

    Die Alliierten taten es aus Eigeninteresse. Sie wollten als Staat und Gesellschaft überleben. Ein deutscher Sieg hätte das Ende für beides bedeutet.

  6. sagte Frau Colvin und meinte damit den Soldat, der eine Granate auf eine Gruppe Kombattanten warf, mit denen Frau Colvin im Kampfgebiet unterwegs war.

    Der Soldat tat seine Pflicht, würde ich mal sagen.

    Aber Frau Colvin wollte das bis zuletzt sicher nicht einsehen. [...]

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke, die Redaktion/ls

    3 Leserempfehlungen
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    Interessante Vorstellungen haben Sie:

    "Der Soldat tat seine Pflicht, würde ich mal sagen."

    Gezieltes Toeten von Nicht-Kombattanten ist ein Kriegsverbrechen. Dass Sie das voellig in Ordnung finden laesst tiefe Einblicke in Ihren Geisteszustand zu.

    "Sie gehört zu der Sorte Journalisten, die für sich in Anspruch nehmen nach eigenem gut dünken in Gut und Böse zu teilen."

    Marie Colvin gehoerte zu der Sorte Journalisten, die ihrer Pflicht bis zur letzten Konsequenz nachkommen und objectiv, soweit das nur irgends moeglich ist, ueber Grausamkeiten der Maechtigen berichten. Ohne Ruecksicht auf ihr eigenes Leben, wie der Tod von Ms. Colvin, M. Ochlik und Mr. Shahid durch die Hand der Massenmoerder des syrischen Regimes gezeigt hat.

    Ihre Haeme ist zutiefst abstossend.

    R.I.P. Marie, Remi und Anthony

  7. um zu zeigen, dass Sie es nicht verstanden haben.

    Die Alliierten, die kämpften nicht gegen Deutschland um der deutschen Opposition einen Gefallen zu tun, um in diesem Land Demokratie und Menschenrechte einzuführen.

    Die Alliierten taten es aus Eigeninteresse. Sie wollten als Staat und Gesellschaft überleben. Ein deutscher Sieg hätte das Ende für beides bedeutet.

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Kann mir bitte ..."
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    Vielleicht war's beides?

    Sie haben voellig Recht dass die freie Welt keine Lust hatte, in Zukunft mit Heil Hitler zu gruessen und ihrerseits Voelkermord an Minderheiten zu begehen, wie die Deutschen es ihnen in noch nie da gewesenem Masse vormachten.

    Koennen Sie es in Ihren Kopf bekommen, dass die Allierten vielleicht zusaetzlich auch noch andere Ziele hatten, naemlich Demokratie und Menschenrechte einzufuehren? Was sie dann nach dem Krieg auch tatsaechlich hgemacht haben.

    Tut mir leid wenn das nicht in Ihr Weltbild passt, aber das heisst nicht, dass es notwendigerweise falsch ist.

    "Gutes Beispiel[,] um zu zeigen, dass Sie es nicht verstanden haben."

    Und setzen dann ihre Begründung mit den Alliierten fort.

    Das zeigt leider, dass Sie nicht auf meinen Beitrag eingehen möchten, denn ich habe dort die Alliierten weder explizit, noch implizit erwähnt. Sie kommen in meinem Beitrag überhaupt nicht vor!

    Offenbar haben Sie einen Inhalt in meinen Beitrag hineininterpretiert, welchen Sie mit ihrem Beitrag widerlegen möchten, obwohl er gar nicht existiert.

    Sehr eigenartige Argumentation!

    Deswegen stelle ich nochmals Folgendes fest:

    Ich verurteile das gewalttätige Vorgehen von Diktaturen wie in Syrien oder in Libyen und ich prangere die Verharmlosung oder Rechtfertigung eines solchen gewalttätigen Vorgehens an.

    Mich wundert stark, warum es vielfältig in der Forenwelt zu einer derartigen Verharmlosung und Rechtfertigung kommt. Was bewegt Foristen dies zu tun?

    Ich bin weder in meinen zuvor geposteten Beitrag auf mögliche Konsequenzen, die sich aus einer solchen Verurteilung ergeben, eingegangen, noch tue ich dies in diesem Beitrag.

  8. Interessante Vorstellungen haben Sie:

    "Der Soldat tat seine Pflicht, würde ich mal sagen."

    Gezieltes Toeten von Nicht-Kombattanten ist ein Kriegsverbrechen. Dass Sie das voellig in Ordnung finden laesst tiefe Einblicke in Ihren Geisteszustand zu.

    "Sie gehört zu der Sorte Journalisten, die für sich in Anspruch nehmen nach eigenem gut dünken in Gut und Böse zu teilen."

    Marie Colvin gehoerte zu der Sorte Journalisten, die ihrer Pflicht bis zur letzten Konsequenz nachkommen und objectiv, soweit das nur irgends moeglich ist, ueber Grausamkeiten der Maechtigen berichten. Ohne Ruecksicht auf ihr eigenes Leben, wie der Tod von Ms. Colvin, M. Ochlik und Mr. Shahid durch die Hand der Massenmoerder des syrischen Regimes gezeigt hat.

    Ihre Haeme ist zutiefst abstossend.

    R.I.P. Marie, Remi und Anthony

    4 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Er wusste was er tat,"
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    objectiv, soweit das nur irgends moeglich

    Na sicher doch. So objektiv wie Ihr Beitrag wahrscheinlich...

    Das reale Humanitäre Völkerrecht erlaubt es Kombattanten anzugreifen und zwar auch dann, wenn sich diese in Begleitung von Nicht-Kombattanten befinden.

    Man kann es gar nicht anders regeln. Oder soll die Kriegspartei auch noch belohnt werden, die sich skrupellos mit Zivilisten umgibt / menschliche Schutzschilde benutzt?

    Da muss ich Ihnen Recht geben.
    In der Tat hat der Journalismus durch einige Vertreter des Fachs gelitten. Dies galt für meine Begriffe insbesondere im letzten Jahr, als man das Gefühl hatte, einige (SPON) freuen sich in verabscheuenswürdiger Weise über den Tsunami-, Guttenberg-, Gaddafi-Run, um dann, als gerade kein Fleisch in den Käfig geworfen wurde, die Wulf-Geschichte zu zerfetzen (ohne damit Wulf in Schutz nehmen zu wollen, aber ich denke, es ist klar, was ich damit meine).
    Marie Colvin und alle anderen, die ihr Leben auf das Spiel setzen, um die Gräuel des Kriegs und der Tyrannei zu zeigen, sind jedoch diejenigen, die die Fahne des Journalismus immer wieder waschen. Sie wären die letzten, die behaupteten, "objektiv" zu berichten. Wie soll man dies im Angesicht solchen Leids auch tun? Aber sie wären auch die letzten, die sich vor einen - von vielen in diesem Forum implizierten - propagandistischen Karren spannen ließen. Personen wie Marie Colvin - dass sollte man sich doch wohl vorstellen können - sind so ziemlich die unabhängigsten Personen, die es überhaupt gibt. Ohne sie wären wir in einer ganz anderen Welt. Ihr Idealismus führt sicher auch zu Fehleinschätzungen, aber ohne ihr(e) Auge(n) wären wir blind. Auch wenn es am Ende nur noch eins ist, das durch einen Panzerschlitz schaut.

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  • Schlagworte Berichterstattung | Krieg | Rakete | Großbritannien | Kosovo | Sierra Leone
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